zur Navigation springen

Küstenschutz : Kaninchen sind das größte Problem

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bei der Deichschau beklagten Fachleute die hohe Zahl an Kaninchen. Zahlreiche Löcher ihrer Bauten im Deich wurden bereits verfüllt.

Viel schlimmer hätte es die Teilnehmer der Frühjahrs-Deichschau des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) nicht treffen können. Strömender Regen begleitete sie bei ihrer rund sechsstündigen Rundreise während der gesamten Tour in den Bereichen der Deich- Haupt- und Sielverbände (DHSV) Nordstrand Husum-Nord, Arlau und Sönke-Nissen-Koog.

Am Porrenkoog in Husum begutachteten sie die Ende vergangenen Jahres fertig gestellte Böschungssicherung. Der Deichverteidigungsweg im Porrenkoog ist in einigen Abschnitten in einem schlechten Zustand. „Hier wird eine Instandsetzung erforderlich“, kündigte LKN-Baubetriebsleiter Florian Schröter an. An der Deichbaustelle Wobbenbüll gehen die Asphaltierungsarbeiten für die Straße durch die neue Stöpe voran. „Hier müssen wir aber noch klären, wie mit der alten ersten Deichlinie verfahren wird“, so Schröter. Der neue Deich ist der kürzeste, der bisher gebaut wurde. Mit einer Höhe von 8,20 Metern und fünf Metern Breite schützt das Bauwerk jetzt die Einwohner und sichert eine Fläche von 2400 Hektar vor Überflutungen.

Am erst in diesem Jahr fertiggestellten Treibsellager im Sönke-Nissen-Koog erläuterte der Baubetriebsleiter die neuen Standards. Dass der Distelbefall in den Bereichen der geschauten Köge weiterhin bekämpft werden muss, darin waren sich die Teilnehmer einig.

Die hohe Stückzahl an Kaninchen bereitet den Fachleuten weiterhin Sorgen. Besonders im Sönke-Nissen-Koog und auf der Hamburger Hallig müsse die Situation weiter beobachtet werden und die Tiere bekämpft werden, hieß es. Im Koog wurden bereits die Löcher zahlreicher Kaninchen-Bauten im Deich verfüllt. Auf der Hamburger Hallig beklagte sich Hallig-Kröger Erik Brack über die „Unterwanderung“ seiner Außenterrasse. „Da geraten die Tische schon mal in Schieflage“, so der Gastronom.

Nicht ganz so begeistert war Dirk Albrecht von dem Versuchsfeld zur Untersuchung der Klimaerwärmung auf der Hallig. Der Bürgermeister der Reußenköge war erstaunt, wie schnell hier Genehmigungen erteilt werden und Starkstromkabel verlegt werden. Mit dem rund zwei Millionen Euro teuren Projekt soll unter beheizten „Zelten“ simuliert werden, wie sich das Klima in Zukunft erwärmen wird. Bisher stehen sieben auf der Hallig, es sollen insgesamt 27 Überdachungen werden. Das Projekt ist bis zum Jahr 2022 angelegt. Am 18. Mai gibt es dazu eine Infoveranstaltung im Amsinckhaus.

Bei der letzten Station der Rundreise kritisierten die Nordstrander Teilnehmer den Zustand der Grasnarbe auf dem neuen Deich im Bereich Alter Koog. Es wurde bezweifelt, dass die vorhandene Bodenqualität ausreichenden Graswuchs zulässt. Die vielen Steine in der Kleiabdeckung verhindern die Begrünung. Die Abdeckung soll jetzt gereinigt werden.

Fazit der Fachleute am Ende der Bereisung: „Die Deiche befinden sich in einem guten und wehrhaften Zustand.“ Nordstrands Deichgraf Hans-Erich Hansen freute sich abschließend, dass man beim LKN mit Florian Schröter einen kompetenten Nachfolger für den langjährigen Baubetriebsleiter Dieter Schultz gefunden hat.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen