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„Christoph 42“ : Hilfe, die von oben kommt: Ein Arzt im Rettungshubschrauber erzählt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Intensivmediziner Andreas Glück ist bei Notfällen in Nordfriesland schnell vor Ort – mit dem Rettungshubschrauber „Christoph 42“.

Husum | Zwei Kriterien zeichnen Dr. med. Andreas Glück aus: Physische und psychische Belastbarkeit. Die braucht er auch bei seiner Arbeit für die DRF Luftrettung: Er ist Arzt an Bord des Rettungshubschraubers „Christoph 42“, der bei Notfällen wie Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Unfällen im Straßenverkehr zum Einsatz kommt.

Die Crew des Helikopters besteht aus einem Piloten und einem Rettungsassistenten. Diese sind bei der DRF Luftrettung fest angestellt, während der Arzt von einer Klinik gestellt werde, erläutert Glück. Für Rendsburg, dem Standort von „Christoph 42“, gäbe es eine feste Crew von sechs Ärzten, die dort im Wechsel ihren Dienst freiberuflich leisteten.

Drei Mal im Monat habe er für zwölf Stunden Notdienst, wobei Wunschtermine im monatlichen Dienstplan Berücksichtigung finden. Glück selbst wohnt in Husum: Er ist als ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes beim Kreis Nordfriesland angestellt und dort für die medizinischen Standards, die Ausbildung und Festlegung von Maßnahmen und Medikamenten sowie für das Beschwerde-Management des Klinikums Nordfriesland zuständig.

„Wann ,Christoph 42‘ zum Einsatz kommt, entscheidet die Leitstelle in Harrislee“, sagt Glück. Je nach Schwere eines Notfalls werde von dort die Entsendung von Polizei, Feuerwehr, Notarzt oder gleich der Start des Rettungshubschraubers, veranlasst. Glück macht klar: „Notarzt ist ein Stress-Job – und ein Einsatz Hochspannung.“ Zuerst verschaffe er sich vor Ort einen Gesamtüberblick und entscheide über die wichtigsten Sofortmaßnahmen. „Das Rettungsprogramm läuft dann wie von selbst ab und die ärztliche Routine beginnt.“

Natürlich reagiere die Seele auf den Anblick blutiger Szenarien oder von Kindern mit schweren Verletzungen. „Ich muss schnelle Entscheidungen treffen, wobei ich ständig gegen die Zeit arbeite“, stellt der Internist mit Spezialisierung zum Intensiv- und Notfallmediziner seinen Arbeitseinsatz dar. „Die Verantwortung aller medizinischen Entscheidungen trägt allein der Arzt an Bord, der auch entscheidet, welches Krankenhaus angeflogen wird.“

Danach erfolge die lückenlose Überwachung des Patienten bis zur Landung am Zielkrankenhaus. Und dann käme das, was nirgendwo fehlen dürfe: Die Büroarbeit, das heißt die medizinische Dokumentation des Rettungseinsatzes.

Zum Ausgleich geht Glück schwimmen und ist mit dem Rad unterwegs, wobei ihm das flache Land rund um seine Heimatstadt sehr entgegenkommt. Und er ist Film-Fan: „Damit habe ich mit dem Husumer Kino-Center einen Erlebnisraum besonderer Art gefunden“, sagt er. „Genau der richtige Ort, um zur Entspannung in eine andere Welt abzutauchen.“

Im Jahr 2016 leisteten die rot-weißen Luftretter aus Rendsburg und Niebüll – hier steht ein weiterer Rettungshubschrauber – stolze 2596 Mal Hilfe in Notfällen. „Christoph 42“ war 1483 Mal unterwegs, um Menschen schnelle medizinische Hilfe zu bringen. Die Einsätze des Helikopters vom Typ EC  145 sei unverzichtbar für die Notfallversorgung der Bevölkerung im Land, so Glück. Hubschrauber eignen sich besonders für Verlegungs-Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken und von Inseln und Halligen zum Festland.

„Ein weiterer Vorteil ist, dass der Helikopter rund um die Uhr, also auch in der Nacht einsetzbar ist und somit für den Transport von Risikopatienten ideale Bedingungen bietet.“ Dem hohen Anspruch an mobile Rettungsgeräte würde der Hubschrauber dadurch gerecht, dass er als fliegende Intensivstation ausgestattet und mit einer erfahrenen Besatzung besetzt sei, ergänzt der engagierte Mediziner.

Und Resonanz gibt es auch: „Es ist immer wieder erfreulich, von ehemaligen Patienten zu hören, die in regem Kontakt zur DRF Luftrettung stehen. Für die Helikopter-Crews ist das eine schöne Geste und Bestätigung ihrer Arbeit“, sagt Glück erfreut. Der Name des Hubschraubers, so fährt er fort, käme übrigens von St. Christopherus: „Das ist der Schutzpatron der Reisenden.“

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erstellt am 10.Apr.2017 | 13:00 Uhr

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