zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 05:13 Uhr

Badesaison in Nordfriesland : Geplantscht wird bei jedem Wetter

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Freibäder ziehen Zwischenbilanz: Der Regen der vergangenen Wochen sei zwar kein K.-o.-Kriterium, aber bei den Besucherzahlen gibt es noch viel Luft nach oben.

Auch wenn sich die Sonne dieser Tage wieder blicken lässt – das Wetter war den Freibad-Betreibern und Wasser-Fans in diesem Sommer nicht unbedingt wohlgesonnen. Hat es den Freibädern in Nordfriesland die Bilanz verhagelt? Unter dieser Fragestellung machte sich unsere Zeitung auf die Suche nach Antworten – und die fielen überraschend unterschiedlich aus.

So ist der Bademeister des beheizten Freibades in Neukirchen bisher grundsätzlich zufrieden mit der Saison. „Dank der Beheizung des Beckens durch die Biogasanlage haben wir hier konstant 30 bis 31 Grad. Da kommen die Gäste auch bei Regen und kälteren Außentemperaturen“, erklärt Karl-Heinz Petersen, der in einem der wärmsten Freibäder Schleswig-Holsteins arbeitet. Auf die regelmäßigen Früh- und Spätschwimmer – um die 130 sind es in der Regel – kann er sich immer verlassen, doch auch die Urlauber in der Region Südtondern fühlen sich vom warmen Wasser in dem von altem Baumbestand umgegebenen Freibad angezogen.

Im Amt Viöl zeigt der Blick auf eines der kleineren Dorf-Freibäder, wie das in Norstedt, dass auch hier das Wetter nicht zwingend ein K.-o.-Kriterium sein muss. So zählt der Norstedter Bürgermeister Volker Carstensen täglich um die 20 bis 40 Badegäste. „Das sind für unsere kleine Gemeinde ganz normale Besucherzahlen“, sagt er. Fast alle kommen aus Norstedt und den umliegenden Dörfern, wobei viele Kinder auch ohne Eltern da sind – wohl wissend, dass das Bad dank ehrenamtlicher Poolwatcher gut bewacht ist. Und so ist Carstensen ganz zufrieden mit dem bislang überschaubaren Getümmel in dem 50 Jahre alten Freibad, das Spielgeräte im und am Wasser zu bieten hat.

Eine durchwachsene Saison hingegen liegt hinter dem Freibad in Schobüll (Husum). Mit seiner Lage direkt am Meer und attraktiven Sprungmöglichkeiten hat es beste Standortvorteile. Eine siebenwöchige, schadensbedingte Zwangspause hat dem Bad dieses Jahr aber arge Probleme bereitet. „Zum Glück fielen die Bauarbeiten in eine Zeit, in der es viel geregnet hat“, sagt Bademeister Holger Clausen, der aktuell weniger Frühschwimmer zählt und unter den Badegästen die älteren Jugendlichen vermisst. Ein Teil des Problems sieht er darin, dass das Bad mit Solarschläuchen lediglich teilbeheizt wird. Kühle, stürmische Tage seien Gift für die Temperaturen: „Aktuell haben wir optimale 21 bis 22 Grad im Becken. Sobald aber die Nachttemperaturen im einstelligen Bereich liegen, kommen wir nur noch auf 16 Grad. Dann ist das Baden hier nur noch etwas für ganz Hartgesottene“, so der Bademeister. „Schon das vergangene Jahr war mit weniger als 2000 Badegästen mau, und ich weiß nicht, ob wir 2016 an diese Zahlen nochmal herankommen werden“, sagt er. Die gute Nachricht: Die Bauarbeiten sind mittlerweile beendet und der Bademeister freut sich angesichts der Wetterprognose auf ein prall gefülltes Freibad in den kommenden Tagen.

Die Wassertemperaturen sind auch im solarbeheizten Meerwasserbad in Tönning ein Thema. Sie könne gut mit den momentanen Besucherzahlen leben, erklärt die amtierende Schwimmmeisterin. „Es könnten aber wesentlich mehr sein“, findet sie, zumal das Bad mit dem Salzwasser aus der Eider etwas Außergewöhnliches zu bieten hat. Auch das 50-Meter-Becken, die Wasserrutsche und der Drei-Meter-Turm sorgen für Attraktivität. Das i-Tüpfelchen darauf wäre konstant warmes Wasser, findet sie: „Dann würden sicherlich viel mehr Schwimmer auch bei nicht ganz so gutem Wetter herkommen.“

In der Region Mittleres Nordfriesland ist das Erlebnisbad Bredstedt die Attraktion für alle Wasserratten. Hier gibt es Sprungbretter, die bis zu fünf Meter hoch sind, eine Wildwasserrutsche, Wasserpilz, Wasserkanone und eine Sprudelbank. 33  000 Menschen besuchten bis Ende vergangener Woche das Erlebnisbad. Im Vorjahr waren es bis zum Ende der Saison 38  000, in 2014 rund 42  000. Rekordtag in diesem Jahr war bisher der 24. Juli – da lockte das Bad 1769 Gäste an. „Doch die Saison ist ja noch nicht vorbei“, sagt Felix Middendorf vom Amt Mittleres Nordfriesland.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen