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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 17:47 Uhr

KZ Husum-Schwesing : Finanzspritze für marode Gedenkstätte

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Grab für 300 KZ-Häftlinge auf dem Ostfriedhof soll aufgewertet werden – und leichter zu finden sein. Neben einer Informationstafel soll es auch ein Hinweisschild an der Flensburger Chaussee geben.

In einer Hinsicht sind sich die Stadtpolitiker jeder Couleur einig: Es soll eine Informationstafel geben für das Massengrab auf dem Ostfriedhof, wo rund 300 Häftlinge begraben liegen, die 1944 im Außenlager Husum-Schwesing des Konzentrationslagers Neuengamme umgekommen sind. Ein Hinweisschild an der Flensburger Chaussee soll ebenfalls aufgestellt werden. Und – ganz wichtig: „Die Gedenkstätte auf dem Friedhof ist in einem beklagenswerten Zustand. Wenn schon auf sie hingewiesen wird, muss die auch in Ordnung gebracht werden“, so SPD-Fraktionschef Horst Bauer. Allerdings: Wer verantwortlich ist für die Stätte, weiß keines der Mitglieder des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport. „In städtischer Obhut ist sie jedenfalls nicht“, ist sich Bürgermeister Uwe Schmitz sicher und verspricht eine baldige Klärung seitens der Verwaltung. Doch wer auch immer zuständig ist: 5000 Euro sollen für die Schilder und die Sanierung aus dem städtischen Haushalt bereitgestellt werden.

Ein weitergehender Vorstoß des SSW fand in besagtem Ausschuss hingegen keine Mehrheit: Fraktionschef Peter Knöfler hätte noch gerne eine weitere Informationstafel an „einem zentralen, öffentlichen Ort“ gehabt, die auf die „Elendsmärsche der KZ-Häftlinge vom Außenlager durch das Stadtgebiet zu den Baustellen des Friesenwalls hinweist“. Das sei eine einmalige Chance, sich an den Kreis anzuhängen, der an einer Aufwertung der Gedenkstätte in Husum-Schwesing arbeite (wir berichteten). Und eine Förderung durch die Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten stellte Knöfler auch in Aussicht. Vergeblich: Nach kurzer Diskussion über die Wege, auf denen die Häftlinge damals durch die Stadt zogen, und damit über einen möglichen Standort für die Tafel wurde der SSW-Antrag mehrheitlich abgelehnt.

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erstellt am 27.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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