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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2016 | 07:10 Uhr

Ambulance-nord Goldelund : Erste Hilfe mit französischem Charme

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Térésa Eigler war früher beim Rettungsdienst in Frankreich. Heute bietet sie Seminare an – auch zur Rettung von Tieren.

Seit 15 Jahren betreut Térésa Eigler mit ihrer gemeinnützigen Hilfsorganisation Ambulance-nord von Goldelund aus ein riesiges Einsatzgebiet: die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg, die Stadt Flensburg und die dänische Region Sønderjylland. Die Schwerpunkte der gelernten Rettungssanitäterin und Krankenschwester in der Intensivpflege liegen in der Ersthelfer-Ausbildung und im Sanitätsdienst. Jedes Jahr nimmt die Ausbilderin zu diesen Themenkreisen viele Leute unter ihre Fittiche. Immer mit dabei: Eine ihrer mehr als 30 Dummy-Puppen, die allesamt täuschend echt aussehen – vom Frühchen bis zum Erwachsenen. Manche können beatmet werden, andere eignen sich für die Untersuchung der inneren Organe oder bieten sich durch bewegliche Gelenke für Verbände an.

Jeden Lehrgang baut sie thematisch so auf, wie er zum Beispiel für Feuerwehrleute sinnvoll ist, für Eltern und Betreuer von kleinen Kindern, für Ersthelfer in Betrieben oder für Trainer in Sportvereinen. Den freiwilligen Helfern bei der Schutzstation Wattenmeer beantwortet sie im „Notfallmanagement im Wattenmeer“ unter anderem so wichtige Fragen wie: Was ist zu tun, wenn jemand bei einer Wattwanderung einen Kreislaufkollaps erleidet? Wo gibt es Hilfe, wenn der Rettungswagen die Unfallstelle im Watt nicht anfahren kann?

Und da für die 60-Jährige das Helfen nicht beim Menschen aufhört, bietet sie auch Erste Hilfe-Kurse für Hunde- und Katzenliebhaber an. Die Teilnehmer lernen darin, wie sie ihrem verletzten oder vergifteten Vierbeiner schnell und sinnvoll helfen können. „Das Seminar kann keinen Tierarzt ersetzen, aber es gibt den Teilnehmern mehr Sicherheit“, so die Kursleiterin, die aktuell bei Katzenbesitzern verstärktes Interesse an ihren Kursen feststellt: „Katzen verletzen sich oftmals bi Revierkämpfen“, weiß sie. Bei Hunden hingegen kommt es häufig zu Vergiftungen, nachdem sie vom Besitzer unbemerkt etwas gefressen haben. Die Teilnehmer lernen, wie sie darauf reagieren sollen, wie die Vitalfunktionen des Tieres überprüft, ein Verband angelegt und der Vierbeiner sicher zum Tierarzt transportiert wird. Der nächste „EH-pet“-Kurs für Hundeführer, Züchter und Tierfreunde startet am 11. Oktober an der Gemeinschaftsschule Bredstedt. Näheres dazu im Programm der Volkshochschule Bredstedt, Kursnummer 3555.

Auch für andere Bedürfnisse hat Eigler etwas Passendes im Programm. So probt sie bei Bedarf mit Helfern schwierige Einsatzszenarien in Form von Planspielen und sorgt bei den Übungen für das realistische Schminken der „Verletzen“. Zudem berät sie Familien bei Krankheiten oder in schwierigen Lebenslagen. Ihre Arbeitsweise beschreibt sie selbst als „Hilfe mit französischem Flair“. „Das kommt, weil ich in meiner Jugend – parallel zum Dienst beim Arbeiter-Samariter-Bund in Mannheim – im französischen Rettungsdienst ambulance municipale tätig war. Emotional und vom Lebensstil her liegen meine Wurzeln eher auf französischem Terrain.“ Daher also die Tricolore am Mast des Hofes, auf dem sie lebt, das „F“ an jedem Fahrzeugheck und die internationale Bezeichnung Ambulance-nord für ihre Hilfsorganisation.

Aktuell hat sie mit Mona Gehrckens (17) eine Praktikantin an ihrer Seite, die ihre berufliche Zukunft im medizinischen Bereich sieht. Weitere ehrenamtliche Helfer sind willkommen: „Wer in meinem Team mitmachen will, bekommt eine kostenlose Ersthelfer-Ausbildung. Als Gegenleistung erwarte ich von jedem Helfer zwei bis drei Sanitätsdienste pro Jahr“, sagt Térésa Eigler und rät allen Interessierten, sich im Internet auf www.ambulance-nord.eu näher zu informieren.

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