zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

23. März 2017 | 13:25 Uhr

Gelungene Übung : Fliegende Intensivstation vorgestellt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Gemeinsame Übung der Freiwilligen Feuerwehr mit dem neuen Rettungshubschrauber in Süderstapel klappte sehr gut. Die ehrenamtlichen Retter lernten das neue High-Tech-Fluggerät kennen.

„Wir haben hier eine fliegende Intensivstation“, erläutert Notarzt Holger Harbs und deutet auf die umfangreiche Ausrüstung mit medizinischen Geräten im Hubschrauber. „Wir haben jetzt auch wesentlich mehr Bewegungsfreiheit als im Vorgänger.“ Damit kann der Patient besser versorgt werden, denn nun können auch die Beine des Patienten erreicht werden.

Der „Neue“ wird auf den Namen Christoph 42 hören und ist das Paradepferd der DRF-Luftrettung. Stationiert in Rendsburg wird der EC 145 ab November die Rolle seines gleichnamigen Vorgängers, einem Hubschraubers vom Typ BK 117, übernehmen und tagsüber schnelle Hilfe in rund 60 Kilometer Umkreis um die Station bringen. Das umfasst die Kreise Rendsburg-Eckernförde, Dithmarschen, Nordfriesland und Schleswig-Flensburg einschließlich der Inseln und Halligen. Aber auch in der Nacht ist der EC 145 einsatzbereit und dann als einziger Rettungshubschrauber in Schleswig-Holstein für das gesamte Landesgebiet zuständig. „Mit dem Heli haben wir einen Techniksprung von rund 20 Jahren gemacht“, stellt Pilot Sebastian Hilliger fest. Dank eines digitalen Autopiloten kann er wesentlich häufiger den Luftraum beobachten und kritische Situationen schneller erkennen: „Wir bewegen uns ja in einer Einsatzhöhe, die auch von Sportfliegern stark genutzt wird, da ist jede Sekunde wichtig, die man nicht auf die Instrumente achten muss.“ Die sind zentral im Blickfeld beider Piloten angebracht und vereinen alle wichtigen Informationen auf einer relativ kleinen Fläche. Für die Nachteinsätze ist der Hubschrauber mit einem Hochleistungssuchscheinwerfer ausgestattet, der auch aus 500 Meter Flughöhe noch jedes Detail am Boden erkennen lässt. „Unmittelbar vor dem Aufsetzen müssen wir den aber ausschalten, sonst würde das Gras verkohlen“ schmunzelt Hilliger.

Wie ein Einsatz abläuft demonstrierte die Crew aus den zwei Piloten Dirk Kugel und Sebastian Hilliger, dem Notarzt Holger Harbs und Frank Schmelzkopf als Notfallsanitäter bei der Jahresabschlussübung der Feuerwehren aus Norder- und Süderstapel unter der Regie von Wehrführer Björn Baumann. Der hatte in Zusammenarbeit mit der DRF ein realistisches Szenario erarbeitet. Gegen 18.03 Uhr heulten die Sirenen. Erst am Einsatzort stellte sich heraus, dass der schwere Verkehrsunfall nur eine Übung war, was sich unschwer an der Anwesenheit von Beobachtern des Sozialministeriums, Gemeindevertretern und benachbarter Wehren festmachen ließ. Mit technischer Unterstützung eines Erfder Einsatzteams der dortigen Feuerwehr konnte der „eingeklemmte und schwerverletzte“ Fahrer geborgen werden und nach der Erstversorgung durch den eingeflogenen Notarzt zum Weitertransport in den Hubschrauber gebracht werden. Nach einer Platzrunde war die Übung dann beendet.

Von der Amtswehrführung lobte Sönke Rahn die Stapeler Wehren, die trotz einer verminderten Antrittsstärke alle Aufgaben mit Bravour gemeistert hatten. Bürgermeister Rainer Langbehn aus Süderstapel: „Unsere Bürger können sicher schlafen.“

zur Startseite

von
erstellt am 06.Nov.2016 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen