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Husumer Nachrichten

06. Dezember 2016 | 17:09 Uhr

Schießen mit der OGTS : Immer genau ins Schwarze

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mit Pfeil, Bogen und Luftgewehr: Eine Zwölfjährige ist der Star der Schießkurse, die im Rahmen der Offenen Ganztagsschule angeboten werden.

Konzentrationsfähigkeit ist gefordert sowie eine ruhige Hand – und Kimberley Mies hat beides. Die Zwölfjährige und ihre Erfolge sind die beste Werbung für ganz besondere Nachmittags-Kurse im Rahmen der Offenen Ganztagsschule (OGTS): Seit 2015 können Jugendliche Lichtpunkt- oder Bogenschießen, und in diesem Schuljahr ist noch das Schießen mit Luftdruck ins Angebot aufgenommen worden. Lichtpunkt-Gewehre funktionieren ohne Munition: Nur ein schwacher Laserstrahl wird ausgesandt, der den anvisierten Punkt auf der Zielscheibe aufleuchten lässt. Damit fällt für Lichtpunktschützen die für Sportwaffen geltende Altersgrenze von zwölf Jahren weg.

Kimberley nutzt die ganze Palette: Die Schülerin der Gemeinschaftsschule Husum Nord hat vor einem Jahr mit Lichtpunkt und Bogen begonnen und zu Beginn des neuen Schuljahrs im September Luftgewehr und -pistole in ihr Repertoire aufgenommen. Und hat beim vom Norddeutschen Schützenbund ausgerichteten Schleswig-Holstein-Cup am vergangenen Wochenende in Kellinghusen gleich mal den dritten Platz im Luftgewehrschießen gemacht – in der Gesamtwertung und bei ihrem ersten externen Wettkampf, wohlgemerkt. „Sie ist die, mit der wir bei diesen Kursen angeben können“, so Hans-Peter Wulff, erster Ältermann der Husumer Schützengilde von 1586. Die Gilde organisiert die Kurse für die Volkshochschule, die für das OGTS-Angebot verantwortlich ist – und stellt auch die Betreuung auf der Schießanlage im Heckenweg sicher.

„Schießen ist die einzige Sportart, bei der Lizenzen für die Betreuer vorgeschrieben sind“, sagt Thilo Berg, Vorsitzender des Kreisschützenverbandes. Der 58-jährige Risum-Lindholmer betreut die Kurse in ehrenamtlicher Funktion – „eine sehr zeitaufwändige Tätigkeit, aber wichtig, denn ohne Jugendarbeit geht es nicht“, sagt er. Denn natürlich hofft er, durch die OGTS-Angebote Nachwuchs für die Schützenvereine zu gewinnen.

Bei Kimberley hat das schon geklappt – sie ist jetzt Mitglied der Gilde. Wie sie zum Schießen gekommen ist? „Ich habe mich schon immer für Schusswaffen interessiert“, sagt die Siebtklässlerin. „Mein Vater war Soldat, vermutlich habe ich das von ihm.“ Ihr Berufswunsch allerdings hat mit diesem Interessengebiet und ihrem Talent überhaupt nichts zu tun: „Ich möchte später Synchronsprecherin werden“, so Kimberley. Ihre Ziele im Schießsport sind da noch deutlich näher: die Landesmeisterschaften – und das Kleinkaliberschießen. Dafür liegt die Altersgrenze aber wiederum höher: bei 14 Jahren.

Die jüngsten Teilnehmer an den OGTS-Kursen sind zehn Jahre alt. Doch auch, wenn sie „nur“ Lichtpunkt schießen, gilt für sie: Vor der Praxis kommt die Theorie. „Bevor auch nur ein Schuss fällt, wird der gesamte Sicherheitsteil durchgenommen – wie bei den Erwachsenen“, sagt Berg. Und die Theorie begleitet alle Kurse vom Anfang bis zum Ende, denn es geht nicht nur um den Sport allein: „Schießen trainiert die Konzentrationsfähigkeit, und dadurch werden die Kinder auch besser in der Schule“, erläutert Berg. Das sei durch wissenschaftliche Studien belegt.

Die OGTS-Angebote würden sehr gut angenommen, so Hans-Peter Wulff. „Deswegen haben wir sie jetzt, im zweiten Jahr, ja auch entsprechend erweitert.“ Dennoch seien sie nicht ausgebucht: „Ein paar Plätze sind noch frei.“ Die Nachmittagskurse begleiten das ganze Schuljahr und stehen allen Schülern von Hermann-Tast-Schule, Theodor-Storm-Schule, der Gemeinschaftsschule Husum Nord und der Ferdinand-Tönnies-Gemeinschaftsschule offen.

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erstellt am 14.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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