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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2016 | 13:07 Uhr

Neuer Chef im Husumer Bauamt : „Erst einmal den roten Faden reinbringen“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Den neuen Bauamtsleiter Jörg Schlindwein erwartet ein großer Berg an Aufgaben.

Husum hat einen neuen Bauamtsleiter: Ab heute leitet der 48-jährige Jörg Schlindwein das 32-köpfige Team im Rathaus. Seit 2002 ist der Pfälzer Schlindwein in der Husumer Verwaltung tätig. Im Interview spricht er über die Herausforderung des neuen Jobs, Kritik am Bauamt und darüber, was nun eigentlich mit dem Baugebiet Hockensbüll los ist.

Herr Schlindwein, heute treten Sie Ihren neuen Job offiziell an. Mal überspitzt gefragt: Warum tun Sie sich das an?

Das Wort „antun“ impliziert ja etwas Negatives, ich sehe die Aufgabe aber als etwas Positives, als eine Herausforderung, auf die ich mich freue.

Sie haben den Job ja vertretungshalber in der letzten Zeit ohnehin schon gemacht. Was verändert sich jetzt für Sie?

Erstmal wenig, auch dadurch, dass meine bisherige Stelle noch vakant ist. Andererseits ändert sich viel an meiner Position hier im Amt selbst, ich sitze als Bauamtsleiter an einer anderen Stelle. Wir haben ein tolles, funktionierendes Bauamt, das mit Fachpersonal besetzt ist. Und es gilt nun, diese Arbeit zusammen zu führen und nach außen zu vertreten.

Das Bauamt steht ja auch regelmäßig im Fokus der Öffentlichkeit und gelegentlich auch in der Kritik: Es ist zu langsam, es passiert nicht genug .  .  . Ist diese Kritik berechtigt? Und wenn ja: Wird sich etwas ändern?

Kritik ist eigentlich immer berechtigt, so lange sie sachlich ist. Dabei muss man aber auch sehen: Die Aufgaben, die wir zu erledigen haben, sehen vielleicht von außen einfach aus. Aber was sich intern dahinter verbirgt, an Vorschriften, an Verfahren, die wir einhalten müssen, das sieht man nicht.

   Natürlich hoffe ich, dass wir die Aufträge, die wir aus der Selbstverwaltung bekommen, in der uns vorgegebenen Zeit abarbeiten können. Aber ich glaube, es wird nie ganz ohne Kritik gehen. Dazu sind die Aufgaben eines Bauamtes viel zu präsent und dazu können viel zu viele Probleme auftreten, bei denen wir gucken müssen, wie wir sie in den Griff kriegen.

Das Thema, das das Bauamt jüngst auf Trab gehalten hat, ist das Husum Shopping-Center. Dort wurde nun der B-Plan und der Durchführungsvertrag abgesegnet. Ist das Thema damit erst einmal durch für Sie?

Nein, bloß die Gewichtung der Arbeit verlagert sich etwas. Der Vertrag ist geschlossen, das stimmt, das war eine große Hürde. Aber jetzt geht es auf anderen Ebenen weiter, weniger auf der der Verwaltung, jetzt sind beispielsweise Tiefbau oder Bauaufsicht gefragt. Ich denke generell, dass wir erst wirklich fertig sind, wenn das Einkaufszentrum eröffnet wird.

Was sind denn die nächsten großen Themen, denen Sie und ihr Team sich widmen werden?

Das kann ich noch nicht so genau einschätzen. In der Zeit, in der wir hier personelle Vakanzen hatten, haben wir versucht, das Dringendste abzuarbeiten. Jetzt entspannt sich die personelle Lage gerade etwas. Und nun müssen wir gucken, welche Projekte jetzt anstehen. Beispielsweise die Gestaltung der Kleikuhle, bei dem Thema gibt es ja auch Druck seitens der Politik und der Öffentlichkeit. Mit dem Thema werden wir uns nach der Sommerpause beschäftigen. Weiterhin stehen das Mobilitätskonzept oder die Neuregelung des ÖPNV auf der Agenda. Und natürlich die Obere Neustadt, dem Sanierungsgebiet, bei dem wir es leider noch nicht geschafft haben, richtig durchzustarten. Meine erste Aufgabe ist also, die Gesamtheit der Projekte zu erfassen und einen roten Faden rein zu bringen. Am wichtigsten ist jetzt natürlich die Siedlung Hockensbüll.

Das Baugebiet sorgt ja wieder für Aufregung. Woran hängt es denn nun genau, dass es damit nicht wirklich voran geht?

An der Bürokratie. Und daran, dass wir zu wenig Personal zur Verfügung hatten, um das Thema abzuarbeiten. Um eine endgültige Freigabe vom Land für die Ausschreibung der Tiefbauarbeiten zu bekommen, ist ein sehr komplexer Antrag erforderlich. Um in diesem Antrag alle Informationen richtig darzustellen, bedarf es einer gewissen Ruhe und es bedarf schlicht Zeit, die bisher nicht da war. Erschwerend kam hinzu, dass wir das Ganze umplanen und viele Dinge mit dem Land abstimmen mussten. Wir beabsichtigen aber, diesen Antrag nächste Woche einzureichen.

Aber was hat das damit zu tun, dass der B-Plan für Hockensbüll auf der jüngsten Stadtvertretung von der Tagesordnung geflogen ist?

Weil wir auf das Shopping-Center fokussiert waren und kaum Luft hatten, haben wir in der Vorlage für den Satzungsbeschluss über den B-Plan kleine handwerkliche Fehler festgestellt. Deshalb wollten wir noch einmal nacharbeiten. Dazu muss man aber sagen: Ob der Satzungsbeschluss vor der Sommerpause oder nach Sommerpause gefasst wird, ändert an den zeitlichen Planungen nichts. Der Grund für die Verzögerung ist der, dass wir den besagten Antrag nicht fertig bekommen haben. Da bin ich ganz offen. Wenn wir das Gelände dann erschließen können, können wir in die Vermarktung der Grundstücke einsteigen. Das soll im Lauf des kommenden Jahres durchgezogen werden.

Und Sie sagen, das klappt nächstes Jahr – entgegen der zahlreichen Stimmen, die sagen, vor 2018 werden dort noch keine Grundstücke verkauft?

Ich weiß nicht, wer das sagt. Ich sage das nicht.

Also: Sie sagen weiterhin, 2017 verkaufen wir die ersten Grundstücke?

Ich sage: Im kommenden Jahr starten wir mit der Vermarktung der Grundstücke. Ob letztendlich Kaufverträge unterzeichnet werden oder nicht, hängt ja noch von ganz anderen Faktoren ab. Zum Beispiel: Sind die künftigen Bauherren bereit, einen Kaufvertrag zu unterschreiben, wenn die Straßen noch nicht ganz fertig sind.

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erstellt am 01.Aug.2016 | 13:00 Uhr

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