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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 23:30 Uhr

Grossübung der Feuerwehr : Huder können beruhigt schlafen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Übung der Feuerwehr bringt ein erfreuliches Ergebnis. Auch ohne Hydranten kommen die Brandschützer in Hude zum Ziel.

Sirenenalarm am Freitagnachmittag in Schwabstedt und sechs weiteren Gemeinden – und die Frage der Einwohner: Was ist da los? Welche Lage sich vor Ort darstellte, das erkannten die Einsatzkräfte erst beim Eintreffen in der Gemeinde Hude. Dort drangen in der Ortsmitte dicke Qualmwolken aus einem großen Wohnhaus, ein aufgeregter Passant erklärte den zuerst eintreffenden Feuerwehrleuten die Lage: Im Obergeschoss einer der sechs Wohnungen sei ein Feuer ausgebrochen und es seien auch noch Personen im Gebäude. Rasch erkannten die Einsatzkräfte nun, dass es sich um eine Großübung handelte – im Übrigen eine, bei der im Vorwege nichts durchgedrungen war. Vorrangiges Ziel der Übung: Feststellen der Tagesverfügbarkeit in einer Zeit, in der immer mehr Feuerwehren gerade am Tage innerhalb ihrer personellen Lage in Schwierigkeiten kommen. Landauf landab wird darauf eindringlich hingewiesen.

Die gute Nachricht: Die Einwohner dürfen beruhigt sein. Hudes Wehrführer Jörg Hartig, der diese Großübung gemeinsam mit dem Schwabstedter Wehrführer Klaus Uwe Graumann ausgearbeitet hatte, zeigte sich vor Ort zufrieden. „Die Zusammenarbeit der Wehren untereinander klappt sehr gut“, sagte er. Wichtiger Baustein in diesem Zusammenspiel ist die sogenannte Ausrückeordnung der Feuerwehren, die bei der zentralen Leitstelle in Harrislee hinterlegt ist. Im Einsatzfall wird dort bei größeren Einsatzgeschehen Vollalarm für stets mehrere Feuerwehren ausgelöst. Nicht anders jetzt: Insgesamt 38 Einsatzkräfte rückten mit sechs Fahrzeugen an, die jeweiligen Wehrführer verrichteten ihren Dienst als Abschnittsleiter. Rasch drangen Atemschutzgeräteträger in das stark verqualmte Gebäude ein, zusätzlich standen Reservetrupps mit Atemschutz bereit. Auch die Eintreffzeiten können sich sehen lassen: Das erste Fahrzeug rollte nach sechs Minuten an die Einsatzstelle, weitere folgten im Minutentakt.

Das Gebäude selbst bietet derzeit allerdings keinen besonders guten Anblick. Die sechs Mietparteien haben ihre Wohnungen geräumt. Wie Anwohner erzählten, hatte ein Schwabstedter Jugendlicher vor einigen Tage im sozialen Netzwerk Facebook zu einer sogenannten Abrissparty eingeladen – und zahlreiche Personen, sogar aus anderen Bundesländern – hatten sich dazu in der Gemeinde eingefunden. Sehr laut sei es zugegangen, berichteten die Nachbarn, und schließlich habe der Winnerter Hausbesitzer auch Wind davon bekommen. Vier Streifenwagen rollten an und beendeten die Feier.

Die Feuerwehren trugen am Freitag bei ihrer Übung allerdings zu keinerlei weiteren Beschädigungen bei und der „Großeinsatz“ konnte nach zwei Stunden zufriedenstellend abgeschlossen werden. Mit einer außergewöhnlichen Besonderheit hatten die Einsatzkräfte vor Ort noch zu kämpfen: Die Glockenberggemeinde Hude verfügt über keine dezentrale Wasserversorgung – es gibt keine Hydranten. Also mussten die Schläuche bis zur zentralen Zisterne (30 Kubikmeter Fassungsvermögen) und zum Flusslauf der Treene verlegt werden. Entsprechend aufwändig waren dies Arbeiten, bei denen zahllose Schlauchstücke von jeweils 20 Metern aneinandergekuppelt werden mussten. Diese Mengen wiederum waren ebenfalls nur dadurch verfügbar, da mehrere Feuerwehren zur Einsatzstelle ausrückten. Gesamtfazit der beiden Wehrführer: „Es hat sehr gut geklappt. Aber nach wie vor sind Übungen dieser Art notwendig“, so Hartig.

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