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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 12:49 Uhr

Mann rettet Baby in St. Peter-Ording : Gesucht: Wer ist der Held im Feuerwehr-Pulli?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine Urlauberfamilie möchte dem Husumer Feuerwehrmann danken, der ihren kleinem Sohn am 15. Oktober in St. Peter-Ording das Leben gerettet hat. Doch sie kennen seinen Namen nicht.

St. Peter-Ording | Eben war es noch ein fröhlicher Familienausflug in St. Peter-Ording, und plötzlich – ohne Vorwarnung – muss das Ehepaar Paus um das Leben ihres kleinen Sohnes Vincent kämpfen. Nur dank des beherzten Eingreifens eines Unbekannten hat der 14 Monate alte Junge überlebt. Diesen Mann suchen Rosi und Sebastian Paus nun. Er soll ein Feuerwehrmann aus Husum sein. „Wenn er nicht gewesen wäre, ich weiß nicht, was dann aus unserem Sohn geworden wäre“, sagt Sebastian Paus. Seine Stimme bricht.

Es ist der 15. Oktober. Die junge Familie aus dem Münsterland, zu der noch der vierjährige Paul gehört, macht wie jedes Jahr Urlaub in St. Peter-Ording. Gemeinsam mit der Großmutter haben sie in St. Peter-Dorf zu Mittag gegessen und gehen nun durch die Dorfstraße zurück zum Auto. Plötzlich windet sich Vincent auf dem Arm seiner Mutter in einem Fieberkrampf. „Zum Glück war da eine Gaststätte“, berichtet Sebastian Paus. „Wir sind hineingerannt und haben gerufen: „‚Einen Arzt, unser Sohn hat einen Krampf‘.“ Der Wirt des Restaurants „Immer hin“ und sein Personal hätten fantastisch reagiert. „Es wurde sofort ein Tisch geräumt, um Vincent dort zu lagern und die Notnummer 112 gerufen.“

Die Situation wird immer dramatischer. Der kleine Junge kann kaum noch atmen. Die Tür wird geöffnet, damit mehr frische Luft hineinkommt. Doch dann passiert das, was alle Eltern fürchten: Vincent erleidet einen Atemstillstand, er läuft blau an. Voller Panik und in höchster Angst um ihr Kind läuft Rosi Paus auf die Straße, ruft um Hilfe und nach einem Arzt. Die Eltern wissen sich nicht mehr anders zu helfen und bringen ihren Sohn nach draußen, legen ihn auf den Grünstreifen.

Und dann endlich kommt der rettende Engel: Ein Passant nimmt sich Vincents an, beginnt eine Herzmassage, bis der Kleine wieder selbst atmen kann. Und rund 15 Minuten nach dem Notruf trifft auch der Rettungswagen ein, der Vincent in das Westküstenklinikum nach Heide bringt. Ihrem Lütten geht es heute wieder gut, berichtet Sebastian Paus. Zwei Tage war er im Krankenhaus zur Beobachtung, dann konnte die Familie nach Hause fahren. Doch: „Der Schock sitzt tief.“ Keines der Kinder habe zuvor je einen Fieberkrampf gehabt.

Familie Paus ist froh, dass es dem kleinen Vincent (l.) heute wieder gut geht.
Familie Paus ist froh, dass es dem kleinen Vincent (l.) heute wieder gut geht. Foto: S. Paus
 

„Wir sind allen so dankbar, die uns geholfen haben“, sagen Rosi und Sebastian Paus. Das Team der Gaststätte hatte nämlich auch noch für Decken und Kissen gesorgt und sich um den älteren Sohn gekümmert. „Aber ganz besonders möchten wir uns persönlich bei dem Feuerwehrmann bedanken. Leider haben wir vergessen, ihn nach seinem Namen zu fragen. Er hatte uns nur gesagt, dass er aus Husum ist und einen Kurzurlaub in St. Peter-Ording macht. Er hatte einen blauen Feuerwehr-Pulli an.“ Sie bitten ihn, sich in der Redaktion der Husumer Nachrichten unter Telefon 04841/89651310 zu melden.

Fieberkrämpfe bei Kindern

Fieberkrämpfe sind recht selten und können bei Kleinkindern auftreten. Ein Fieberkrampf äußert sich meist mit einem plötzlichen Bewusstseinsverlust und rhythmischen Zuckungen. Eltern sollten zunächst Ruhe bewahren und gefährliche Gegenstände entfernen. In den meisten Fällen dauert er nur wenige Minuten und hört von alleine wieder auf. Dauert der Fieberkrampf länger als zehn Minuten oder setzt die Atmung aus, ist eine Unterbrechung des Fieberkrampfes erforderlich, beispielsweise durch Medikamente wie Diazepham.

 
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erstellt am 22.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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