zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

07. Dezember 2016 | 19:27 Uhr

Wegen Vogelgrippe : Geflügelschau in Garding abgesagt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Wegen der Vogelgrippe-Gefahr wird die Veranstaltung nicht stattfinden. Alle Eiderstedter müssen ihr Geflügel aufstallen. Auch der Westküstenpark in St. Peter-Ording ist davon betroffen.

Die Enttäuschung ist groß: Wegen der Vogelgrippe fällt die traditionsreiche Rassegeflügel-Ausstellung in Garding am 3. Dezember aus. „Es wäre unsere 120. gewesen, ein kleines Jubiläum“, sagt Kai von Dohlen, der Vorsitzende des Geflügelzuchtvereins Garding und Umgebung. Doch der Kreisveterinär, mit dem er gerade gesprochen hat, habe ihm keine Hoffnung gemacht. „Die verschärfte Seuchenlage lässt das nicht zu.“ Auch eine reine Taubenschau komme nicht in Frage. Die Tiere erkrankten zwar nicht an der Vogelgrippe, können aber das Virus übertragen.

Für den Verein, mit seinen 151 Mitgliedern der größte in Schleswig-Holstein, und für die Züchter bedeute das auch einen finanziellen Verlust, so von Dohlen. Zum einen seien die Hallen schon angemietet, und zum anderen fehlten dem Verein die Einnahmen aus Tombola und Cafeteria. Außerdem blieben die Tiere der Züchter ja ohne Bewertung, so dass sie beim Verkauf weniger erlösen.

Große Sorgen macht er sich aber auch um das Federvieh: „Wir haben jetzt alles aufgestallt, aber artgerecht ist das natürlich nicht.“ Nun müssten die Tiere den ganzen Tag im Stall bleiben, in dem sie sonst nur schlafen. Auch wenn Fenster für Licht und Lüftung sorgen, fehle den Hühnern, Enten und Gänsen der Aufenthalt im Freien. „So beengt zusammenzusitzen, bedeutet ja Stress für die Tiere, und das wird den Infektionsdruck erhöhen.“ Eine Volierenhaltung sei zwar möglich, doch die Freilaufgehege müssten überdacht und komplett abgedichtet sein, so dass kein Vogel von außen eindringen könne. „Das hat derzeit keiner.“ Von Dohlen geht davon aus, dass, wenn die Stallpflicht länger andauere, mehr und mehr Tiere geschlachtet werden müssen. „Da blutet das Züchterherz. Mittwoch war ein schwarzer Tag für die Geflügelzucht.“

Auch der Westküstenpark in St. Peter-Ording hat in den vergangenen Tagen viel Arbeit damit gehabt, sein Hausgeflügel aufzustallen, wie Parkleiter Peter Marke sagt. Es sei jetzt alles drin, was der Park an Hühnern, Enten, Perlhühnern, Fasanen, Pfauen und Tauben habe. „Das exotische Geflügel, wie der Marabu, das Wärme braucht, hatten wir eh schon unter Dach und Fach. Das war eine glückliche Fügung. Die kommen erst im Frühjahr wieder raus.“ Das bedeute natürlich eine Menge Arbeit für das Personal. Und da ist Marke über einen weiteren Umstand froh: „Der Westküstenpark geht am Montag in die Winterpause.“

Die Wildvögel, die im und in der Umgebung des Parks rasten, kann er natürlich nicht einsperren. Davon gibt es eine ganze Menge. „Wir liegen hier schließlich an einem Hotspot des Vogelzugs. Kadaver habe ich allerdings noch keine gefunden.“

Eine kleine Hoffnung, dass der ganze Spuk bald zu Ende ist, haben von Dohlen und Marke noch: Der Virus soll frostempfindlich sein. Allerdings geht der Vereinsvorsitzende eher davon aus, dass bald in ganz Deutschland Stallpflicht für Geflügel herrschen wird.

zur Startseite

von
erstellt am 11.Nov.2016 | 15:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen