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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 22:25 Uhr

St. Peter-Ording : Grenze zwischen Surfern und Natur

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Am Südstrand in St. Peter-Ording trennen nun weiße Bojen das Wassersportrevier von den geschützten Nationalpark-Flächen. Um diesen Kompromiss war lange gerungen worden.

Froh gestimmt trafen sich Armin Jeß von der Nationalpark-Verwaltung in Tönning, Hannes Mahnsen und Jan Tappendorf von der Strandaufsicht der Tourismus-Zentrale sowie Nadine Reimers und Tobias Jürgens vom St. Peteraner Verein Boardsport auf dem Bauhof der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording. Sie wollten nun im Nationalpark Wattenemeer etwas real einrichten, um das im Vorfeld lange gerungen worden war: das Kitesurf-Revier im Priel am Südstrand. In diesem wegen seiner geschützten Lage und des flachen Wassers besonders bei Kitern und Windsurfern beliebten Areals wollten sie eine Bojenkette auslegen. Sie soll den Vorrang der Natur deutlich sichtbar machen und Wassersportler von dem hinter ihr liegenden Gebiet fernhalten. Denn viele Vogelarten sind auf die Sandbank und die Salzwiesen, auf das Watt und die Wasserflächen vor St. Peter-Ording angewiesen. Sie benötigen ruhige Gebiete zum Brüten und zur Aufzucht des Nachwuchses wie zum Rasten, Mausern und für die Nahrungssuche. Nur so können sie auch genügend Energie aufnehmen, um die weiten Strecken in Brut- und Überwinterungsgebiete zu bewältigen.

Es ist ein von allen Seiten begrüßter Kompromiss in Sachen Wassersport und Naturschutz. Tobias Jürgens, Agrarwissenschaftler und begeisterter Windsurfer sowie Vorsitzender des 2015 gegründeten Vereins Boardsport und Nadine Reimers, Gründungsmitglied, Medizinerin und leidenschaftliche Kiterin, betonten im Gespräch während des Auslegens der Bojen: „Wir als Verein sind froh, dass eine so akzeptable Lösung gefunden und die Diskussion beendet worden ist. Wir wünschen uns sehr, dass alle Sportler diese Abgrenzung im positiven Sinne beachten.“ Dr. Detlef Hansen, Leiter der Nationalparkverwaltung, freut sich ebenfalls: „Diese Lösung ist ein deutliches Signal für Gemeinsamkeit.“ Bürgermeister und Tourismus-Direktor Rainer Balsmaier begrüßt, dass nun der letzte Konfliktpunkt in Sachen Natur und Wassersport auf dem Weg zu einem einvernehmlichen Strandentwicklungskonzept aus dem Weg geräumt werden konnte.

Mit Pfahlreihen und Bojenkette in Ording hatte die TZ bereits eine gut sichtbare Abgrenzung des Badestrandes von den Wassersportlern zur Gewährleistung eines sicheren Badebetriebs eingeführt. Jan Tappendorf ergänzte: „Wenn dies jetzt nicht möglich geworden wäre, hätte das einen Verlust für St. Peter-Ording bedeutet. Viele Urlauber und Besucher der Pfahlbauten genießen den Blick auf das Wasser und die Natur, aber sie freuen sich auch über die Wassersportler.“

Per GPS wurde die für das Auslegen der Bojenkette vorgesehene Stelle bestimmt. Armin Jeß: „Ich brauche auf meinem Protokoll einen Haken, dass wir an der richtigen Stelle stehen.“ „Das passt“, so die Zustimmung der Boardsport-Vertreter. „Dann sind wir uns einig. Gefühlt sind das 400 Meter, also etwa alle 50 Meter eine Boje.“ Und los gings. Die erste Boje fand ihren Platz im Watt nahe der Salzwiesen, die achte hinter einem kleinen Priel vor Sandbank und Dünen. Die Bojen sind jeweils per Kette an Steinen befestigt. Diese sind im Wattboden tief genug vergraben und per Fuß fest angedrückt. Sie sinken von selbst noch etwas tiefer ab.

Um 8.53 Uhr war Niedrigwasser gewesen. Die zwei Stunden um diesen Zeitpunkt herum hatte man für das Verlegen genutzt. Auch vom Wetter her waren die Arbeitsbedingungen hervorragend. Alles geschah zum richtigen Zeitpunkt. Und das im doppelten Sinne, denn die Sommerferien im Land beginnen am Wochenende.

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