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Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 18:45 Uhr

Auszeichnung für Bredstedterin : Hier ist das Paradies der Bienen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der bienenfreundlichste Garten Schleswig-Holsteins befindet sich in Bredstedt. Catharina Staupe freut sich über die vielen Insekten in ihrem Kleinod und wird dafür auf der Landesgartenschau ausgezeichnet.

Catharina Staupe hat den bienenfreundlichsten Garten in Schleswig-Holstein – zumindest wenn es nach der Jury des Wettbewerbs „Bienenfreundliches Gärtnern – Schleswig-Holstein blüht auf“ geht, der in diesem Jahr erstmals stattfand. Die Gewinnerin hatte im Frühjahr von dem Aufruf des Landesverbandes „Schleswig-Holstein der Gartenfreunde“ und der Initiative „Deutschland summt!“ gehört, und sich gleich beworben. „Ich musste eigentlich nichts machen, in meinem Garten summt es immer“, sagt die 74-Jährige. So setzte sie sich scheinbar problemlos gegen ihre 29 Mitbewerber durch. Am Sonnabend, 1. Oktober, wird sie auf der Landesgartenschau in Eutin für ihren Garten ausgezeichnet. „Positive Werbung ist immer gut“, sagt Staupe, die sich freut, dass Bredstedt dadurch auch überregional in die Medien kommt.

Der Wettbewerb soll auf die Bedürfnisse und Lebensweise der rund 300 in Schleswig-Holstein vorkommenden Wildbienenarten aufmerksam machen. Die Hälfte davon steht auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten, dabei sind sie wichtig für die Bestäubung. In Zeiten intensiver Landwirtschaft wächst daher die Bedeutung von Gärten wie dem von Catharina Staupe.

Seit 19 Jahren hat sie ihre Parzelle im Kleingartenverein „Wittenburg“ an der Dörpumer Straße. 40 unterschiedliche Staudenarten, verschiedenste Blumensorten, Kräuter, Tomaten, Rote Bete, Kartoffeln und sogar Mais wachsen in ihrem Garten – und auch Nisthilfen für Insekten und Vögel sind zuhauf vorhanden. Ihre Parzelle wirkt auf den ersten Blick chaotisch und mit Pflanzen überfüllt. Kein Vergleich zu den aufgeräumten Gärten nebenan, wo es scheint, als seien Rasen und Hecke mit der Nagelschere geschnitten worden. „Ein gestylter Garten ist nichts für mich“, sagt Staupe. Andere könnten aber auch mit ihrem Garten nichts anfangen. Aber auch in der Parzelle der Bredstedterin hat alles seinen Platz und ist durchdacht angelegt.

Die gelernte Schneidermeisterin hält sich in ihrem Garten fit und macht alles allein. So überrascht es nicht, dass man Staupe hier fast täglich antrifft – egal zu welcher Jahreszeit. „Zu tun gibt es immer etwas.“ So plant sie schon wieder Veränderungen.

Ihr Geheimrezept für den bienenfreundlichen Garten: „Keine Herbizide, Kompost und Naturdünger nutzen und immer etwas Blühendes.“ Vom Frühjahr bis in den Herbst blühe es bei ihr. So hätten auch Wildbienen immer einen Anflugplatz. So nistet bei ihr unter anderem die Blattschneiderbiene, die sich in Hohlräumen niederlässt und diese mit Blattstücken „tapeziert“. Über die Jahre hat sich Catharina Staupe ihr Fachwissen angeeignet und ist in Sachen Garten mittlerweile auch als Kreisfachberaterin tätig. Liebe und Interesse am Gärtnern kommen bei der Rentnerin nicht von ungefähr. „Mein Großvater war Missionsgärtner in Breklum.“ Zehn Tage war sie zuletzt bei der Gartenschau. 200 Gläser Marmelade hatte sie mit. Gegen eine Spende für Kinder mit Brandverletzungen, konnten Besucher die selbstgemachte Konfitüre mitnehmen.

Ist die Hobby-Gärtnerin nicht im eigenen Garten oder auf der Gartenschau, bringt sie als Trachtenbeauftragte Interessierten das Nähen bei. Wenn sie heute ihr Preisgeld erhält, möchte die 74-Jährige nicht etwa neue Stauden kaufen, sondern sich ein Navigationsgerät für ihr Auto leisten. „Ich verfahre mich ständig und darüber machen sich schon alle lustig. Da muss ich jetzt handeln.“ Ansonsten hofft sie auf ein paar frische Stauden für ihren Garten. „Am Montag findet in der Gartenkolonie eine Staudenbörse statt.“

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erstellt am 01.Okt.2016 | 10:00 Uhr

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