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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 05:02 Uhr

Husum : Impfen, bevor die Grippewelle rollt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In Husum ist die Lage entspannt: Es gibt genügend Impfstoff gegen Grippe – und zahlreiche Patienten haben bereits einen Termin für den schützenden Pieks.

Da die „Grippewelle“ in Deutschland meist erst nach dem Jahreswechsel auftritt und es in der Regel knapp zwei Wochen dauert, bis ein Impfschutz vollständig aufgebaut ist, gehört der November bekanntermaßen zu den besten Monaten für die jährliche Schutzimpfung.

In den Husumer Arztpraxen liegt alles dafür Nötige längst bereit. Wer sich impfen lassen will, muss nur noch einen Termin vereinbaren. „Und das tun unsere Patienten derzeit auch fleißig“, freuen sich Maike Hinrichsen und Birte Herrmann aus der Praxis von Dr. med. Johannes Carstensen über eine ausgesprochen gute Nachfrage in diesem Jahr. Die beiden Sprechstundenhilfen zählen am Messeplatz aktuell pro Woche etwa 20 Patienten, die sich von ihnen den schützenden Pieks verpassen lassen möchten. „Viele fragen dabei auch gleich nach der Impfung gegen Lungenentzündung“, so ihre Beobachtung. Wer diesen Zusatzschutz wünscht, muss nach der Grippeschutzimpfung zwei bis drei Wochen warten und dann noch einmal wiederkommen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass das Virus A (H1N1), das auch als „Schweinegrippe“ bekannt ist und 2009/2010 die Pandemie ausgelöst hat, in dieser Saison in Deutschland unverändert anzutreffen sein wird – eventuell in einer leicht veränderten Variante. Nach WHO-Angaben sollen alle aktuellen Impfstoffe vor den erwarteten Virus-Varianten ausreichend Schutz bieten. Darüber hinaus stehen Impfstoffe zur Verfügung, die zusätzlich gegen ein weiteres Influenza-B-Virus schützen. „Was dieses Thema angeht, so zeigen sich viele unserer Privatpatienten bestens informiert“, sagt Birte Hermann. Wohl wissend, dass sie sich den Grippeimpfstoff aussuchen dürfen, würden sie sich bewusst für einen entsprechenden Vierfach-Impfstoff entscheiden.

Lieferengpässe befürchtet das Praxis-Team in diesem Jahr nicht: „Die Lage ist total entspannt“, sagt Maike Hinrichsen, die nur eines nicht nachvollziehen kann: „Wenn Patienten mit dem Argument kommen, dass sie vor 20 Jahren nach einer Impfung mal Probleme hatten und sich deshalb nun nicht mehr impfen lassen wollen. Die Situation ist mit heute nicht vergleichbar“, sagt sie und empfiehlt, sich von solchen Geschichten nicht abschrecken zu lassen.

Auch in der Gemeinschaftspraxis Husum in der Brinkmannstraße wird eifrig geimpft – und das bereits seit August. „Dann ist die Gefahr gering, dass jemand schon durch eine Erkältung geschwächt ist“, begründet Anja Flemming diesen frühen Start zum Ende des Sommers. Die medizinische Fachangestellte ist in der Praxis von Carsten Philipzig und Evelyn Wolff-Kruppa nicht nur für die Blutabnahmen zuständig, sondern derzeit auch verstärkt für das Impfen. Weit mehr als 20 Patienten halten ihr zu diesem Zweck täglich den Oberarm hin. „Eigentlich müssten wir bald mit allen durch sein“, hofft sie, dass dann bei ihr im Labor wieder so etwas wie Normalität einzieht.

Insbesondere Diabetes-Patienten sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems wird der Grippeschutz besonders ans Herz gelegt, weil bei ihnen eine entsprechende Erkrankung unter Umständen einen sehr viel schwereren Verlauf nehmen kann. Hohes Fieber und Lungenentzündung zählen da zu den größten Risiken. Nach wie vor gilt aber, dass das Ansteckungsrisiko durch einfache hygienische Maßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen sowie Husten und Niesen in die Armbeuge oder in ein Einmaltaschentuch deutlich verringert werden kann. Die meisten Mediziner sind sich einig: Wer sich impfen lässt und diese Vorsichtsmaßnahmen beachtet, sollte gut durch den Winter kommen.

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