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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 11:57 Uhr

Kreis Nordfriesland : Hattstedt will Zentrum für autonomes Fahren werden

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Klimaschutzmanager des Kreises Nordfriesland informiert die Hattstedter Gemeindevertretung über das autonome Fahren. Erste Fahrten sollen 2017/18 beginnen, auch in Wohngebieten.

Hattstedt | Noch ist es Zukunftsmusik, die Idee des „Autonomen Fahrens“. Doch in einem Vortrag, dem die Hattstedter Gemeindevertreter zu Beginn ihrer Sitzung aufmerksam folgten, klang das alles gar nicht mehr nach ferner Zukunft. Der Klimaschutzmanager des Kreises Nordfriesland erklärte die fünf Level des Autofahrens, angefangen beim Einsatz von Tempomaten über die Nutzung von Assistenzsystemen bis zum Fahren ganz ohne Fahrer. „Derzeit“, so Gunnar Thöle, „werden Fahrzeuge bis Level 3 zugelassen.“ Heißt: Der Fahrer muss das System auf der Autobahn nicht mehr dauernd überwachen, der Wagen hält selbstständig die Spur, blinkt und führt Spurwechsel durch. Im Level 4 übernimmt das System dauerhaft die Führung, der Fahrer kann aber noch eingreifen. Erst im Level 5 ist außer dem Festlegen des Ziels kein menschliches Eingreifen mehr nötig. „An dem Punkt können auch Menschen Auto fahren, die keinen Führerschein haben“, so Thöle.

Beispielhaft stellte er den selbstfahrenden Navja-Bus eines Schweizer Pilotprojektes vor – ohne Lenkrad, Brems- oder Gaspedale. „Solche Fahrzeuge wollen wir in absehbarer Zeit auch in Nordfriesland testen“, sagte er. Details dazu lieferte Sören Nissen vom GreenTec Campus Enge-Sande. Dort sollen 2017/2018 erste Testfahrten stattfinden. Geplant ist, entlang des 17 Kilometer umfassenden Straßennetzes des ehemaligen Bundeswehrgeländes ein „Dorf“ zu errichten und dort die 45 Stundenkilometer schnellen Fahrzeuge fahren zu lassen. Im zweiten Schritt kommen sie in einem realen Wohngebiet Enge-Sandes zum Einsatz und später in andere Teilen Nordfrieslands: „Wir denken derzeit an ein kleines Netz mit Stationen zum Beispiel in Leck, Niebüll, Klixbüll sowie in Goldelund und Hattstedt“, erläuterte Nissen.

Einen Zeithorizont dafür vermochten die Referenten noch nicht zu benennen, dennoch war sich die Runde einig, dass die Gemeinde von Anfang an dabei sein will und sich klar zur Digitalen Zukunft bekennen sollte. Einstimmig wurde der Beschluss gefasst, die deutsche Industrie zu bitten, Hattstedt bei Überlegungen im Bereich Digitale Bildung und Verkehr mit zu berücksichtigen. Dies umfasst auch den autonomen Verkehr innerhalb der Gemeinde und Lösungen für den ÖPNV. Der Gemeinderat plant demnächst einen Besuch auf dem Campus in Enge-Sande.

Einen weiteren Beschluss gab es zu Gunsten des Knickschutzprogramms des Kreises Nordfriesland: Nach einer Begehung der relevanten Flächen sieht der Gemeinderat darin nun auch eine gute Möglichkeit, Wegverbindungen für Reiter, Spaziergänger und Touristen zu verbessern und ästhetisch aufzuwerten. „Weder der Gemeinde noch den Landeigentümern entstehen durch dieses Programm Kosten“, machte Bürgermeister Ralf Heßmann deutlich.

In der aktuell zu beschließenden Satzung zum Sondervermögen für die Kameradschaftspflege in der Freiwilligen Feuerwehr wurde festgelegt, dass der Hattstedter Wehrvorstand bis zu einer Grenze von 1000 Euro über Zuwendungen an die Kameradschaftskasse entscheiden kann. Die gleiche Summe gilt als Höchstbetrag für über- und außerplanmäßige Ausgaben. Auch über die Verwendung der im Einnahme- und Ausgabenplan veranschlagten Ausgaben kann die Wehrführung bis zu einer Höhe von 1000 Euro entscheiden.

Einstimmig folgte der Gemeinderat einer Empfehlung des Kindergartenausschusses, die Kindertagesstätten-Satzung so zu ändern, dass ein Wechsel der Betreuungsdauer künftig nur noch zum Quartalsende möglich ist und dieser Wunsch der Kita einen Monat vorher mitgeteilt werden muss. Hintergrund ist, dass die Eltern nach dem geltenden Betreuungsvertrag bisher theoretisch die Betreuungszeiten für ihre Kinder monatlich ändern konnten.

Um den Kindergarten ging es auch bei der Frage, wo die im DRK-Gebäude untergebrachte Spatzengruppe künftig betreut werden kann, nachdem dort eine Formaldehydbelastung festgestellt worden war. Die angedachte Interimslösung in Form einer Unterbringung in Containern wurde nach der Besichtigung einer solchen Anlage wieder verworfen. Alternativ wird nun ein Anbau an die „Arche Noah“ angestrebt.

Heßmann informierte zudem, dass der Vorsitz im Altenkreis neu zu besetzen ist: „Interessierte, die auch jünger als 60 Jahre sein können, dürfen sich melden.“ Auch für die Betreuung der Gemeindehomepage wird derzeit Unterstützung gesucht.

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