zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 07:09 Uhr

Idee: Eine Aufbauschule für syrische Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ehemalige Stapelholm-Kaserne in Seeth soll eine „Akademie für Demokratie“ werden

Eine gute Idee – und eine „zukunftsweisende“ noch dazu: Damit sie nach der „Stunde Null“ in ihrem Herkunftsland zur Stabilisierung und zum Wiederaufbau beitragen können, sollen rückkehrwillige Flüchtlinge ausgebildet werden. Darum ging es gestern in der ehemaligen Stapelholm-Kaserne in Seeth, wo sich hochrangige Gesprächsteilnehmer aus dem Land auf Einladung des „Wirtschaftsrates der CDU – Sektion Norddeutschland“ trafen.

Für die Kaserne in Nordfriesland, die seit 2015 nicht mehr militärisch genutzt wurde und zuletzt als Erstaufnahme-Einrichtung diente, ist eine neue Nutzung in der Diskussion. „Nach einem Krieg gehen viele Flüchtlinge wieder zurück, um am Wiederaufbau ihres Landes teilzunehmen“, erklärte dazu Dr. Matthias Hüppauff, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland. „Wenn wir nichts tun, verschenken wir eine Chance und schicken die Flüchtlinge zurück in eine Feudalherrschaft, die weder Wahlkampf noch Pressefreiheit oder eine Regierung, die ohne Bestechung arbeitet, kennt.“ Die ehemalige Kaserne könnte sich in diesem Zusammenhang gut als Standort für eine Wiederaufbauschule eignen. Im Grunde als eine Art „Akademie für Demokratie“, so Hüppauff.

Astrid Damerow, CDU-Landtagsabgeordnete aus Karlum, unterstützt diese Überlegungen: „Der Ansatz der Wirtschaftsförderungsgesellschaft passt genau in die Diskussionen, die derzeit geführt werden – aber wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen.“ Als Zielgruppe des zu schulenden Personenkreises nannte Damerow Flüchtlinge aus Syrien, von denen Schleswig-Holstein zwischen 15  000 und 17  000 aufgenommen habe. „Diese Menschen sind hochmotiviert und sehr integrationswillig. Ebenso aber sind viele von dem Wunsch beseelt, nach Kriegsende in ihre Heimat zurückzugehen – auch mit dem Wissen, das sie hier erworben haben.“ Damerow betonte, dass es sich dabei nicht um eine „Abschiebung durch die Hintertür“ handele.

Es sei wichtig, den rückkehrwilligen Flüchtlingen möglichst viel der deutschen Sprache mit auf den Weg zu geben, sagte Wirtschaftsrats-Geschäftsführer Dr. Bertram Zitscher. „Ideal wäre nicht nur eine Ausbildung, in denen ihnen politische Kenntnisse vermittelt werden, sondern auch das Wissen, wie Demokratie funktioniert.“ Danach müsse es dann in die gruppenweise Ausbildung gehen – zum Elektriker, Maurer und so weiter  .  .  .

Für die Schulungen werden nun private Träger gesucht.

zur Startseite

von
erstellt am 25.Nov.2016 | 18:58 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen