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Husumer Nachrichten

25. Mai 2016 | 13:04 Uhr

Erfolgsmodell : Großer Einsatz für Gotteshäuser

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein vorbildlicher Fundraiser ist Pastor Michael Goltz aus Schwabstedt. Er und sein Team werden für ihre „Kirchturmdenken“-Spendenaktion von der Nordkirche mit einem Sonderpreis geehrt.

Wer sein Eigenheim in Schuss halten will, muss mit schöner Regelmäßigkeit in Renovierung und Reparaturen investieren. Nicht anders sieht es aus, wenn es um die 94 Kirchen in Nordfriesland geht. Nur: Teilweise Jahrhunderte alte Bausubstanz und wertvolle Kirchenkultur zu restaurieren und zu erhalten, geht meist gleich richtig ins Geld. Damit sind die einzelnen Kirchengemeinden häufig überfordert, weil die jährlichen Zuweisungen aus den Kirchensteuereinnahmen dafür nicht ausreichen.

Um die dringlichsten Projekte angehen zu können, hatte Pastor Michael Goltz, Fundraiser des Kirchenkreises Nordfriesland, erstmals die Spendenaktion „Kirchturmdenken? Ja, bitte!“ gestartet. Mit riesigem Erfolg: In den seinerzeit 23 beteiligten nordfriesischen Kirchengemeinden konnten alle geplanten Vorhaben realisiert werden – Spenden von insgesamt 130.000 Euro halfen dabei.

Die zweite kreisweite Kampagne im Jahr 2013 verlief nicht minder erfolgreich: Diesmal waren 16 Gemeinden des Kirchenkreises Nordfriesland dabei, das Spendenaufkommen lag bei 110.000 Euro. Da es in den übrigen Jahren auch noch örtliche Aktionen wie in Westerland, Wyk, Koldenbüttel oder Friedrichstadt gab, sind seit 2011 insgesamt bereits 290.000 Euro zusammengekommen. Denn die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland hat pro fünf Euro eingeworbener Spende jeweils einen Euro dazugelegt, die den Projekten der örtlichen Kirchengemeinden direkt zugute kommen – ein Bonus unter dem Motto „Darf es ein bisschen mehr sein“.

In der Nordkirche sucht die Kirchenkreis-Kampagne „Kirchturmdenken“ bislang noch ihresgleichen. Deshalb wählte ihr Vergabeausschuss bei einem Fundraising-Wettbewerb, an dem sich insgesamt 51 Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen beteiligten, das nordfriesische Modell als eines der besten Konzepte aus. Der erstmals ausgelobte und mit einem Preisgeld von 1000 Euro dotierte „Sonderpreis“ geht an Michael Goltz, der die nordfriesische Aktion mit kleiner Mannschaft umsetzt. Der Preis soll im Februar 2015 im Rahmen der zehnten Landessynode der Nordkirche verliehen werden.

„Ich war total baff“, freut sich der Fundraiser aus Schwabstedt über die überraschende Auszeichnung. „Das ist für das Team eine tolle Belohnung und Motivation“, sagt er. Goltz und seine Mitstreiter hatten die gesamte Logistik der „Kirchturmdenken“-Spendenaktion übernommen, um möglichst vielen Kirchengemeinden die Chance zu geben, für ihre Projekte zu werben, und diese von organisatorischer Arbeit freizuhalten. Der Vergabeausschuss der Nordkirche empfiehlt dieses Modell deshalb auch anderen zur Nachahmung – „als Wegweisung für das Fundraising auf Kirchenkreisebene“.

„Es geht auch um Geld, aber längst nicht nur“, lenkt Michael Goltz den Blick auch auf den identitätsstiftenden Effekt der Aktion: Menschen spenden für ihre Kirche im Ort oder packen ehrenamtlich mit an und engagieren sich dann auch bei anderer Gelegenheit, weil Kirche als Zuhause empfunden werde.

Vor diesem Hintergrund soll es denn auch im neuen Jahr wieder eine „Kirchturmdenken“-Spendenaktion im Kirchenkreis Nordfriesland geben. „Die Kirchengemeinden überlegen schon, welche Projekte in Frage kommen“, weiß Fundraiser Michael Goltz.

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erstellt am 15.Dez.2014 | 12:00 Uhr

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