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Husumer Nachrichten

06. Dezember 2016 | 17:05 Uhr

Zankapfel am Dockkoog : Husums Hotel auf Abruf

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Konträre Rechtsauffassung: Das mögliche Ende des Nordseehotels am Dockkoog sorgt für reichlich Konfliktstoff.

Wann muss das Nordseehotel auf dem Dockkoog verschwinden und wie soll das Ganze über die Bühne gehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Manfred Clormann derzeit recht intensiv. Der langjährige Betreiber des 60er-Jahre-Gebäudes in Traumlage hat das Haus 1996 seinem Sohn Marcus übergeben, nimmt an dem Geschick des Hotels aber weiterhin rege Anteil.

Das mögliche Ende des Hotels hängt mit der Neugestaltung des Dockkoogs und den Plänen zur dortigen Deichverstärkung zusammen. Wie das Gelände künftig aussehen könnte, darüber wurde in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses diskutiert. Dort sind von der zuständigen Planungsgruppe vier verschiedene Varianten vorgestellt worden (wir berichteten). Keine allerdings, so Manfred Clormann, beschäftige sich mit dem Nordseehotel. Das Sahne-Grundstück hatte sein Vorgänger einst vom Deich- und Sielverband auf Erbpacht erworben. Im Vertrag stehe, dass der Pächter verpflichtet sei, dort bis 2067 einen Hotelbetrieb anzubieten, sagt der Kaufmann.

Nun aber gibt es den Deich- und Sielverband schon lange nicht mehr, die zuständige Nachfolgeorganisation ist der Landesbetrieb für Küstenschutz. Und dort weist man auf einen weiteren Vertragsinhalt hin: Dass das Gebäude dann verschwinden muss, wenn es aus Gründen des Küstenschutzes nötig wird. Also im konkreten Fall dann, wenn es wirklich an die Umgestaltung des Dockkoogs geht.

Nun vertreten die Clormanns – beziehungsweise deren inzwischen eingeschalteter Rechtsbeistand – die Auffassung, dass man ihnen aufgrund des Erbpachtvertrages das Hotel nicht ohne irgendeine Form von Kompensation wegnehmen darf. Der Landesbetrieb hält sich in der Sache auf Nachfrage der Husumer Nachrichten eher bedeckt. Man werde sehen, dass die eigene Rechtsauffassung „festgeklopft werde“, sagt dessen Chef Johannes Oelerich. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass es bisher ja noch gar keine konkreten Planungen für den Dockkoog gebe.

Eine Tatsache, die Manfred Clormann nicht wirklich tröstet: Vor fünf Jahren habe er erfahren, dass der Landesbetrieb plane, sein Hotel verschwinden zu lassen. Seitdem könne er logischerweise kein Geld mehr investieren, habe auch die geplante Sanierung der Außenfassade gestoppt. Und auch die damaligen Pläne, das Hotel zu verkaufen, seien durch diese Entscheidung obsolet geworden.

Dass das Nordseehotel nun nicht gerade eine Zierde ist, ist ihm bewusst. Doch so lange nicht klar sei, wann überhaupt etwas passieren solle, könnten sein Sohn und er nur tatenlos ausharren. „Wie lange sollen wir denn noch so weitermachen?“ Er wünsche sich von Seiten des Landesbetriebs ein Angebot, „wie die Lage geklärt werden kann“. Bisher, betont er, sei die nämlich noch vollkommen unklar.

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erstellt am 06.Mai.2016 | 11:00 Uhr

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