zur Navigation springen
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Husumer Nachrichten

25. April 2014 | 09:56 Uhr

Eröffnung "Husumer Kaufhaus" - Hertie ist tot, aber das Kaufhaus lebt weiter

vom

Nach einem halben Jahr Leerstand geht es am Donnerstag wieder los. Dann öffnen die Geschäfte im "Husumer Kaufhaus" an der Großstraße.

Husum | Peter Cohrs sprach auf Hochdeutsch aus, was in den vergangenen Monaten meist auf Plattdüütsch zu hören war: "Dor muchen wi nich mehr op kieken." Gemeint war das leer stehende Hertie-Gebäude. Doch mit Blicken ließ es der C. J. Schmidt-Chef nicht bewenden. Er suchte Kontakt zum insolventen Besitzer der Immobilie, Dawnay Day. Die Idee: Den hässlichen Leerstand zu beenden "und wieder Leben in die Stadt zu bringen".

Anzeige
Anzeige

"Die Verhandlungen gestalteten sich zunächst schwierig", blickt Cohrs zurück und verweist angesichts weit verzweigter Konzern-Strukturen auf einen Wust von Zuständigkeiten. Außerdem hatte die Makler-Firma kein wirkliches Interesse an einer Vermietung: "Die wollen verkaufen." Der Durchbruch kam, als Cohrs Kontakt zur Londoner Firmen-Zentrale bekam. Man einigte sich auf einen Mietvertrag. Der umfasst zwar nur Zweidrittel der unteren Etage und den Parkplatz, aber das tut der Aufbruchstimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Mit Gunnar Rathmann und Björn Kinsky, die bis zuletzt im Eingangsbereich der Hertie-Filiale ausgeharrt hatten, fand Generalunternehmer Cohrs zwei von sieben willigen Mitstreitern. Und so soll Hertie bereits am Donnerstag, zwei Tage vor dem Krokusblütenfest, unter dem Namen "Husumer Kaufhaus" wiedereröffnet werden.

Mit dabei sind neben Schlachter Kinsky sowie Tabak- und Süßwarenwaren Rathmann Inga Schraga (Wind-Sportswear), Kim Ketelsen (türkische Spezialitäten), Ingo Jacobsen (Elektrogeräte), Wirjan Vriesema (Waffeln und Imbiss) sowie Beret und Ingwer Petersen (Erdbeeren/Obst). Ferner wird "Das Schnäppchen" in den ersten vier Wochen Preisknüller aller Art anbieten.
Gebäude bleibt Verkaufsobjekt

"Uns ist natürlich klar, dass wir nicht das komplette Sortiment von Hertie ersetzen können", sagt Cohrs. So werden die Kunden zum Beispiel auf Tonträger, Spiel- und Schreibwaren verzichten müssen. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen. Weil das Gebäude nach wie vor verkauft werden soll, hat der Mietvertrag eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Dadurch seien kaufmännische Investitionen nur bedingt planbar, erläutert Cohrs. Und deshalb wurde auch ein Großteil des Inventars mit übernommen. Insgesamt wird die Verkaufsfläche im Untergeschoss rund 1500 Quadratmeter umfassen, und im Gegensatz zu Fahrstuhl und Rolltreppen soll der Parkplatz mit seinen 150 Stellplätzen reaktiviert werden. In der ersten Stunde ist das Parken kostenlos.

Insgesamt werden im "Husumer Kaufhaus" 35 neue Arbeitsplätze geschaffen. "Etwa die Hälfte davon sind Vollzeitstellen", sagt Cohrs. Auch drei frühere Hertie-Mitarbeiter sind an Bord. Und mit Sigrid Loch konnte eine ehemalige Hertie-Abteilungsleiterin, die im Rendsburger Haus "für beinahe alles" zuständig war, gewonnen werden. Die Kunden sollen mit vielen Sonderangeboten und Preisknüllern bei Laune gehalten werden, kündigen die acht Kaufleute an, derweil Cohrs noch einmal ausdrücklich ihren "Unternehmergeist" lobt, aber auch die Stadtwerke, die sich sehr kooperativ gezeigt hätten.
"Wir sind zusammengerückt"
"Die Stimmung ist gut", bestätigt Gunnar Rathmann und freut sich, dass es wieder vorangeht. "Wir sind zusammengerückt." Auf die Frage, ob am Donnerstag noch irgendetwas Größeres geplant sei, antwortet Cohrs mit einem vielsagenden Lächeln: "Das Eröffnungsprogramm ist, dass wir eröffnen." Angesichts der vielen Städte, in denen Hertie-Filialen nach wie vor geschlossen seien, sei das doch Nachricht genug. Und dann stehe da ja auch noch das Krokusblütenfest ins Haus.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Supermarkt-Kette "Kaufland" offenbar kein Interesse an der Hertie-Immobilie mehr hat. Das war gestern auf Nachfrage vom stellvertretenden Bürgermeister Lothar Pletowski zu erfahren.

von Rüdiger Otto von Brocken
erstellt am 16.Mrz.2010 | 06:14 Uhr

Diskutieren Sie mit.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Bild Ziele für Marschbahn - Mehr Takt und Tempo

Auf der Marschbahn stehen Verbesserungen an. Die reichen laut Fahrgastverband Pro Bahn jedoch nicht aus. Ziel müsse es sein, mindestens in der Hochsaison tagsüber durchgängig im 30- Minuten-Takt zwischen Westerland und