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Husumer Nachrichten

05. Dezember 2016 | 13:35 Uhr

Grünes Bürgerengagement : Holger Maaß pflanzt sich sein Husum selber bunt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Husumer pflegt in Eigenregie zwei Beete im städtischen Raum - und wünscht sich noch viele Nachahmer.

Husum | Autofahrer sind nicht so gut dran: Sie haben nur einen kurzen Moment beim Abbiegen, um die Blumenpracht an der Ecke Süderstraße/Mönkeweg zu bewundern. Die ist auf zwei Beeten auf städtischem Grund ein Werk von Holger Maaß und einigen seiner Nachbarn aus der Süderstraße. Den Einsatz der Hobbygärtner hat der Bürgermeister nicht nur erlaubt – Uwe Schmitz hat sich sogar für diese Verschönerungsaktion bedankt.

„Ich helfe Opa und pflücke die vertrockneten Blüten ab“, erzählt die siebenjährige Ina und widmet sich wieder eifrig dieser wichtigen Aufgabe. Es ist der Initiator Holger Maaß, der hauptsächlich die Pflege der grünen Oasen übernommen hat.

Entstanden ist das Ganze vor zwei Jahren als Gemeinschaftsaktion von etwa zwölf Husumerinnen und Husumern aus der Vereinigung „Gäle Wuddelstraat“ (Gelbe Wurzelstraße) – so wird die Süderstraße auch genannt. Der Name geht zurück auf die „goldene Erhebungsfeier“ im Jahr 1898: Alle Häuser waren geschmückt – nur an einem großen Adler aus Kupfer fehlten noch Blumen für den Schnabel. Ein alter Mann fand Ersatz in seinem Garten: nämlich ein Bund gäle Wuddeln.

Mit einer „kleinen Umlage“ ermöglichten alle den grünen Anfang: Zunächst wurden Zwiebeln von Tulpen und Osterglocken gekauft und die Rosen, die noch der Kommunale Servicebetrieb Husum gepflanzt hatte, für eine buntere Mischung herausgenommen: Denn Holger Maaß und seinen Mitstreitern – unter ihnen der fast neunzigjährige Hans Peter Petersen – waren auch Pflanzen geschenkt worden. Inzwischen stehen eigene Ableger zur Verfügung.

Heute sind die zwei kleinen Grünflächen wahre Blumenoasen – und das sogar mit besonderen Exemplaren, wie der Schwarznessel. „Sie ist eine fast vergessene Heilpflanze und hat sich wohl selbst ausgesät“, erzählt Holger Maaß. Für ihn sei diese Nessel eine überraschende Entdeckung gewesen. Zu den weiteren Schönheiten in den Beeten gehören Frauenmantel, Flox, Wegwarte, Funkie und Sonnenhut. Für das Auge sollen die Beete das ganze Jahr etwas bieten – dieses Konzept hat der Husumer erfolgreich umgesetzt.

Holger Maaß hat sich das Gärtnern selbst beigebracht – „ich lerne immer noch dazu“. Von Berufs wegen hatte der Rentner mit ganz anderen Themen zu tun – er war 35 Jahre lang Chef der städtischen Bauaufsicht. Für den Tipp eines befreundeten Landwirts ist er immer noch dankbar: Denn Maaß düngt die Beete mit Guano vom Deich – mit getrockneten Schafsködeln. Als er einmal außendeichs in der Mission „Spezialdünger“ unterwegs war, wurde er von einem Urlauber-Paar angesprochen: „Zuerst habe ich behauptet, dass ich die Ködel trocknen und in den Kamin werfen würde – das wäre dann das besondere Nordsee-Aroma.“

„Es ist relativ einfach“, macht Holger Maaß potenziellen freien Gärtnern sowie den Verantwortlichen bei der Stadt Mut, sich für eine bunte graue Stadt am Meer einzusetzen. Denn diesen Hintergedanken hat er durchaus: Mit seinem schönen Projekt möchte Holger Maaß motivieren und aufmerksam machen, dass Husum als beliebter Touristen-Ort ein Mehr an besonderem Blumenschmuck vertragen kann.

Für ihn ist Eckernförde hierfür ein Vorbild – „dort wird es richtig toll gemacht“. Es koste nicht viel – nötig sei nur etwas Fantasie. Und so wünscht sich Maaß auch eine fantasievollere Bepflanzung auf Storms Grab, das ja viele Gäste besuchten. – Dazu passt, dass der Dichter ein großer Natur- und Gartenfreund gewesen war und gern Lavendel und Levkojen beschrieben hat.

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erstellt am 17.Aug.2016 | 00:00 Uhr

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