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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 11:54 Uhr

Jetzt geht es aufs Meer hinaus : Harte Arbeit vor dem Segelspaß

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Husumer Segler haben ihre Boote zu Wasser gelassen. Nach der schweißtreibenden Arbeit mit einem Spezialkran ist jetzt die neue Saison eröffnet.

„Lucia“, „Frida“ und „Stine“ stehen an der Hafenkante: Sie sollen ins Wasser. Die Namen sind mit großen Buchstaben am Rumpf der Segelschiffe aufgemalt. In den beiden Hallen des Husumer Seglervereins von 1928, wo die Schiffe während der langen Winterzeit untergebracht waren, herrscht schon kurz nach Sonnenaufgang Hochbetrieb.

Denn bevor die Segelfreunde in die neue Saison starten können, steht schweißtreibende Arbeit – trotz acht Grad Celsius ist sie das – an. Dennoch ist dieser Tag für die Mitglieder des Traditionsvereins wie ein Fest, da es danach hinaus auf die Nordsee gehen kann.

Fast ein halbes Jahr standen die Boote in den vereinseigenen Hallen. Doch von Winterruhe kann bei den Seglern keine Rede sein, wie Vorsitzender Hargen Johannsen erklärt. Denn in den kalten Monaten müssen die Boote gepflegt werden. Winterzeit ist also Inspektionszeit – und für manche Vereinsmitglieder ist die nicht lang genug. Schließlich sind die meisten Eigentümer der Boote berufstätig und können ihrem geliebten Hobby daher nur in der Freizeit nachkommen.

Da hat Rentner Matthias Schenke mehr Zeit. Er zeigt auf einen Mast und das noch eingewickelte Segel. „Wenn der Mast bei einem Sturm bricht oder der schwere Segelstoff reißt, dann habe ich ein echtes Problem“, erzählt er. Doch zum Glück sei es dazu noch nicht gekommen. Aber eben deshalb müsse alles genau unter die Lupe genommen werden. Das gelte auch für die Ruderanlage und den Motor. Das Ansegeln ist also für alle ein überaus wichtiger Termin.

Die meisten Wasserfahrzeuge sind bereits aus der Halle geholt worden – sie sollen zum Außenhafen gebracht werden. Dort sind bereits die ersten Schiffe positioniert. Ein Spezialkran ist bereits in Stellung gebracht. „Wir müssen die Schiffe nach und nach hierher holen“, sagt Johannsen. Entlang des Hafenbeckens sei zu wenig Platz, um alle 30 Schiffe in Wartestellung zu bringen. Doch dann geht es Schlag auf Schlag, jeder Handgriff sitzt. „Wir machen das nicht zum ersten Mal“, lacht Schenke.

Hängt ein Schiff an stabilen Seilen in luftiger Höhe, wird der Anhänger, auf dem es vorher ruhte, entfernt und das nächste Schiff zum Anheben in Position gebracht. „Die ganze Aktion ist mit der Hafenbehörde abgesprochen“, betont Vorsitzender Hagen Johannsen. Sicherheit ist Trumpf und deshalb läuft hier ohne Schutzhelm gar nichts.

Knapp vier Stunden später liegen alle Schiffe in ihrem Element. Matthias Schenke freut sich schon auf besondere Stimmungen früh draußen auf See. „Wenn man morgens um Vier herausfährt Richtung Eiderstedt und dann mitten auf dem Wasser den Sonnenaufgang in aller Ruhe und losgelöst vom Alltag genießen kann, dann hat sich die ganze Arbeit mehr als gelohnt.“

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