zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

16. Januar 2017 | 14:02 Uhr

Unterricht für Asylbewerber : Fit für den Straßenverkehr

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Integrations-Team vom Amt Mittleres Nordfriesland organisierte einen Kursus für Flüchtlinge in Bredstedt. Es ging um die wichtigsten Verkehrsregeln.

„Das Wichtigste ist Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr. Das gilt für alle Verkehrsteilnehmer“, sagt Fahrlehrer Malte Fröhlich eindringlich. Der gute Rat an die 20 Flüchtlinge – von Maroof Rahimi in die arabische Sprache übersetzt – lässt alle eben noch geführten Gespräche verstummen und die Teilnehmer des ersten Verkehrsinfokurses in Bredstedt aufhorchen. Konzentriert hören sie dem Verkehrsexperten zu und stellen Fragen.

Es ist eine Premiere für die im Amtsbereich Mittleres Nordfriesland untergebrachten Flüchtlinge. Mindestens genauso wichtig wie das Erlernen der deutschen Sprache ist für sie die Beherrschung der Verkehrsregeln. Das zeigt die Praxis immer wieder. So wurden bereits Asylbewerber radelnd auf Autobahnen gesichtet.

Schon länger hatten Jessica Mühlenbeck, Leiterin des Teams Integration beim Amt Mittleres Nordfriesland, sowie Flüchtlingsbetreuerin Derya Schaarschmidt, den Gedanken, spezielle Kurse für die von ihnen Betreuten anzubieten. Doch ohne Freiwillige, vor allem Fachkundige, war das nicht umzusetzen. Gemeinsam mit Ehrenamtlerin Tina Thomsen rührten sie insbesondere in den Fahrschulen der Stadt die Werbetrommel für das Projekt. Malte Fröhlich, Chef der gleichnamigen Fahrschule in der Osterstraße, war von dem Projekt begeistert. In eigenen Beobachtungen hatte er bereits festgestellt, dass viele die einfachsten Regeln nicht beherrschen. „Woher sollten sie auch. Genau deshalb habe ich mich zur Verfügung gestellt. Auf ehrenamtlicher Basis werde ich erst mal drei Kurse machen“, berichtet der engagierte Fahrlehrer, der im Januar 2015 die ehemalige Fahrschule Otzen vom Inhaber Lorenz-Peter Volquardsen übernommen hatte.

Binnen kürzester Zeit kniete sich Tina Thomsen unter Fröhlichs Anleitung intensiv in die Materie hinein. Sie übernahm einen großen Teil der 45-minütigen Kurseinheit. Mit Hilfe eines Beamers erklärte sie die wichtigsten Verkehrszeichen und -regeln. Da viele Teilnehmer mit Fahrrädern unterwegs sind, ging sie auch auf die Themen sicheres Fahrrad sowie Tragen eines Helms ein.

Rasch verging die Unterrichtsstunde. „Die hat gerade für die Grundregeln gereicht. Aber jeder kann alles noch mal zu Hause nachlesen“, sagte Thomsen. Dann ging es weiter. Vor der Tür wartete bereits der zweite von drei Kursen.

„Ich bin froh, dass ich eingestiegen bin. Es hat mir Spaß gemacht, und ich glaube, die Teilnehmer haben einiges mitgenommen“, so Fröhlich am Ende der Unterrichtsrunden mit insgesamt 60 Teilnehmern. Er habe großes Interesse festgestellt. „Die Menschen haben aktiv mitgemacht, soweit es die Sprache erlaubte, und immer wieder nachgefragt“, freute er sich. Eine Wiederholung oder Vertiefung könne er sich bei Bedarf vorstellen. Dafür opfere er gern noch einmal seine Freizeit. Auch Jessica Mühlenbeck war zufrieden. Es habe ihr einmal mehr gezeigt, wie wichtig auch solche Angebote sind.

Weitere Informationen unter www.amnf.de oder Telefon 04671/919227 (Schaarschmidt).



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert