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Husumer Nachrichten

06. Dezember 2016 | 09:19 Uhr

Zwei Brände auf Eiderstedt : Großfeuer in Poppenbüll reißt Zehnjährige aus dem Schlaf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Stall auf einem Hof in Poppenbüttel wird ein Raub der Flammen. Auch in Sankt Peter-Ording brennt es – wie so oft in den letzten Wochen.

Poppenbüll | Treibt erneut ein Feuerteufel auf Eiderstedt sein Unwesen? Ein Großbrand hat am Donnerstag in Poppenbüll eine Lagerhalle für Stroh und Heu vollständig zerstört. Eine angrenzende Scheune sowie eine Maschinenhalle wurden vom Feuer schwer beschädigt.

In St. Peter-Ording verhinderte die Feuerwehr nur Stunden später einen weiteren Großbrand. In der Waldstraße standen Teile des Daches eines mit Reet gedeckten Hauses in Flammen. „Das Feuer hat von der Dachtraufe bis in eine Gaube reingebrannt, wir kamen jedoch sehr gut ran und konnten das Feuer mit zwei C-Rohren schnell löschen“, sagte Gemeindewehrführer Norbert Bies den Husumer Nachrichten. Ungefähr 40 Feuerwehrleute seien im Einsatz gewesen.

„In den letzten Wochen rücken wir immer wieder zu Flächenbränden im Raum St. Peter-Ording aus.“ Das Ferienhaus in der Waldstraße sei bereits das zweite Mal betroffen. „Wir waren bereits Anfang August hier und haben einen Brand gelöscht“, so Bies. Der Schaden dieses Mal sei glücklicherweise nicht groß, da es sich noch um einen Entstehungsbrand handelte.

Schon am Abend des 3. August musste die Feuerwehr zu dem Reetdachhaus in der Waldstraße ausrücken.
Schon am Abend des 3. August musste die Feuerwehr zu dem Reetdachhaus in der Waldstraße ausrücken. Foto: Feuerwehr SPO
 

Anders in Poppenbüll: Als die zehnjährige Tochter des Hofbesitzers das Feuer gegen 4.15 Uhr bemerkte, war es schon zu spät. Das Knallen der durch Hitzeeinwirkung zerberstenden Dachplatten hatte sie aufgeweckt. Als die etwa 60 Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehren aus Tönning, Welt, Tating, Garding, Tetenbüll und Osterhever am Hof in der Straße Blaue Reihe eintrafen, brannte die Scheune bereits lichterloh. Wie die Polizei später mitteilte, befanden sich im Stall 40 Jungkälber, die der Hofbesitzer noch rechtzeitig ins Freie treiben konnte. Dabei erlitt er leichte Brandverletzungen. „Auch ein Trecker und ein Anhänger konnten vor den Flammen gerettet werden“, sagte Wehrführer Holger Wille. Die Feuerwehr ließ das Gebäude kontrolliert abbrennen und war bis in den Nachmittag mit den Löscharbeiten beschäftigt. Dabei seien auch Bagger eingesetzt worden, um die in dem Stall gelagerten 670 Ballen Heu und Stroh zum Ablöschen auseinander zu ziehen, so der Wehrführer. Für die Dauer des Einsatzes sei es außerdem nötig gewesen, die Straße komplett zu sperren. Noch am Vormittag sei die Rauchentwicklung sehr stark gewesen.

Nach ersten Schätzungen der Polizei beläuft sich der Sachschaden auf etwa 300.000 Euro. Die Brandursache ist bislang unklar. Eine Verbindung zu dem Feuer in St. Peter-Ording schließt die Polizei jedoch zunächst aus. „Das Feuer in Poppenbüll passt nicht ins Schema und ist daher eher nicht in Verbindung mit anderen Bränden in der Gegend zu bringen“, sagte Sandra Otte, Pressesprecherin der Polizei Flensburg. Die Kriminalpolizei in Husum habe die Ermittlungen übernommen und prüfe eventuelle Zusammenhänge zwischen den gestrigen Bränden und weiteren Feuern der vergangenen Wochen und Monate im Raum St. Peter-Ording.

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erstellt am 06.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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