zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

05. Dezember 2016 | 01:30 Uhr

Imitator Matze Knop in Husum : Er macht alle nach – und auf dicke Hose

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein Comedy-Programm als Versprechen: Vor seinem Auftritt am 16. November in Husum gibt der Parodist „Kaiser“-Schmarrn von sich – und und noch mehr.

Matze Knop parodiert immer wieder Fußballer – er kennt sich aus in der Szene. Doch nicht nur wegen seiner Affinität zum runden Leder ist er in Talkshows und anderen Fernsehsendungen gefragt. Auf der Bühne macht der Comedian, Moderator, Sänger, Schauspieler und Imitator gerade auf „Dicke Hose“. Was das Publikum am Mittwoch, 16. November (20 Uhr), im Husumer Nordsee-Congress-Centrum zu erwarten hat, wie Franz Beckenbauer verschwundene WM-Millionen erklärt und was er so auf einer Hallig treibt – auch darüber sprach unsere Zeitung mit dem 41-Jährigen.

 

Herr Knop, neben Kloppo, also Kult-Fußballtrainer Jürgen Klopp, gehört „Kaiser Franz“ unzweifelhaft zu Ihren parodistischen Paraderollen. Das hier ist jetzt die Gelegenheit, endlich mal reinen Tisch zu machen in der Affäre um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland: Herr Beckenbauer, was ist wirklich mit den 6,7 Millionen Euro passiert, für die Sie unterschrieben haben?

(Wechselt in die Parodiestimme des Kaisers; Anm. d. Red.) Erstmal ist das schon unglaublich lange her. Ich habe damals ja immer unterschrieben und fürs Durchlesen hatte ich diverse Leute im Hintergrund. Und mal ganz ehrlich: Für 6,7 Millionen kriegt man normalerweise keine WM – also, hehe, an der Autobahnraststätte kriegst du da vielleicht noch einen Käselutscher. Oder du kannst Mario Gomez holen, Wolfsburg hat’s ja vorgemacht. Hätte ich die WM wirklich gekauft, dann doch nicht nur bis zum Halbfinale, hätte ich das Finale doch nicht den Italienern überlassen – so bescheuert kann man doch gar nicht sein!

 

Mit „dicke Hose“, wie es Matze Knop in seinem aktuellen Bühnenprogramm diagnostiziert, hat das also nichts zu tun? Sie wollen sich dafür keinen Porsche kaufen?

Hallo? Ich hab’ doch einen Helikopter. Ich brauch’ doch keinen popeligen Porsche, was soll der Quatsch? Da müssen wir jetzt auch mal ein bisschen seriös bleiben: Ich hab’ das Land von oben gesehen, dann muss ich doch nicht auf den Autobahnen rumkriechen und im Stau stehen.

 

Neben dem Kaiser und Kloppo parodieren Sie Lahm, Ribery, Robben, Luca Toni, demnächst Ancelotti...  Wer war am leichtesten, wer am schwersten einzustudieren? Und wie lange dauert es in der Regel, bis eine Parodie bühnenreif ist?

Bayerns Ex-Stürmer Luca Toni war schon ein Heimspiel. Mit meinen dunklen Augenbrauen liegen mir Südländer sowieso. Hinzu kommt, dass Luca Toni mit seiner Theatralik eine Menge geboten hat – das Drehen am Ohr, der Gestus, da braucht es dann nicht mehr viel. Anders Felix Magath: Bis ich allein die Art des Sprechens draufhatte... Bei Guardiola hätte ich mir gewünscht, dass er ein bisschen mehr bringt. Aber im Programm kommt er gut, die Leute lieben ihn. Beckenbauer wiederum ist ein Selbstläufer, der Kaiser kann zu allem was sagen.

 

Und wie läuft’s mit Bayern Münchens neuem Trainer?

Bei Ancelotti kann ich die Augenbraue hochziehen wie er, die Perücke ist fertig, aber ansonsten noch viel Arbeit. Man muss die Leute ja erst kennenlernen, ehe man sie parodieren kann. Wie lange es dann dauert, ist unterschiedlich. Aber wenn nach langem Üben eine Person geknackt ist, dann ist das ein geiles Gefühl.

 

Dürfen Sie eigentlich auch mal in Ruhe Matthias Knop sein, oder schreit die Öffentlichkeit immer gleich nach Lothar Matthäus und Joachim Löw?

Es geht. Ich bin natürlich bekannt dafür, dass ich parodiere – und das mach’ ich ja auch sehr gerne und steck’ da viel Leidenschaft und Elan rein. Aber ich bin natürlich auch gerne mal ich selber. Und es gibt ja auch den normalen Matze Knop. Der bin ich auch in meiner Bühnenshow. Da mach’ ich ja nicht nur Parodien, das würde den Leuten auf Dauer auch auf den Wecker gehen  .  .  .

 

Was bietet die Show noch?

Viel von mir. Ich würde mal behaupten, ich erlebe in meinem Leben genug (lacht), um darüber reden zu können. Da geht auch so Manches spontan ab, hauptsächlich mit Publikum und so. Ich glaub’, ich hab’ da eine gesunde Mischung gefunden. Es vereint sich sozusagen alles in Matze Knop, der Person, die alles darstellt: Supa Richie und MANni der Busfahrer und G.G. Merkel und DJ Hacke und so weiter... Dazu parodiere ich jetzt auch noch eine Frau: Frau Doktor Shirley Miller, die während der Show Ernährungstipps aus den USA rüberschickt.

 

Die Bühne ist eine Sache: Werden Sie auf der Straße oft angehalten, um irgendjemanden nachzumachen?

Nicht unbedingt. Mittlerweile kennen mich die Leute auch als Matze Knop sehr gut, weil ich eben in vielen Sendungen gar nicht mehr in eine Rolle schlüpfe – egal, ob jetzt bei Carmen Nebel, Eckhard von Hirschhausens „Quiz des Menschen“ oder der NDR-Talkshow. Klar kommt das mal vor, dass einer sagt, „mach’ doch mal den Lodda“. Dann mach’ ich’s auch schon mal. Oder ich sage (wechselt zur Parodiestimme): „Und wenn mal grad ein Lodda Matthäus hat Besseres zu tun, ein Lodda Matthäus parodiert jetzt nicht.“ Dann hab’ ich es quasi kurz getan und, hehe, muss nicht noch ellenlange Monologe verbreiten.

 

Ihr Programm, mit dem Sie Mitte November auch in Husum gastieren, heißt „Diagnose Dicke Hose“. Das klingt wieder nach Fußball – oder worum geht es noch?

Fußball spielt im Programm eine große Rolle, klar. Daher muss ich es laufend aktualisieren. So ist Portugal Europameister und auf einmal finden viele Ronaldo sympathisch. Darauf muss ich natürlich reagieren. Aber es gibt auch viele Themen, die nichts mit Fußball oder generell Sport zu tun haben. Das muss auch sein für all die Frauen, die ihre Männer ins Programm begleiten, für Sport aber kein Interesse hegen. So geht es um Gesundheit, um Schuhe, es geht um Autos und auch eine Frau kommt zu Wort: Matzeika Knoplesias. Kurzum: Es ist eine Standup-Comedyshow, die über zwei Stunden die Leute gut unterhalten soll.

Sie waren im April 2014 zuletzt in Husum. Haben Sie seinerzeit auch etwas von Nordfriesland bewusst wahrnehmen können oder „fliescht“ jemand wie Sie alias Supa Richie von Auftritt zu Auftritt?

Ich bemühe mich immer, das nach einem Auftritt irgendwie hinzubekommen. Im Rückblick verblassen natürlich die Bühnen insofern, als sie im Wesentlichen alle gleich aussehen. In der Erinnerung ist es dann immer der Ort und die Umgebung, die damit einhergehen. Gelingt natürlich nicht ständig, auch mal mit den Begleitern in die Stadt zu gehen. Und dann kommt man ja auch immer spät ins Bett, weil man noch Autogramme schreibt und Fotos und Selfies macht. Und dann muss man morgens natürlich auch mal ein bisschen ausschlafen nach so einer Zwei-Stunden-Show. Ich würde mir manchmal wünschen, dass es ein bisschen mehr wäre – gerade der Norden da oben bei Euch hat ja auch eine Menge zu bieten.

 

Klingt als hätten Sie schon mehr davon gesehen...

Als Kind war ich oft im Urlaub da. Von daher werden bei mir im-mer auch Kindheitserinnerungen wach. Wenn ich so die Dörps durchquere, kommt es wieder: Ja, da bin ich mit meinen Eltern auch immer durchgefahren.

 

Wo war Klein-Matze denn damals so im Urlaub?

Vermutlich überall schon. Auf Sylt, auf Föhr, auf Amrum. Ich war auf dem Festland natürlich und auch auf den ostfriesischen Inseln – angefangen von Borkum bis Wangerooge. Was das angeht, hab’ ich wirklich den kompletten Norden als Kind bereist. Für meine Atemwege war das ganz gut, glaub’ ich. Die Ostsee hab’ ich auch gesehen.

 

Die Landschaft sagt Ihnen offensichtlich zu. Ist der Menschenschlag auch Ihr Ding?


Ich komm’ mit den Nordlichtern gut klar. Die sind natürlich am Anfang nicht so wie der Kölsche, der einen gleich mit drei Karnevalswitzen überfällt. Aber wenn die einen ins Herz geschlossen haben, dann sind die immer sehr treu, wie ich finde. Und dann auch sehr herzlich und angenehm. Ich hab’ da auch einige Urlaubsbekannte, die aus Lübeck kommen, aus Hamburg oder aus Kiel, mit denen hat man immer mal sporadischen Kontakt.

 

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Hallig mitnehmen?


Einen Wälzer wie „Per Anhalter durch die Galaxis“, ein Skimboard, um über das flache Wasser zu gleiten, und Nüsse. Die sind gesund und hervorragend gegen Langeweile – und man fühlt sich danach deutlich besser als nach Schokolade und Gummibärchen.


Eintrittskarten gibt es unter anderem in den Kunden-Centern unserer Zeitung, in Husum in der Buchhandlung Liesegang und im Reisebüro Biehl sowie bei Foto Schlayer in Bredstedt.

 

zur Startseite

von
erstellt am 27.Okt.2016 | 17:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen