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Husumer Nachrichten

06. Dezember 2016 | 17:10 Uhr

Westerhever : Gemeinde kämpft für ihren Schafberg

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Westerhever will den Schafberg im Vorland erhalten und nimmt nun die Landesregierung in die Pflicht. Das Areal diente einst für die vierbeinigen Wollträger als Schutz bei Hochwasser.

Der Schafberg im Vorland von Westerhever soll verschwinden. Das wird in der Gemeinde heftig kritisiert, und es ist sogar über eine Klage nachgedacht worden. Doch zur großen Enttäuschung der Gemeindevertreter bleibt ihnen dieser Schritt gegen die Pläne des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) verwehrt. Das berichtete Bürgermeister Olaf Dircks in der jüngsten Sitzung. Der Abtrag des Schafbergs ist als Teil einer Ausgleichsmaßnahme für den Deichbau am Nordstrander Damm gedacht (wir berichteten). Im Vorland von Westerhever soll eine 8,9 Hektar große Salzwiese entstehen. Der Schafberg soll verschwinden, um die Gefährdung der Vogelwelt durch Raubtiere zu vermindern, die von dort einen guten Überblick über das Gelände hätten.

In der Sitzung erläuterte der Bürgermeister nun, was bei der rechtlichen Prüfung des Vorhabens durch eine Fachkanzlei aus Kiel herausgekommen ist. Diese war in der vorigen Sitzung Ende Mai beschlossen worden (wir berichteten). Demnach sei der Plan rechtskräftig. „Aus unserer Sicht und der Sicht der Fachkanzlei ist es ein Plan, bei dem wir nicht beteiligt wurden“, so Dircks weiter. Die Gemeinde habe keine Klagebefugnis, weil sie nicht Eigentümerin der Fläche sei. Eine Klage hätte daher keine Chance, bei Gericht zugelassen zu werden. „Das wiederum ist für uns nicht hinnehmbar. Wir werden dies in entsprechender Form an verschiedenen Stellen kritisieren“, betonte Dircks. Denn aus Sicht der Gemeinde sei der Verlust des Schafbergs, der als Wellenbrecher diene, ein Verlust für den Küstenschutz. Er bezweifelte stark, dass die Gemeinde nicht Eigentümerin sei, es gebe entsprechende Unterlagen. Aus seiner Sicht sei der Plan rechtswidrig, aber leider rechtskräftig. Das Land habe gleichwohl die Möglichkeit, ihn zu widerrufen. „Wir werden jetzt einen entsprechend formulierten Prüfauftrag an die zuständigen Ministerien geben.“ Es soll nun auch geprüft werden, ob das Vorland zum Gemeindegebiet gehört. Karsten Alberts sagte stark verärgert: „Wir haben dort Pflichten wie das Aufstellen einer Warnbake – aber keine Rechte.“

Wie in vielen Gemeinden in Nordfriesland wurde auch in Westerhever über den Kauf von Anteilen an der Schleswig-Holstein Netz AG diskutiert. Bürgermeister Dircks befand: „Bei den Niedrigzinsen ist das eine gute Möglichkeit, Geld in die Haushaltskasse zu bekommen. Wir können 22 oder 44 Anteile erwerben. Ich habe ganz klar die Empfehlung, dass das eine gute Sache ist.“ Einwand von Karsten Alberts: „Wenn sie uns garantieren, dass sie uns die Anteile zurückkaufen, dann bin ich dafür.“ Aber Beate Peters hatte Bedenken: „Wir müssen jetzt nochmal Geld aufnehmen, nur um 2300 Euro zu bekommen.“ Dircks beruhigte: „Wir haben die Zusicherung für diesen Kredit. Wir nehmen dann alle 44 Anteile. Das macht jährlich die doppelte Summe – also 4600 Euro. Wir stimmen dem Kauf zu, wenn der Rückkaufswert nach fünf Jahren mindestens dem Einkaufswert entspricht.“ Das wurde bei Enthaltung von Beate Peters beschlossen.

Bürgermeister Dircks sprach dann noch das Thema Krankenhaus Tönning an: „Ich habe die Resolution des Amtsausschusses unterschrieben – die 24-Stunden-Notfallversorgung in Tönning sehen wir als sehr wichtig an.“ Daraufhin meldete sich Karsten Alberts mit einem Vorschlag zu Wort, der in der Runde allgemeine Zustimmung fand: „Ich schlage vor, dass wir den Förderverein zum Erhalt der Klinik durch die Gemeinde unterstützen. Das geht uns schließlich alle etwas an. Der Förderverein Tönninger Krankenhaus leistet sehr gute Arbeit.“




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