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Zusage vom Umweltministerium : Jetzt fließt das Geld für Natur-Stiftung

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Für ihre Arbeit erhält die Stiftung Eiderstedter Natur in den nächsten fünf Jahren gut fünf Millionen Euro. Davon soll die Trauerseeschwalbe profitieren, die auf Eiderstedt immer seltener wird.

Jetzt kann die eigentliche Arbeit beginnen: Über eine fünfjährige Finanzierungszusage freut sich das Kuratorium der Stiftung Eiderstedter Natur. Mit Zustimmung des Landes hat der Kreis Nordfriesland einen Vertrag mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein geschlossen, die als Treuhänderin der Eiderstedter Stiftung fungiert. Damit werden in den nächsten fünf Jahren bis zu 5,285 Millionen Euro für die Arbeit der Stiftung zur Verfügung gestellt, wie der Vorsitzende des Kuratoriums, Dr. Bernd Scherer, mitteilt. Mehr als 90 Prozent davon sind für Flächensicherung und -entwicklung sowie die Erfolgskontrolle vorgesehen. Die Mittel stammen aus naturschutzrechtlichen Ersatz- und Ausgleichsgeldern.

Schon in der Sitzung im Dezember hatte das Kuratorium beschlossen, ein Handlungskonzept erarbeiten zu lassen, in dem die vielen bislang schon für Eiderstedt bestehenden Konzepte und Papiere daraufhin überprüft werden, wie aktuell und sinnvoll sie für die Arbeit der Stiftung noch sind. Vor allem aber soll das Handlungskonzept die allgemein formulierten Stiftungsziele in eine verständliche und konkrete Arbeitsgrundlage übersetzen. Das Ausschreibungsverfahren hierzu läuft bereits – eine Vergabe kann nun in Kürze erfolgen.

Ebenfalls war das Kuratorium übereingekommen, dass eine erfolgreiche Umsetzung der Stiftungsziele ohne Arbeitskraft nicht vorstellbar ist. Im Zentrum steht hier die Umsetzung des Flächenmanagements. Die wichtige Verankerung vor Ort wird durch den Hauptarbeitsplatz in Garding gewährleistet. Nachdem Land und Kreis dem zugestimmt haben, wurde nun eine Ausschreibung beschlossen, mit der eine geeignete Person für einen fünfjährigen Zeitvertrag gesucht werden soll. Schließlich legte das Kuratorium fest, seine Sitzungen künftig öffentlich abzuhalten. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Meist ab Mitte April erreichen die Trauerseeschwalben die Eidermündung, von wo sie dann in verschiedene Brutgebiete bis hin nach Osteuropa weiterziehen. Wegen der besonderen Bedeutung dieser stark bedrohten und auf der Roten Liste geführten Vogelart widmet ihr die Stiftung besondere Aufmerksamkeit. Projekte zugunsten der Trauerseeschwalbe stehen ganz vorn. Das Kuratorium beriet deshalb auch über aktuelle Maßnahmen, die zur Optimierung der Trauerseeschwalben-Lebensräume auf Eiderstedt in Kooperation mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) im Herbst 2016 begonnen wurden und im Herbst 2017 fortgesetzt werden sollen. Auf Eiderstedt brüten die Trauerseeschwalben in Tränkekuhlen, in denen künstliche Nisthilfen, sogenannte Brutflöße, ausgelegt sind. Organisiert wird dies seit vielen Jahren von Claus Ivens aus Kotzenbüll. Ideal für die Trauerseeschwalbe sind breite, offene Gräben und Flachwasserbereiche, die mindestens zehn Prozent der Fläche um die Koloniestandorte herum einnehmen. Der typische Eiderstedter Graben ist aber meist schmal und verschilft. So wurden im Herbst 2016 im Umfeld der bekannten Koloniestandorte der Trauerseeschwalben in Poppenbüll/Marne und Westerhever auf einer Grabenlänge von mehr als fünf Kilometern durch Schilfmahd, Entschlammung und Uferabflachung wieder offene Gewässer mit einem auch für Fischvorkommen ausreichend tiefen und breiten Gewässerkörper geschaffen – auch dies in Kooperation mit dem LLUR.

Über einen Werkvertrag des Vereins Weideland Eiderstedt werden diese Gräben seit Mitte Februar 2017 wieder mit Dreistachligen Stichlingen aus der Eider besetzt. Zusätzlich dokumentiert der Verein in diesem Jahr den Stichlingszug auf Eiderstedt. Parallel soll in Zusammenarbeit mit dem Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt die natürliche Fischwanderung des Dreistachligen Stichlings, dem Hauptnahrungsfisch der Trauerseeschwalbe, aus der Nordsee in die Parzellengräben im Umfeld der Kolonien gefördert werden. Noch fehlen Daten zu den Wanderzügen des Stichlings und zu den staubedingten Barrieren. Hierzu startete im Februar eine Untersuchung. Der Kuratoriumsvorsitzende Scherer freut sich: „Endlich sind alle Voraussetzungen geschaffen, und die Arbeit kann losgehen. Dank an alle Beteiligten.“

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erstellt am 16.Mär.2017 | 16:00 Uhr

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