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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2016 | 01:23 Uhr

Städtische Toilette in Husum vor der Neueröffnung : Für 50 Cent aufs stille Örtchen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die städtische WC-Anlage im Husumer Schlossgang soll im Dezember wieder zugänglich sein: grundsaniert, bewirtschaftet – und kostenpflichtig.

Was lange währt, wird endlich gut: Dieses Sprichwort scheint sich jetzt auch auf die Toiletten-Situation in der Innenstadt anwenden zu lassen. Denn Anfang Dezember soll das stille Örtchen im Schlossgang wieder öffnen, täglich von 8 bis 20 Uhr, grundsaniert – und betreut. „Wir möchten die Anlage schon zu Beginn des Weihnachtsmarktes in Betrieb haben, aber das können wir noch nicht garantieren“, sagt Christine Friedrichsen vom Gebäudemanagement der Stadt.

Nach einem Pächter wird derzeit gesucht: „Vier Interessenten haben sich schon gemeldet“, so Friedrichsens Kollegin Barbara Mextorf. Sie lädt jeden zu einem persönlichen Gespräch ein, um Details zu klären. „Und nächste Woche wird entschieden, wer den Zuschlag bekommt.“

Hoch ist die Pacht nicht: Nach Angaben von Mextorf muss der künftige Betreiber nur einen Euro zahlen. Allerdings ist nicht nur die Öffnungszeit festgelegt, sondern auch die Höhe der Benutzungsgebühr. „Das lassen wir uns nicht aus der Hand nehmen“, sagt Friedrichsen. Geplant seien 50 Cent. Daraus muss der künftige Betreiber ein lohnendes Geschäftsmodell machen.

Falls kein Bewerber geeignet ist, müsste die Stadt auf eigene Kräfte oder eine Reinigungsfirma zurückgreifen, so Mextorf. Dann allerdings wäre die Anlage unbetreut. Und das wäre weder im Sinne der Verwaltung noch der Politik, so Friedrichsen: „Unser Hauptziel ist es, dass diese Toilette zum angstfreien Raum wird. Und ein betreutes WC ist auch viel sauberer als ein unbetreutes.“ Nach dem Umbau gebe es auch einen Raum, in den sich das Personal zurückziehen kann.

Lange hatten die Politiker über die WC-Problematik gerungen, verschiedene Standorte für das Innenstadt-Örtchen ins Spiel gebracht und sowohl eine selbstreinigende als auch die bewirtschaftete Variante diskutiert. Konsens war, dass es nicht ohne öffentliche Toilette in der City geht. Denn die vier anderen städtischen – nicht kostenpflichtigen – WC-Anlagen am Außenhafen, am Dockkoog, im Schlosspark und in Schobüll sind zu weit weg. Und das Konzept der von Geschäften und Gaststätten zur Verfügung gestellten „Netten Toiletten“ hatte sich nicht bewährt. „Das Projekt wird zum 1. Januar eingestellt, die Verträge mit der Wirtschaft laufen aus“, sagt Christine Friedrichsen.

Eigentlich hatten sich die Stadtpolitiker anfänglich für die selbstreinigende Version entschieden. „Die politische Diskussion ergab dann aber, dass eine sichere Anlage gewünscht ist“, so Friedrichsen. Damit sei die betreute Variante wieder ins Spiel gekommen. „Einstellen können wir dafür aber niemanden, das geht nur über Verpachtung.“ Und die wiederum erfordert einen Obulus vom Benutzer. „Um die Toilette kostenpflichtig zu machen, brauchen wir aber keinen politischen Beschluss, das ist Verwaltungshandeln. “

Unterm Strich kostet die Sanierung der Anlage im Schlossgang etwa 200.000 Euro. Dafür werden aber auch ausschließlich Edelstahlteile zum Schutz vor Verunreinigungen und Vandalismus verbaut. Und barrierefrei ist sie nach dem Umbau natürlich auch: Für Menschen mit Behinderung wird die Rampe verlängert, die bisher zu steil für Rollstuhlfahrer war.

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erstellt am 27.Okt.2016 | 10:00 Uhr

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