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Windkraft : Föhrer Strom bundesweit erhältlich

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Seit Beginn des Jahres kann das Produkt des Familienunternehmens „Föhrer Windkraft“ aus allen deutschen Steckdosen bezogen werden.

Familien, vor allem junge, sind keine starren Gruppen. Vielmehr verändern sie sich, wachsen, werden durch weitere Mitglieder vergrößert, die auch mal in die Ferne reisen. Diese Beschreibung gilt auch für Familienunternehmen und charakterisiert die augenblickliche Situation der Firma „Föhrer Windkraft“ mit Sitz in Oevenum. Sie hat mit der Firma „Strom von Föhr Vertriebs-GmbH“ ein neues Mitglied bekommen. Das ist zwar auch auf Föhr ansässig, will aber durch Büros in Lütjenburg und Breklum Schleswig-Holstein von der West- bis zur Ostküste „erobern“. Damit nicht genug: Seit Beginn dieses Jahres ist es möglich, den Strom von Föhr bundesweit aus den Steckdosen zu holen. Jan Brodersen, gemeinsam mit Schwester Christina Brodersen Geschäftsführer des Unternehmens ist unbesorgt: „Wenn der Wind auf Föhr mal nicht so richtig blasen sollte, können wir dennoch unbegrenzt Öko-Strom liefern. Er wird durch norwegische Wasserkraft erzeugt“.

Den Grundstein für ein erfolgreiches Familienunternehmen legte der Vater, Jan-Richard Brodersen, der seinen Kindern schon früh klar machte, dass sie als Föhrer auch verantwortlich sind für die Natur auf der Insel. So gründeten die Eltern gemeinsam mit den Kindern Jan, Kristina und Hauke im Jahr 1989 das Familienunternehmen „Föhrer Windkraft“, das 1990 am Oevenumer Deich seinen Windpark mit zehn Mühlen eröffnete. Zunächst wurde der erzeugte Strom ins EON-Netz eingespeist. 2011 wagten die Brodersens den Schritt in die Direktvermarktung ihres auf Föhr erzeugten Stromes. Als Partner kam die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) Vertriebs GmbH aus dem Schwarzwald ins Boot, die die Abrechnungen mit den Stromkunden übernahm. „Die EWS entspricht zu 100 Prozent unserer Philosophie von Umweltschutz und Nachhaltigkeit“, informiert Brodersen über die EWS, die aus einer Bürgerinitiative nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl hervorgegangen ist.

Ein besonders erfolgreicher Schritt in die Stromvermarktung gelang der Föhrer Windkraft 2013 als sie eine gemeinsame Stromausschreibung der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR), der Wyker und Dagebüller Hafenbetriebe sowie der Amrumer Versorgungsbetriebes für sich entscheiden konnten. Dieser Strom-Liefervertrag mit den Großkunden ist gerade um weitere drei Jahr verlängert worden. Abgenommen werden dabei 800  000 Kilowatt-Stunden im Jahr.

Produziert wird dieser Strom inzwischen nicht mehr von den zehn Windanlagen am Oevenumer Deich. Vielmehr wurden sie durch Mühlen in Dagebüll und ganz besonders durch drei größere Anlagen auf Föhr ersetzt, die seit Ende 2015 in Betrieb sind. Die Lieferung der Einzelteile, die eine Nabenhöhe von 64 Meter und eine Gesamthöhe von fast 100 Metern haben, per Schiff war ein Schauspiel, das zahlreiche Zuschauer anlockte. Wie futuristische Einzelteile lagerten Flügel, Gondel und Mühlenschaft in der Marsch, bis sie dann allmählich mit Hilfe von Kränen ihre endgültige Gestalt annahmen. Eine Mühle liefert jährlich rund sechs Millionen Kilowatt-Stunden, womit die Föhrer Produktion fast verdreifacht wurde.

Da die Firma „Föhrer Windkraft“ sich für die Anforderungen der Zukunft gewappnet fühlt, wagte sie die Entwicklung zur „Strom von Föhr Vertriebs-GmbH“, die zwar zum Familienbetrieb gehört, juristisch aber für sich allein steht und die Stromlieferungsverträge von der „Föhrer Windkraft“ übernommen hat. Wenn sich auch der Familienbetrieb verstärkt der Lieferung von Strom an Kunden in ganz Deutschland zuwendet, verliert er doch die Heimatinsel nicht aus den Augen.

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erstellt am 17.Apr.2017 | 08:00 Uhr

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