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Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 05:18 Uhr

Flüchtlinge in SH : Husums Erstaufnahme wird abgebaut – ohne je genutzt worden zu sein

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

500 Container sollten Flüchtlingen Schutz bieten, doch dazu kam es nie. Das weitere Vorgehen soll am Dienstag bekanntgegeben werden.

Husum | Da verschwinden sie wieder: In den vergangenen Tagen wurde damit begonnen, die nie genutzte Husumer Erstaufnahmeeinrichtung auf der Multifunktionsfläche am Engelsburger Weg abzubauen: konkret rund 500 Container. Das Innenministerium bestätigte es am Montag nicht und verwies auf eine heutige Pressekonferenz von Minister Stefan Studt zu diesem Thema.

Studt will über die landesweite Unterbringung der Schutzsuchenden sprechen. Ihre Zahl ist seit März deutlich gesunken. Zum Ende der vergangenen Woche waren laut Innenministerium in zehn Einrichtungen des Landes von knapp 8000 Plätzen nicht einmal 1200 belegt. Fünf Unterkünfte mit 4000 Plätzen stehen leer, zwei wurden im Frühjahr geschlossen. Im Juni kamen 450 Flüchtlinge neu ins Land. Im Februar waren es noch 2000. Insgesamt trafen im ersten Halbjahr 6500 Flüchtlinge ein. Im vergangenen Jahr waren es 55.000, von denen 35.000 hier blieben.

Rund 500 Container werden abgebaut.
Die Container werden auf Lastwagen abtransportiert. Foto: Müllerchen
 

Der Abbau geschieht fast ein Jahr, bevor aufgrund eines Vertrages des Landes mit der Husum Messe & Congress GmbH & Co. KG, der Pächterin des stadteigenen Multifunktionsgeländes, das Gelände hätte geräumt sein müssen: Ansonsten wären die Vorbereitungen für die „Husum Wind“ behindert worden.

1500 Menschen hätten auf dem Gelände eigentlich untergebracht werden können. Die Adresse für Flüchtlinge in der Kreisstadt wurde nie genutzt. Sie war als Puffer gedacht, falls die Kapazitäten der Erstaufnahme in der ehemaligen Stapelholm-Kaserne in Seeth einmal ausgeschöpft gewesen wären. Dort können bis zu 1400 Flüchtlinge untergebracht werden: in festen Unterkünften, aber auch in Containern.

Der Eingangsbereich der Erstaufnahme-Einrichtung in der Stapelholmer Kaserne.
Der Eingangsbereich der Erstaufnahme-Einrichtung in der Stapelholmer Kaserne. Foto: ume
 

Zurzeit leben in Seeth nur 56 Flüchtlinge – betreut von 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des nordfriesischen Roten Kreuzes. Etwa 16 Kräfte von ihnen sollten eigentlich nach einer Hospitation in Seeth nach Husum wechseln. Geschäftsführer Torben Walluks hatte sie vorsorglich eingestellt, um bereits vor der Ausschreibung für die Betreuung der Husumer Einrichtung gut aufgestellt zu sein. Denn in Seeth hatte die Organisation im Sommer 2015 in 48 Stunden startklar sein müssen. Doch auch die Ausschreibung war nie auf den Weg gebracht worden. Bis zum 31. Dezember 2017 läuft der Vertrag mit dem Land für Seeth und dieser Stichtag gilt auch für die Verträge mit dem Personal.

Am Dienstagnachmittag soll Torsten Geerdts, Sprecher des Vorstands des DRK-Landesverbandes, in Kiel über das weitere Vorgehen des Landes informiert werden. Denn die elf Flüchtlingseinrichtungen in Schleswig-Holstein „haben wir unter unserer Fittiche – und die sind jeweils nur zu 13 Prozent ausgelastet“, erklärte auf Anfrage Torben Walluks. Er vermutet, dass deshalb Husum nicht mehr benötigt werde und die hohen Mietkosten für die Container eingespart werden sollen.

Im Husumer Rathaus war man überrascht. „Dazu können wir nichts sagen, weil wir selbst keine Informationen haben“, ließ Bürgermeister Uwe Schmitz nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt ausrichten.

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erstellt am 12.Jul.2016 | 10:30 Uhr

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