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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2016 | 12:56 Uhr

Sauna in Schobüll : Heiße Debatte

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vertreter des Husumer Ortsteils fühlen sich durch die geplante Schließung der Einrichtung abgehängt und wollen für deren Erhalt kämpfen.

Wenn Schobülls Saunagänger auf den Husumer Bürgermeister und die Frau treffen, die für die Gebäude der Stadt zuständig ist, wird es hitzig – und dazu muss der Saunaofen gar nicht erst eingeschaltet werden. Im 2007 eingemeindeten Ortsteil kochte in den vergangenen Wochen die Stimmung hoch, weil die Stadt kein Geld mehr in die Schobüller Sauna stecken will. Nun kündigte Pächter Christian Czock auch noch an, dass der nach seinen Angaben defizitäre Treffpunkt nicht erst zum Jahresende, sondern schon zum Ende dieses Monats geschlossen wird.

Die Saunagänger und Mitglieder der Schobüller Vertretung empfinden das als Schlag ins Gesicht – und befürchten, dass die Schließung der Sauna der Anfang vom Ende weiterer Schobüller Einrichtungen sei. Gegen den Vorwurf, in dem 1600-Einwohner-Ortsteil „den Tod auf Raten“ zu initiieren, verwahrte sich Bürgermeister Uwe Schmitz, der am Donnerstag mit Gebäudemanagerin Christine Friedrichs der Sauna-Bewegung einen Besuch abstattete.

Die Haltung der Sauna-Befürworter im zeitweise recht emotional geführten Gespräch lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die Sauna könne problemlos rentabel bewirtschaftet werden – dafür müsse man schlicht einen Pächter finden, der etwas Werbung für die Einrichtung mache und zumindest dafür sorge, dass diese auch im Internet zu finden ist. Die Kosten, die die Stadt dafür veranschlagt, um die Sauna weiter betriebsfähig zu halten – rund 45.000 Euro – seien viel zu hoch gegriffen. So müsse die rund 40 Jahre alte finnische Sauna gar nicht ausgetauscht werden, wie von der Stadt gefordert, (Kostenpunkt: 38.000 Euro), sondern könne erst einmal weiter genutzt werden. „Wir können die Sauna doch mit Minimalaufwand so lange weiter betreiben“, schlug Isabell Thomsen, die Vorsitzende der Schobüller Vertretung, vor.

Um den Wünschen Nachdruck zu verleihen, übergab die Schobüllerin Inge Andresen dem Bürgermeister 413 Unterschriften für den Erhalt der Sauna.

Schmitz und Friedrichs bewerten die Lage dagegen etwas anders: Die Stadt als Eigentümerin sei haftbar, wenn in der alten Sauna etwas passiere. Und die sei in einem Zustand, dass man dieses Risiko nicht mehr eingehen könne. „Wir können da nicht einfach ein Auge zu drücken, das geht nicht“, erklärte Schmitz. Überlegungen, ob und wie man einen neuen Pächter gewinnen könnte, seien schön und gut, erübrigten sich aber, da die Stadt nicht bereit sei, weiter Geld in die Sauna zu stecken.

Zugleich erinnerte er daran, dass geplant sei, den ganzen Schwimmbadbereich in ungefähr fünf Jahren zu überplanen und dann einen mittleren Millionenbetrag zu investieren, so dass Schobüll ein attraktives, neues Schwimmbadgelände erhält. Zudem versicherte der Bürgermeister, dass die Stadt das Freibad so lange weiter in Schuss halten werde, bis es zur Neugestaltung der Fläche komme. Außerdem erinnerte Schmitz daran, dass sich die Politik gerade fraktionsübergreifend dafür ausgesprochen habe, für viel Geld die Schobüller Grundschule zu sanieren – es könne also keine Rede davon sein, dass sich die Stadt nicht für diesen Ortsteil engagiere.

So wirklich zufrieden zeigten sich die Sauna-Befürworter rund um Inge Andresen mit diesen Ausführungen nicht. Sie forderten unter anderem, dass die Verwaltung durch ihre Techniker und Tischler noch einmal prüfen lassen solle, ob die Sauna nicht auch günstiger saniert werden könne. Schmitz sagte zu, die Zahlen erneut kontrollieren zu lassen. Zudem deuteten die Mitglieder der Schobüller Vertretung an, sich mit ihrem Anliegen an die Husumer Politik zu wenden – in der Hoffnung, dass die Schließung per politischem Mehrheitsbeschluss verhindert werden könnte.

 

 

 

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erstellt am 15.Okt.2016 | 15:00 Uhr

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