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Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 14:41 Uhr

Hitzewelle : Husum planscht sich in den „Sorbst“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sommer im (Früh)-Herbst: Das großartige Wetter lockt die Husumer ans Wasser.

Das Kofferwort „Sorbst“ – also eine Zusammensetzung aus Sommer und Herbst – wurde vor ein paar Wochen noch als abfälliger Begriff für den eher mittelmäßigen Sommer genutzt. Dieser Tage nun mag sich die Wortbedeutung des „Sorbst“ zum Guten wenden: Die Husumer feiern ihren überaus sommerlichen Früh-Herbst. Ein Spaziergang.


Eis-Boom


„Das habe ich noch nicht erlebt: 30 Grad im Herbst in Nordfriesland“, sagt Massimo Vettorel, Besitzer des Eiscafés am Marktplatz. „Das Geschäft boomt – mehr als im Sommer“, sagt der Eis-Experte begeistert, der seit 30 Jahren in Husum wohnt.


Leidende Blumen


So positiv ist Thomas Creutz, Inhaber des Blumenladens in der Krämerstraße, nicht eingestellt: „Die Wärme wirkt sich negativ auf den Verkauf der Schnittblumen aus.“ Das liege zum einen an der geringeren Haltbarkeit der Pflanzen, aber auch daran, dass die Kunden seltener zuhause sind und so weniger kaufen. „Das Außengeschäft mit der Herbstbepflanzung hingegen läuft besser als sonst, da die Leute mehr Zeit im Garten verbringen“, sagt er. Die Blühentwicklung der Pflanzen sei kaum beeinträchtigt. „Wenn der Herbst verregnet ist, ist die Dalien-Zeit vorbei. Aber im Moment ist das perfekte Wetter dafür.“


Shopping bei 30 Grad


In den Mode-Geschäften hängt schon die Herbst- und Winterkollektion. Wer kauft bei 30 Grad Außentemperatur einen Wintermantel? „Manche Teile werden aus Sorge gekauft, sie sind später nicht mehr da“, sagt Christian Rugen, Einkaufsleiter bei CJ Schmidt. Es gebe keinen klassischen Saisonzyklus mehr. Dafür sei das Wetter zu unbeständig. „Wir bekommen jeden Monat neue Ware, die für diesen abgestimmt ist.“ Bei den heißen Temperaturen kämen zwar insgesamt weniger Kunden ins Geschäft, sie hätten aber auch den konkreten Plan, etwas zu kaufen.


Perfektes Badewetter


Auch die Freizeit der Husumer passt sich an. „Bei dem tollen Wetter war ich schon Watt wandern, Rad fahren und am Dockkoog baden“, sagen die drei Jungs, die in der Mittagshitze in Badeklamotten am Hafenbecken sitzen.

Und auch am Dockkoog tummeln sich die Wasserratten. Zu ihnen gehören Karina Söth mit ihren Töchtern Ronja und Eike aus Ahrenviöl. Besonders Ronja genießt den verspäteten Sommer. Noch vor einer Woche stand sie auf Skiern in Neuseeland. „Mit diesen Temperaturen habe ich nicht gerechnet“, sagt die 21-jährige freudestrahlend. Auch die 28-jährige Schwester Eike nutzt die letzten heißen Tage, bevor es nach Köln an die Uni geht. „Hier ist das Paradies“, schwärmt sie. Mutter Karina (58) hat sich extra freie Tage genommen, um mit ihren Töchtern die schönen Tage zu genießen.

Im Freibad in Schobüll ist die Badesaison aufgrund der sommerlichen Wetterlage verlängert worden. „Einen festen Termin zur Schließung haben wir nicht“, erläuterte Badeleiter Holger Clausen. Er habe gewusst, dass die das Badewetter noch kommen wird, schmunzelte er. So lange das Wetter die Gäste ins Freibad locke, bleibe es offen. Winfried Pfalzgraf, Bademeister seit 16 Jahren zeigte sie ebenfalls wie die vielen Badegäste begeistert. „Wir sind das einzige Freibad im Umkreis, das noch geöffnet hat.“

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erstellt am 14.Sep.2016 | 09:00 Uhr

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