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Husumer Nachrichten

07. Dezember 2016 | 21:22 Uhr

Analog zu Helgoland : Hilfen für Insel-Schüler angepeilt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Insel- und Halligkinder, die andernorts weiterführende Schulen besuchen müssen, sollen Beihilfen erhalten wie auf Helgoland. Die Kreispolitik pocht auf den Gleichheitsgrundsatz.

Gleiche Chancen für alle. Dieser Grundsatz muss auch für jene Insel- und Halligkinder gelten, die weiterführende Schulen auf dem Festland besuchen. Das steht für Nordfrieslands Kreispolitiker außer Frage. Handlungsbedarf sehen sie, nachdem die Landesregierung ein „Helgoland-Stipendium“ beschlossen hatte. Damit erhalten Familien der Hochsee-Insel vom kommenden Schuljahr an eine finanzielle Unterstützung von bis zu 300 Euro im Monat für alle Kinder, die ein Gymnasium auf dem Festland besuchen. Bezahlt wird dies zu gleichen Teilen vom Land, dem Kreis Pinneberg und der Gemeinde Helgoland.

Und was ist mit Schulkindern von den Halligen, Pellworm oder Amrum? Hier muss der Gleichheitsgrundsatz gelten, ist man sich im Kreistag einig. „Das macht Sinn“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Manfred Uekermann. Schließlich gehe es um Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Dass der Teufel wie so häufig im Detail steckt, zeigte sich jedoch, als es darum ging, das Anliegen in einen Beschluss einmünden zu lassen. Während CDU, FDP und Grüne es in einer Resolution mit der Forderung an die Landesregierung bewenden ließen, wollte der SSW gleich Nägel mit Köpfen machen: Um eine Lösung analog zu Helgoland zu finden, solle die Kreisverwaltung konkrete Verhandlungen mit dem Land, aber auch den Insel- und Halliggemeinden aufnehmen. Und: Der Kreistag solle die entsprechende Förderung beschließen und schon vom Schuljahr 2016/17 an auch die entsprechenden Mittel bereitstellen. „Wenn wir es ernst meinen, müssen wir auch konsequent sein“, erklärte SSW-Fraktions-Chef Ulrich Stellfeld-Petersen.

Sein SPD-Kollege Thomas Nissen trat hingegen etwas auf die Euphoriebremse: „Das Helgoländer Modell kann nicht eins zu eins auf Nordfriesland übertragen werden“ – zumal es gymnasialen Unterricht auf Sylt und Föhr gibt und Amrumer Kinder keine Festlandsschule, sondern die Föhrer Eilun Feer Skuul besuchen.

Landrat Dieter Harrsen machte überdies darauf aufmerksam, dass schon heute – auch mit Beteiligung des Landes – Beihilfen gewährt werden und diese teilweise sogar höher ausfallen als die in Aussicht genommenen 300 Euro. „Helgoland wird nicht bevorzugt, im Gegenteil – dort wird nachgezogen“, sagte er.

Nun soll Gründlichkeit vor Eile stehen: Vor einem Kreistags-Votum soll der Bildungsausschuss das Thema nach der politischen Sommerpause zunächst mit all seinen Facetten aufarbeiten, vielleicht sogar in einer Sondersitzung.

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erstellt am 20.Jul.2016 | 08:00 Uhr

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