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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 06:46 Uhr

Neues Einkaufszentrum in Planung : Hertie in Husum: Heute endet eine Ära

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das letzte Kapitel wird zugeklappt: Mit dem Schluss des Räumungsverkaufs im Husumer Kaufhaus endet auch die Geschichte des früheren Hertie-Gebäudes.

Husum | Am Donnerstag können die Kunden noch ein allerletztes Mal die Restbestände durchwühlen und Hosen, Hemden und Jacken zu fast unschlagbar günstigen Preisen erstehen. Am Abend schließt das ehemalige Hertie-Haus seine Tore dann endgültig.

Die Insolvenz von Hertie im Jahr 2009 traf sieben Städte in Schleswig-Holstein, in denen sich der Kaufhaus-Konzern mit Geschäften niedergelassen hatte. Das Schicksal der Standorte verlief unterschiedlich.

Sieben Wochen hat der Total-Räumungsverkauf im Husumer Kaufhaus gedauert. Unter Aufsicht von Christian Rugen, Einkaufsleiter im Modehaus C. J. Schmidt, wurde die Ware immer wieder neu reduziert und abverkauft, bis von 30.000 Teilen schließlich nur noch wenige da waren. „Was wir uns vorgestellt haben, hat geklappt. Wir können zufrieden sein“, so Rugen. Die Räumungsbilanz wird nach Stückzahlen berechnet – 500 Teile zum Beispiel reichen nicht mehr, um Kunden anzulocken. Was am Ende übrig ist, wird eingelagert und nächstes Jahr bei C. J. Schmidt angeboten. Die Ware der größten Lieferanten wurde bereits im Vorfeld ins Angebot des Modehauses integriert. „Der Kunde soll das Gefühl haben, das Husumer Kaufhaus lebt weiter“, sagt Rugen.

Bis Mitte September soll das Gebäude komplett leer sein. Metall-Kleiderständer, Euro-Paletten und Regalbretter werden vom Mutterhaus übernommen, verkauft oder entsorgt. „Unser Ziel ist es, alles schier zu bekommen.“

Der Warenbestand ist nun fast geräumt. Drei große „Eskalationsstufen“ gab es, und seit zwei Wochen wurde die Ware täglich reduziert. „Dort, wo sich nichts bewegt hatte, ging es runter zur nächsten Preisstufe“, sagt Rugen. Die Verantwortlichen hätten sich gegen Pauschalrabatte wie beispielsweise „50 Prozent auf alles“ entschieden. „Dem Kunden sollte es so einfach wie möglich gemacht werden“, sagt der Einkaufsleiter. Deshalb prangten glatte Preise über den Kleiderständern: „Zehn, fünf, drei, zwei, ein Euro.“ Einige Kunden seien sogar täglich gekommen, um nach den Preisen zu schauen.

„Natürlich tut es weh, die Ware unter Wert zu verkaufen“, sagt Rugen. „Wir sind aber nicht hier, um Umsatz zu machen, sondern um den Laden leer zu bekommen.“

Nach der Räumung kann der Abriss des Gebäudes aus den 60er Jahren beginnen, das nacheinander von Grimme, Karstadt und Hertie betrieben wurde. An seiner Stelle soll das Husumer Shopping-Center entstehen.

 
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erstellt am 01.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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