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Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 07:52 Uhr

Diskussionen in Einwohnerversammlung : Horstedts Bürger lehnen Wappen ab

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Entwurf für das neue Horstedter Gemeindewappen kam bei den Einwohnern nicht so gut an. Das Wappen erinnert an den sozialistischen Händedruck. Eine Entscheidung soll in der nächsten Gemeindevertreter-Sitzung fallen.

Seit der Gemeinderat vor mehr als einem Jahr für Horstedt die Einführung eines Gemeindewappens beschlossen hat, gab es für den damit beauftragten Arbeitskreis vieles zu bedenken. Lediglich sechs festgelegte Farben stehen für die Gestaltung eines Wappens zur Verfügung und auch in der Symbolik gelten bestimmte Regeln. Mit Unterstützung des Landesarchivs gelang es Michael Hansen, Uwe Jensen und Ilke Christiansen einen Entwurf zu kreieren, den sie kürzlich in fünffacher Ausführung im Gemeinderat vorstellten. Der entschied sich mehrheitlich für eine Variante in den Farben Grün, Blau und Weiß und für die Symbole Windrad, Hufeisen und Händedruck.

Als dieser Entwurf nun in einer Einwohnerversammlung vorgestellt wurde, trat ein, was Bürgermeisterin Karen Hansen insgeheim befürchtet hatte: Der Händedruck fand nicht die erhoffte breite Zustimmung. Dabei gab sich der Arbeitskreis größte Mühe, die Bedeutung der Farben und Symbole zu erläutern und fand auch für den Handschlag gute Gründe: Er soll für das Zusammenwirken der Vereine rund um das Dorfgemeinschaftshaus „Uns Huus“ stehen, für das Zusammengehörigkeitsgefühl im Dorf und nicht zuletzt für die gelungene Kooperation der drei Osterdörfer Horstedt, Arlewatt und Olderup. Das half allerdings wenig. Gleich mehrere Bürger drückten ihr Unbehagen darüber aus. Erinnerungen an den sozialistischen Händedruck kamen dabei ebenso zur Sprache, wie die Frage, ob Hörner als Hinweis auf den nahen Ochsenweg nicht die bessere Alternative wären. Manche Bürger hätten sich das Wappen auch etwas bunter gewünscht.

Nachdem sich immer mehr kritische Stimmen zu Wort meldeten und aus der Versammlung bereits die Abfrage eines Meinungsbildes angeboten worden war, hielt der Arbeitskreis Rücksprache mit der Bürgermeisterin, die kurz darauf verkündete, dass die finale Entscheidung für das Wappen nach einer weiteren Überarbeitung im Rahmen der Gemeindevertreter-Sitzung am Montag (28.) fallen soll.

Dann ging es weiter mit Info zu den aktuellen Entwicklungen in der Gemeinde. So seien die vielen Baustellen ein Beleg dafür, dass der Breitbandausbau in vollem Gange sei. Einen genauen Termin für die Fertigstellung vermochte die Bürgermeisterin noch nicht zu nennen: „Voraussichtlich im Frühjahr“, sagte Karen Hansen.

Sie informierte darüber, dass die Erweiterung des Baugebietes um acht Plätze derzeit kein Thema sei: „Die Landesplanung bremst uns da ein bisschen aus.“ Sie legte den Bürgern ans Herz, die noch heute im Amtshaus in Mildstedt ausliegenden Unterlagen zur B5-Umgehung einzusehen und eventuelle Bedenken schnellstmöglich zum Ausdruck zu bringen. Sie informierte über den Sachstand zur 380 kV-Westküsten-Leitung und den dazugehörigen Bau eines Umspannwerkes und über das regionale Knickschutzprogramm, in dem erstmal Ökologie und Ökonomie sinnvoll miteinander vereint würden.

Als „richtig gut“ bewertete sie die Situation im schulischen Bereich: „Wir haben in Horstedt derzeit 80 Schüler, von denen 16 aus Husum kommen. 15-20 Schülern nutzen täglich den Mittagstisch, 12 die Nachmittagsbetreuung. Den Kindergarten in Olderup, der ebenfalls eine Betreuung von 7 bis 17 Uhr anbietet, besuchen 57 Kinder, von denen 22 dort auch zu Mittag essen“, so Karen Hansen.

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erstellt am 15.Nov.2016 | 07:00 Uhr

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