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Husumer Nachrichten

05. Dezember 2016 | 01:30 Uhr

Husumer Hafen : Husums ältester Speicher ist abgerissen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Gebäude, in dem das Restaurant „Compass“ am Husumer Hafen untergebracht war, wurde am Freitag (21.) abgerissen. Es soll originalgetreu wieder aufgebaut werden.

Von dem alten Gebäude mit der Adresse Hafenstraße 12 war schon gestern Nachmittag (21. Oktober) nicht mehr viel zu sehen: In den vergangenen Tagen hatte der Abbruchbagger ganze Arbeit geleistet. Bis zuletzt war dort das Restaurant „Compass“ untergebracht.

Viele Passanten blieben an der Baustelle kopfschüttelnd stehen. „Jetzt wird hier bestimmt ein modernes Gebäude hingesetzt“, schimpfte Annegret Hansen. So lange sie sich erinnern könne, sei nie eine Veränderung an dem Gebäude vorgenommen worden. „Und jetzt wird es abgerissen.“

Doch es gibt eine gute Nachricht: „Das Gebäude wird in großen Teilen im Originalzustand wieder errichtet“, sagte Karsten Eggers von der städtischen Bauaufsicht auf Anfrage unserer Zeitung. Einzelne Mauerteile seien feucht und nicht mehr tragfähig, so Eggers weiter. An den Planungen sei die Untere Denkmalbehörde des Kreises beteiligt worden und habe am Schluss schweren Herzens grünes Licht für den Abriss gegeben. „Allerdings mit weitreichenden Auflagen“, wie Eggers betonte. So müssten beispielsweise die alten Maueranker wieder verwendet und in das neue Gebäude eingesetzt werden. Dies gilt auch für den Kranzug am Giebel des Gebäudes. „Das heißt, die Fassadenstruktur des Gebäudes muss originalgetreu aufgebaut werden.“

Das Gebäude an sich stehe nicht unter Denkmalschutz, erklärte Diplom-Ingenieur Hartmut Bergmann vom gleichnamigen Husumer Architektenbüro. Aber der Hafen, wie er weiter ausführte. „Daraus ergibt sich ein Ensembleschutz für die Häuser entlang der Hafenstraße.“ Hierbei handele es sich um eine Gruppe von Gebäuden, die räumlich und architektonisch im Zusammenspiel als historisch erhaltenswert festgelegt worden sind. „Daher müssen alle von außen sichtbaren Veränderungen an Fassade und Dach von der Denkmalbehörde genehmigt werden.“

Elisabeth Mewaldt, Leiterin der Unteren Denkmalbehörde des Kreises Nordfriesland, schätzt die Lage etwas anders ein: „Der untere Bereich des Gebäudes ist bereits stark verändert worden.“ Deshalb falle das Gebäude nicht unter einen besonderen Schutz. „Somit konnten wir den Abriss nicht verhindern“, erklärte Mewaldt. Dennoch konnten sich der Bauherr und die Untere Denkmalbehörde darauf einigen, den Originalzustand weitestgehend wieder herzustellen. Tatsächlich handelt es sich um das älteste Speichergebäude in der Hafenstraße. „Es wurde etwa 1870 errichtet und ist somit älter als der Husumer Speicher.“

Das neue Gebäude wird ohne Keller wieder errichtet und um einen Meter angehoben. „Damit soll die Giebelspitze an die benachbarten Häuser angepasst werden“, sagte der Architekt. Im Erd- und im Obergeschoss werde die Gaststätte „Compass“ wieder eingerichtet. Dies bestätigte auch der Betreiber Martin Krüger. Die feierliche Wiedereröffnung sei für den 22. März kommenden Jahres vorgesehen.

Das hört sich nach einem ambitionierten Zeitplan an. In der Regel benötigen Projekte im Winter eine längere Bauzeit als geplant. Denn nasskaltes Wetter hat schon so manche Bauphasen verlängert.

Bevor Martin Krüger die Gaststätte „Compass“ in Husum eröffnet hat, beherbergte das Gebäude bereits eine Kneipe. „Magge Sönnichsen bot in dem altertümlichen Gebäude Spirituosen und Getränke an“, weiß Krüger zu berichten. Und auch Charly Pentry’s Selbstbedienungsrestaurant soll in diesem Räumen untergebracht gewesen sein.

 

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