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Husumer Nachrichten

25. März 2017 | 22:57 Uhr

Bürger-Votum : Halligleute stimmen gegen Fusion

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Mehrheit der wahlberechtigten Halligleute hat sich bei einer Befragung gegen die Fusion ihrer Gemeinden ausgesprochen.

Die mögliche Fusion der Halligen beschäftigt die kommunalpolitischen Vertreter schon seit Längerem (wir berichteten). Aus den Gemeinden Hallig Hooge, Gröde und Langeneß mit der Nachbarhallig Oland – sie gehören heute zum Amt Pellworm, das von der Stadt Husum verwaltet wird – könnten zwei amtsfreie Gemeinden entstehen: Pellworm sowie eine Halliggemeinde mit den Ortsteilen Gröde, Oland, Langeneß und Hooge, so die Idee. Um die Meinung der Halligleute auszuloten, wurden jüngst alle wahlberechtigten Einwohner befragt. Nach der Auszählung der Stimmen im Husumer Rathaus steht nun das Ergebnis fest: Die Mehrheit der Halligleute ist gegen eine Fusion.

Wie die Pressestelle der Stadt Husum mitteilte, fiel das Ergebnis auf die Frage „Sind Sie mit der Zusammenlegung (Gebietsänderung) der politischen Gemeinden Hallig Hooge, Hallig Langeneß und Hallig Gröde zum 1. Januar 2018 einverstanden“ folgendermaßen aus: Gröde (Elf Wahlberechtigte) sprach sich mit fünf zu vier Stimmen dafür aus; Langeneß mit Oland (136): 48 Ja-, 62 Nein-Stimmen, ein ungültiger Stimmzettel. Hooge (108): 17 Ja-, 63 Nein-Stimmen, zwei ungültige Stimmzettel.

Die Hallig-Bürgermeister sind sich demnach einig, dass alle mit dem Ergebnis leben und nun gemeinsam Kräfte bündeln müssen. Letztlich entscheiden die Gemeindevertretungen und auf Gröde die Gemeindeversammlung darüber, ob sie dem Bürgerwillen nachkommen oder nicht.

Seiner Auffassung nach wird sich Hooge dem Bürgerwillen beugen, erwartet Matthias Piepgras, Amtsvorsteher von Pellworm und Bürgermeister von Hooge. „So behält jede Hallig ihre eigene Identität“, sagte er. „Wir sollten im April eine gemeinsame Sitzung der Gemeindevertretungen planen, auch um zu sehen, wie wir mit dem Ergebnis umgehen.“, Die hohe Wahlbeteiligung und das eindeutige Ergebnis „sollten uns anspornen, noch enger zusammenzuarbeiten, als wir es bereits tun“. Er hätte sich diesbezüglich auf den Stimmzetteln eine weitere Frage gewünscht: „Bist Du für eine engere, beziehungsweise weitere Zusammenarbeit.“

Heike Hinrichsen, Bürgermeisterin von Langeneß-Oland, wünscht sich eine engere Zusammenarbeit. Zwar hätte Oland mit der Warftgemeinschaft gern eine Fusion gesehen, aber „ich denke, wir werden es nicht umsetzen.“ Und Volker Mommsen (Gröde) , sagt: „Wir sind doch schon heute wie eine Gemeinde. Ich bin ein Befürworter der Zusammenlegung, aber mir ist klar, dass es auch so geht.“

Ira Rössel, Büroleiterin der Stadt Husum, wünscht den Gemeinden, dass sie es schaffen, zur Kommunalwahl ausreichend Kandidaten für ihre Gemeindevertretungen zu finden. Aktuell tagt die Hooger Gemeindevertretung nicht mehr in voller Mitglieder-Zahl. „Auch wenn die Zusammenarbeit noch weiter verstärkt wird, wird das Thema `Eine Hallig´ die Gemeinden weiter begleiten. Das zeigen die Ergebnisse von Gröde und Langeneß“, sagte sie.

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erstellt am 21.Mär.2017 | 08:00 Uhr

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