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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 15:51 Uhr

Tierärztin aus Nordfriesland : Entwicklungshilfe statt Urlaub in Sri Lanka

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Tierärztin Dr. Christine Montag (51) aus Risum-Lindholm leitete in Colombo ehrenamtlich einen zehntägigen Workshop für einheimische Tierarzthelfer.

Während andere Tierärzte ihre Praxis für einen Erholungsurlaub schließen, engagierte sich Dr. Christine Montag aus Risum-Lindholm jetzt für den Tierschutz auf Sri Lanka. Gemeinsam mit der Welttierschutzgesellschaft reiste sie für zehn Tage in den Inselstaat im Indischen Ozean, um Tierarzthelfer fortzubilden. Bereits vor 30 Jahren entstand bei der Tierärztin der Wunsch, ihr Wissen in anderen Ländern an Menschen weiterzugeben. „Das Programm ,Tierärzte Weltweit‘ kam nun genau zum richtigen Zeitpunkt“, freut sich die 51-jährige Nordfriesin.

In Sri Lanka existiert zwar eine tierärztliche Ausbildung, allerdings entspricht diese vielfach nicht den internationalen Standards. Neben den Tierärzten sorgen sogenannte Animal Handler (engl. to handle – sich um etwas kümmern) für die Tiere in den Praxen, den Kliniken und auf der Straße. Ihre Tätigkeit entspricht der eines Tierarzthelfers – allerdings ohne Ausbildung und mit großen Lücken im Grundwissen. Durch die vorwiegend buddhistische Prägung im Land ist der Umgang mit den Tieren wohlwollend, heißt es dazu weiter in einer Pressemitteilung der Welttierschutzgesellschaft. Trotzdem falle auf, dass grundlegende Tierschutzgedanken in der Bevölkerung, bei den Tierärzten als auch den Animal Handlern nicht etabliert sind.

Mit dem Programm „Tierärzte Weltweit“ will die Welttierschutzgesellschaft durch Aus- und Fortbildungskurse eine langfristige Verbesserung der Lebensbedingungen von Haus- und Nutztieren erreichen. In Sri Lanka wurde daher zusammen mit dem lokalen Kooperationspartner, der PetVet Klinik in Colombo, ein Weiterbildungskurs für Tierarzthelfer entwickelt. Insgesamt 42 Teilnehmer konnte Montag gemeinsam mit Daniela Schrudde, Tierärztin der Welttierschutzgesellschaft, in der Tierklinik begrüßen. Das Interesse an diesem Kurs war so groß, dass einige der Teilnehmer im Vorfeld sogenannte Assessment Center durchlaufen mussten. „Die Freude und Dankbarkeit der Kursteilnehmer lernen zu dürfen, wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben“, beschreibt Montag ihre Eindrücke.

Im theoretischen Unterricht wurden Themen wie Wundbehandlung, OP-Hygiene und Schmerzbehandlung besprochen – und an den Nachmittagen das erworbene Wissen an den Patienten der Klinik praktisch angewendet. Für viele Tierarzthelfer war es der erste praktische Unterricht und für lokale Verhältnisse ungewöhnlich lang. „Alle waren mit großem Engagement und Humor bei der Sache, so dass die für mich wirklich anstrengende Arbeit bei der Hitze trotzdem zur Freude wurde“, erinnert sich Montag. „Es war Erfüllung pur.“

In Malawi und Gambia hat das Team von „Tierärzte Weltweit“ in diesem Jahr bereits Fortbildungen gegeben. Zwei weitere Reisen sind noch für dieses Jahr geplant. Im Herbst geht es in den Kosovo sowie für eine zweite Fortbildung nach Malawi. Für kommende Reisen sucht die Welttierschutzgesellschaft noch erfahrene Tierärztinnen und Tierärzte, die die Kurse leiten.

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erstellt am 22.Aug.2015 | 16:00 Uhr

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