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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 22:15 Uhr

Nach sieben Jahren : Friedrichstadt wird Flächendenkmal

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nach langen Bemühungen kann die Anerkennung zum Flächendenkmal innerhalb eines halben Jahres erfolgen. Schon heute wirbt die Stadt mit dem Namen Stadtdenkmal.

Ein eigentlich schon fast vergessenes Thema wird wieder ganz aktuell für die Stadt Friedrichstadt. Das Holländerstädtchen soll nach den Vorstellungen der Landesdenkmalbehörde nun als Flächendenkmal anerkannt werden. Und diese Anerkennung käme dann acht Jahre nachdem die Stadt den Antrag offiziell, damals noch an das Innenministerium des Landes, gestellt hat.

Das kleine Holländerstädtchen zwischen Eider und Treene lockt schon jetzt jährlich rund 400.000 Tagesgäste an, die sich am historischen Stadtbild erfreuen. Doch bislang stehen nur einzelne Gebäude udn der historische Marktplatz in der Altstadt unter Denkmalschutz. Um aber tatsächlich das in Deutschland einmalige Ensemble alter Häuser erhalten zu können, stellte die Stadt im Jahr 2009 den Antrag. Damals hieß es, in gut zwei Jahren könne man wohl mit der Anerkennung rechnen. Nach langen Debatten, begonnen hatten sie bereits im Jahr 2004, votierte der Stadtrat seinerzeit einstimmig für diesen Schritt. In mehreren Einwohnerversammlungen sprachen sich die Bürger, genau wie der langjährige Stadtplaner, für ein Flächendenkmal aus. Langfristiges Ziel der Stadt ist die Anerkennung als Weltkulturerbe der Unesco, wie der damalige noch hauptamtliche Bürgermeister Peter Hofmann es formulierte.

Nun ist das Thema wieder brandaktuell, wie Bürgermeister Eggert Vogt auf Anfrage mitteilt. In einem Schreiben der Denkmalbehörde wurde ihm nämlich mitgeteilt, dass Friedrichstadt mit einer Anerkennung rechnen könne. Zudem werde die Stadt als Vorreiter gelten, denn sie sei die erste gewesen, die seinerzeit einen kompletten Antrag eingereicht hätte.

Nun geht es voran. Um die Bürger über die Pläne zu informieren, lädt die Stadt für Mittwoch (26.) ab 19 Uhr in die Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge zu einer Einwohnerversammlung ein. Wie bereits im Jahr 2009, wollen dort dann Mitarbeiter des Landes-Denkmalamtes und Vertreter der Stadt die Fragen des Forums beantworten. Und wenn alles nach Plan verläuft, könnte im Jahr 2017 die offizielle Anerkennung erfolgen.

Dabei brauche sich kein Hauseigentümer Sorgen machen, dass auf ihn neue Auflagen zukommen werden, unterstreicht Vogt. Das Flächendenkmal umfasse etwa den Bereich, der auch von der Ortsgestaltungssatzung abgedeckt werde. Bislang nicht unter Schutz stehende Häuser unterliegen also nicht den besonders strengen Regeln des Denkmalschutzes. Das unterstreicht auch Heiko Schulze von der Denkmalbehörde, wo er für den städtischen Denkmalschutz zuständig ist. Bislang gibt es in Schleswig-Holstein vier solcher besonders anerkannte Bereiche. Neben Friedrichstadt wird aktuell auch die Fischersiedlung Holm in Schleswig vorrangig bearbeitet.

Verbunden mit einem Flächendenkmal sei eigentlich lediglich die Verpflichtung der Stadt, das historische Ortsbild zu bewahren. Wie Vogt schmunzelnd formuliert: „Wir dürfen keine Grachten zuschütten, die alten Straßen nicht asphaltieren und den Marktplatz nicht umgestalten. Doch diese Pläne hat die Stadt ohnehin nicht. Daher ändert sich für uns eigentlich nicht so richtig etwas.“ Zudem bleibe die Ortsgestaltungssatzung gültig. Allerdings bringe der Status Flächendenkmal eine gewisse Rechtssicherheit, denn Friedrichstadt, beziehungsweise die Altstadt, werde in die Denkmalliste des Landes aufgenommen. Daher seien Eingriffe in das Stadtbild für Investoren natürlich ein wenig schwieriger, denn mögliche juristische Schritte gegen die Ablehnung von Bauvorhaben, würden zusätzlich durch den Status Flächendenkmal erschwert.

Kosten sieht der Bürgermeister nicht auf die Stadt zukommen, außer für neue Straßen-Hinweisschilder. Er würde sich freuen, wenn die Anerkennung noch vor Beginn der nächsten touristischen Hochsaison erfolgt, denn dann könne zusätzlich mit dem Begriff Stadtdenkmal geworben werden. Obwohl bereits seit vielen Jahren – etwa an der B 5 die Richtungshinweise nach Friedrichstadt – schon mit dem Hinweis „Stadtdenkmal“ versehen sind.

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erstellt am 08.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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