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Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 12:59 Uhr

Freude an der Westküste : Geldsegen aus Berlin für die Friesen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Bund stellt insgesamt 410.000 Euro für eine neue Ausstellung im Nordfriisk Instituut in Bredstedt und die Arbeit des Friesenrates in seinen Etat für 2017 ein.

Große Freude bei den Friesen: Im Zuge der Haushalts-Beratungen für 2017 hat der Bund seine Förderung für die Volksgruppe deutlich aufgestockt. Damit fließen im kommenden Jahr 410.000 Euro zusätzlich nach Nordfriesland. „Das ist ein ordentlicher Batzen Geld“, sagte der nordfriesische Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing gut gelaunt gegenüber unserer Zeitung. Auch für ihn ist es ein Erfolg: Der Sylter hatte sich in Berlin seit Längerem für eine höhere Bundesförderung zugunsten der friesischen Sprach- und Kulturarbeit stark gemacht.

Konkret sollen die Mittel im nächsten Jahr in zwei Bereiche fließen: 310.000 Euro für eine weitere Ausstellung in dem Ende 2015 eingeweihten Anbau „Nordfriisk Futuur“ am Nordfriisk Instituut und 100.000 Euro für die Arbeit des Friesenrates/Frasche Rädj, die Dachorganisation aller für das Friesische tätigen Vereine, Institutionen und Organisationen in Nordfriesland und auf Helgoland.

„Beides ist von großer Bedeutung für die friesische Volksgruppe“, erklärte der Direktor des Nordfriisk Instituut, Prof. Dr. Thomas Steensen, auf Anfrage. „Wir freuen uns außerordentlich und danken allen, die sich gemeinsam mit uns dafür eingesetzt haben.“ Ausdrücklich würdigte Steensen das Engagement von Ingbert Liebing, der sich als Erster um das Instituts-Projekt gekümmert habe, aber auch die Bemühungen des SPD-Bundestagsabgeordneten Matthias Ilgen. „Es freut mich, dass uns dieser entscheidende Schritt gelungen ist“, erklärte dieser. Und: „Ich habe mich persönlich bei meinen Kollegen im Haushaltsausschuss für die Aufnahme dieser Förderung eingesetzt.“

Schon der Friisk-Futuur-Erweiterungsbau in Bredstedt war ein Gemeinschaftswerk von Bund, Land, Kreis und Stadt. Bisher reichten die finanziellen Mittel allerdings nur dafür, dort die Bedeutung der friesischen Sprache für jedermann erleb- und vermittelbar zu machen. Folgen soll nun eine Präsentation der lebendigen Kultur und Geschichte der Friesen. „Das wird im Vordergrund stehen“, kündigte Steensen an. Mit der Finanzspritze aus Berlin ist das Projekt jetzt voll finanziert. Zunächst sollten nur 250.000 Euro an Bundesförderung fließen. „Aber es war noch Luft nach oben“, berichtete Liebing aus der Bundeshauptstadt. Im Institut herrschte deshalb große Freude: „310.000 Euro sind schon erheblich“, so Steensen.

Während es sich hierbei um eine einmalige Zusage handelt, wünscht er sich, dass die laufende Bundesförderung für die Arbeit des Friesenrates dauerhaft erhöht wird. „Wir freuen uns ganz doll, hoffen aber auf eine nachhaltige Lösung“, sagte deshalb Armin Nickelsen, Geschäftsführer des Friesenrates Sektion Nord, in einer ersten Stellungnahme. Auch er würdigte auf Anfrage, dass sich Liebing auf Bundesebene vehement für die Friesen eingesetzt hatte. Der Friesenrat erhält vom Bund zurzeit 300.000 Euro jährlich. Für 2017 sollen es 400.000 Euro sein, allerdings weiterhin nur in Form einer Projektförderung. Die Crux dabei: Die Dachorganisation muss sich von Projekt zu Projekt hangeln, kann diese so meist nur teilfinanzieren und damit qualifizierte Mitarbeiter nicht dauerhaft halten. „Wir haben viele unbearbeitete Felder“, sagte Nickelsen mit Blick auf die Aufgabenvielfalt des Gremiums, etwa auch in den Bereichen Bildung, Medien und Koordination.

Nach Aussagen von Liebing bleibt es nach wie vor bei einer Projektförderung für den Friesenrat. Aber eine Verpflichtungsermächtigung für 2018 mache klar, dass die erhöhte Bundesförderung fortgesetzt wird. „Das ist das politische Signal, dass diese verstetigt werden soll“, betonte Ingbert Liebing. Mit der Entscheidung des Haushaltsausschusses für eine verstärkte Förderung der Friesen erhielten diese die Chance, ihre Kultur und Geschichte weiterzuentwickeln und einem breiteren Publikum nahezubringen. „Dies ist ein wichtiger Beitrag, den wir auch auf Bundesebene für die friesische Volksgruppe leisten“, so der Abgeordnete.

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erstellt am 11.Nov.2016 | 12:45 Uhr

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