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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2016 | 13:07 Uhr

Eine gute Hausgemeinschaft : „Hier wohnen keine Reichen“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein Wohn- und Geschäftskomplex der Tondern-Stiftung in Bredstedt ist feierlich eingeweiht worden. Bürgermeister Knut Jessen freut sich über diese „Belebung der Osterstraße“.

„Es ist vollbracht“, sagte Bredstedts Bürgermeister Knut Jessen sichtlich entspannt vor geladenen Gästen. In seiner Funktion als Vorsitzender des Vorstandes der Elsbeth und Werner Tondern Stiftung hatte er gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Stiftungsrates, Torsten Nissen, zur Eröffnung des in zweieinhalb Jahren entstandenen Wohn- und Geschäftskomplexes an der Osterstraße in den „Tondern-Treff“ eingeladen. „Ich begrüße zuallererst die Hauptpersonen, unsere Bewohner und die beiden Kümmerinnen des Treffpunkts, Ute Petersen und Dörte Stöber. Sie alle füllen die Räume gemeinsam mit Leben“, so Jessen. Es freue ihn, dass eine richtig gute Hausgemeinschaft entstanden sei. Viel werde unternommen. Der Grillabend vor wenigen Tagen habe ihm das besonders deutlich gemacht. Dass im Domizil ein solches Miteinander passiere, sei nicht zuletzt auch durch die Laubengänge im Innenhof entstanden. Man treffe sich, schnacke zusammen und manche spontane Aktion entstehe. Daran hätten maßgeblichen Anteil – auch was die Überzeugungsarbeit bezüglich der baulichen Besonderheit betreffe – die anwesenden Planerinnen Ursula Limbrecht und Luise Haß vom Architektenbüro Frank Böckenholt und Helge Horstmann.

„Durch den Abriss des früheren Möbelhauses Tondern und den Neubau mit 20 barrierefreien Wohnungen inklusive Geschäftsräumen für das Reisebüro und den Treffpunkt, ist etwas Gutes entstanden, das mit zur Belebung der Osterstraße beiträgt. Das Gebäude fügt sich gut in die Häuserzeile ein“, so Jessen. Er freue sich, dass auch der Chef der Kommunalaufsicht, Harry Schröder, gleichzeitig in seiner Funktion als Aufsicht für die Stiftung, sowie die stellvertretende Kreispräsidentin Margarethe Ehler, sein Amtsvorgänger Uwe Hems, sowie Vertreter der am Bau beteiligten Unternehmen, mitfeierten.

„Hier wohnen keine reichen Leute, die ihre Häuser verkauft haben und sich ein gutes Leben machen“, erklärte er. Mindestens zehn von den derzeit zwanzig Mietern erhielten ganz normale Rentenbezüge, fünf davon seien zudem Grundsicherungs-Empfänger. „Alle zahlen ortsübliche Mieten. Darauf hat die Stiftungsaufsicht ein Auge“, so Jessen. Von den erwirtschafteten Erträgen würde der festgeschriebene Zweck der Stiftung erfüllt, nämlich Förderung der Altenhilfe und damit Gutes zu tun, dazu gehörten auch Zuschüsse für Seniorenfahrten aller Gemeinden im Bereich des Amtes Mittleres Nordfriesland. Der Vorsitzende des Stiftungsrates, Torsten Nissen, blickte zurück. Im April 2011 habe alles mit der Anerkennung der Stiftung durch das Land begonnen. Grundlage war die testamentarische Verfügung der verstorbenen Kaufleute Werner und Elsbeth Tondern. Nachdem das Möbelhaus nicht mehr weiter geführt werden konnte, seien von den fünf Immobilien des Stiftungsvermögens vier verkauft worden. Auf dem jetzigen Areal entstand dann der Neubau als Kapitalanlage zur Erwirtschaftung von Erträgen zur Finanzierung von Förderungsmaßnahmen. Mitte Juni 2015 zog ein Reisebüro ein. Die ersten Mieter folgten im August. Seit Jahresbeginn ist der Tondern-Treff aktiv. „Er soll Ort der Begegnung und somit öffentlich sein“, so Nissen. Er stellt keine Konkurrenz zu anderen Organisationen dar, sondern soll Unterstützer sein. Er ist Gastgeber für Veranstaltungen von Vereinen. Etabliert haben sich bereits Sing- und Spielenachmittage oder Frühstücke für Bewohner. Bisherige Fördermaßnahmen waren: Zuschüsse zur energetischen Sanierung der Altenwohnungen Rungholtstraße, zum Mehrgenerationen-Spielplatz im Sparkassen-Park, und zu Seniorenfahrten.

Die stellvertretende Kreispräsidentin beglückwünschte die Akteure. Der Lichtbildervortrag von Hans-Peter Nissen vom Verein für Bredstedter Geschichte und Stadtbildpflege über die Entwicklung der Osterstraße kam nicht nur gut an, sondern sorgte bei manchen Gästen für Aha-Erlebnisse. Es folgte die symbolische Schlüsselübergabe an den Bürgermeister.

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