zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

05. Dezember 2016 | 21:42 Uhr

Tourismus in Husum : Husums Zollamt wird zum Hotel

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Jana Loof will im denkmalgeschützten einstigen Bürogebäude ein Budget-Hotel mit 30 Zimmern einrichten.

Wo bis zum vergangenen September Mitarbeiter des für Nordfriesland und Norderdithmarschen zuständigen Zollamts Husum hinter dubiosen Sendungen her recherchiert haben, sollen künftig Husums Gäste schlummern und frühstücken: Vor rund zwei Wochen hat die Husumerin Jana Loof das Gebäude an der Kleikuhle von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gekauft. Die 25-jährige Tochter des Husumer Fisch-Papstes Gerd Loof möchte in dem 1928 erbauten Gebäude ein Hotel einrichten. „Es gibt dafür einen Bedarf in Husum, das Objekt eignet sich als Hotel und die Lage ist gut“, zählt die gelernte Hotelfachfrau die Gründe auf, warum sie diesen Schritt wagen will.

Vergangenen September packten die Mitarbeiter des einstigen Husumer Zollamtes zusammen, seitdem steht das Backsteingebäude an der Kleikuhle leer. Für das Zollamt war das Gebäude zu klein, nicht barrierefrei genug – und vor allem zu sanierungsbedürftig. Die BImA entschied sich, es zu veräußern.

Auf den rund 1000 Quadratmetern Nutzfläche im Inneren des Gebäudes erinnern alte Tresore und Hinweistafeln an die einstige Funktion des Hauses. Wenn möglich, wolle sie Elemente des historischen Baus wie beispielsweise den alten Holzfußboden erhalten, sagt Jana Loof: „Auch der Name bleibt – wir wollen die Verbindung zum Alten Zollamt nicht kappen.“ An die Fassade, die alten Sprossenfenster oder die geschwungene Treppe dürfte sie ohnehin nicht rühren – das Gebäude steht teilweise unter Denkmalschutz.

Wie genau ihr Konzept aussieht, will Jana Loof noch nicht verraten. Nur so viel: Es soll ein Budget-Hotel werden, also keine Vier- oder Fünf-Sterne-Unterkunft. Und die geplanten 30 Zimmer sollen ein junges Publikum ansprechen: „Ich möchte weg vom klassischen Hotel“, sagt Jana Loof, „und der Markt für höherpreisige Hotels ist in Husum ohnehin schon ausgeschöpft.“

Und wann soll’s losgehen? Gerade habe sie als Existenzgründerin Fördermittel in Kiel beantragt, erklärt Jana Loof, derzeit warte sie noch auf eine Antwort. Bis dahin wolle sie ihr Studium als Hotelbetriebswirtin in Hamburg abschließen.

Sie hofft darauf, eventuell in diesem Herbst mit den Umbauarbeiten beginnen zu können, die Eröffnung peile sie dann für das kommende Jahr an. Von Seiten der Husumer Politik habe man schon ein positives Signal hinsichtlich der nötigen Nutzungsänderung erhalten, wirft Vater Gerd Loof ein – der ansonsten aber betont, dass das Hotelprojekt allein Sache seiner Tochter sei.

Dass sie als Mittzwanzigerin nach beruflichen Stationen in Berlin und Hamburg zurück ins beschauliche Husum kommt, hält Jana Loof nicht für außergewöhnlich: „Ich habe immer gesagt, dass ich zurückkommen will. Und irgendwann möchte ich den Betrieb meines Vaters übernehmen“, erklärt sie. Ihre Freunde leben in Husum, ohnehin fühle sie sich hier wohler als in der „trubeligen“ Großstadt. „Trubel wird’s mit deinem Hotel aber auch geben“, sagt ihr Vater. Den zu bewältigen, sagt Jana Loof, traue sie sich zu.Außerdem habe sie ein gutes Netzwerk, ehemalige Arbeitgeber, die ihr zur Seite stünden – und natürlich ihre Familie.

zur Startseite

von
erstellt am 10.Aug.2016 | 11:35 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen