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Husumer Nachrichten

25. September 2016 | 00:36 Uhr

Klamme Kassen : Husum berät über Zweitwohnungssteuer

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Husums Finanzausschuss diskutiert am Dienstag darüber, ob Zweitwohnungsbesitzer künftig zur Kasse gebeten werden sollen.

Die Mitglieder des Husumer Finanzausschusses beraten morgen darüber, ob in Husum eine Zweitwohnungssteuer in Höhe von 14 Prozent eingeführt werden soll. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, den angeschlagenen Haushalt der Stadt zu sanieren.

Dass Zweitwohnungssteuern in Zeiten klammer Kassen gern genutzt werden, um den Haushalt ein wenig aufzupolieren, ist nichts Ungewöhnliches – auch für Orte, die weniger touristisch geprägt sind. Eine Zweitwohnungssteuer von 14 Prozent ist im landesweiten Vergleich dabei eher hoch: Die Tourismusorte St. Peter-Ording und Wyk auf Föhr beispielsweise verlangen 12 Prozent von ihren Zweitwohnungsbesitzern, so hoch ist auch der Hebesatz auf Nordstrand. Helgoland und die Gemeinde Sylt nehmen als einzige Gemeinden im Land von ihren „Zweit-Wohnern“ noch mehr: Dort liegt die Steuer bei 15 Prozent.

In der Vorlage, über die die Husumer Ausschussmitglieder beraten sollen, erläutert die Kämmerei unter anderem, wie hoch die zusätzliche Einnahme sein könnte, die die Stadt durch die Einführung dieser Steuer erhalten würde: Bei ungefähr 368 Steuerfällen im Stadtgebiet wären das immerhin knapp 258  000 Euro. Die Kämmerei macht allerdings deutlich, dass es sich hierbei um eine vorsichtige Schätzung handele, da derzeit weder die genaue Anzahl der Husumer Zweitwohnungsbesitzer feststehe, noch deren Jahresrohmiete. Aus letzterer errechnet sich die Höhe der zu zahlenden Zweitwohnungssteuer.

Und wen genau würde die Steuer treffen? Nur Menschen, die ausschließlich aus privaten Gründen ein zweites Haus oder eine zweite Wohnung in Husum unterhalten. Das heißt, leicht vereinfacht, dass beispielsweise Dienstwohnungen von Bundeswehrangehörigen oder Ferienwohnungen nicht unter die Zweitwohnungssteuer fallen.

Über die finanzielle Situation der hiesigen Zweitwohnungsbesitzer schreibt der Husumer Kämmerer: „Zusammenfassend gehe ich davon aus, dass auch in Husum die Zweitwohnungsbesteuerten zu den 25 Prozent der höchsten Einkommensbeziehern gehören.“ Er fügt zudem hinzu, dass es in der Storm-Stadt nicht selten der Fall sei, dass Hauptwohnungen in Husum als Zweitwohnung angemeldet werden, „weil die tatsächliche Zweitwohnung beispielsweise auf Sylt besteht und durch den Tausch zwischen Haupt- und Zweitwohnung eine viel höhere Zweitwohnungsbesteuerung am Urlaubsort vermieden wird.“

Um trotzdem möglichen Zweitwohnungsbesitzern, die sich die Steuer nicht leisten können, entgegen zu kommen, berät der Finanzausschuss auch darüber, eine Art Härte-Regelung in die Satzung mit aufzunehmen. Diese Regelung sollte sich nach Vorschlag der Kämmerei am Nettoeinkommen der Zweitwohnungsbesitzer orientieren. So etwas gibt es in den anderen schleswig-holsteinischen Gemeinden, die eine Zweitwohnungssteuer erheben, bisher nicht.

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erstellt am 19.Sep.2016 | 14:00 Uhr

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