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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 13:19 Uhr

Ferienhof in Bargum : „Einmalig in Schleswig-Holstein“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Sozialverband Deutschland hat den Ferienhof für Menschen mit Behinderungen in Bargum ausgezeichnet. Landesverbandsvorsitzender Wolfgang Schneider bezeichnete das Haus als einmalig im Land.

„Carpe Diem“ – „Genieße den Tag“ – ist nicht nur eine der Lebensweisheiten, die an verschiedenen Stellen im Ferienhof für Menschen mit Handicaps in Bargum zu lesen sind. Die Worte sind zugleich Leitmotiv der Betreiberin Kerstin-Tüchsen Jürgensen. Mit viel Liebe zum Detail hat sie ihre vielfältigen Ideen zum Wohl ihrer Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet umgesetzt.

Behaglich und einladend wirkt der ehemalige elterliche Bauernhof aus dem Jahre 1844 – innen wie außen. Ein Gefühl des Wohlbefindens lösen schon die von der Chefin des Hauses mit Bedacht gewählten Farben an Wänden und Decken aus. Wolfgang Schneider, Vorsitzender des Landesverbandes Schleswig-Holstein im Sozialverband Deutschland (SoVD), zeichnete im Namen des Verbandes die Inhaberin des nicht alltäglichen Feriendomizils nun mit dem „Gütesiegel für ein besonderes Engagement für die Teilhabe von behinderten und älteren Menschen in der Gesellschaft“ aus. Das Siegel in Form einer Bronzetafel und die dazu gehörende Urkunde nahm sie dankbar an. „Damit würdigen wir die erfolgreichen Bemühungen, Ihren Ferienhof durch bauliche Veränderungen den Bedürfnissen von Menschen mit Handicap anzupassen. Ein solches Haus ist einmalig in Schleswig-Holstein“, erklärte Schneider bei Übergabe.

Hervorzuheben sei, dass die gesamte Anlage inklusive der Gemeinschaftsräume – dabei auch ein Freizeitraum mit einer sogenannten Snoezel-Ecke zum Entspannen, Grillplätzen, Spielplatz und einem Bereich für Tiere, wie Ponys, Schafe, Ziegen und mehr – barrierefrei und mit viel Fingerspitzengefühl gestaltet worden sei. Neben den 23 Zimmern mit insgesamt 40 Betten (meist Doppelzimmer mit geräumigen, behindertengerechten Betten und Bädern, teilweise mit Pflegebetten ausgestattet) und den ungewöhnlich breiten Türen, die auch großen Rollstühlen genügend Platz zum Durchfahren bieten, sei die farbenfrohe Gestaltung des Hauses unter Reet herauszustellen. „Das erleichtert auch den Gästen mit einer Sehbehinderung oder kognitiven Einschränkung die Orientierung wesentlich“, so Schneider. Auffällig auch: alle Räume sind mit Symbolen markiert, Zimmernummern ertastbar.

„Mit Ihrem Ferienhof ist Ihnen ein großer Wurf gelungen. Mit der gelungenen Konzeption ist er ein wichtiger Mosaikstein auf dem Weg zur Verwirklichung des inklusiven Tourismus im Lande“, so das Resümee Schneiders. Gratulanten waren Hans Böttcher vom Ortsverband Husum im Sozialverband, Momme Petersen, Vorsitzender des Ortsverbandes Langenhorn, sowie Sönke Paulsen, Bargums stellvertretender Bürgermeister. Böttcher lobte als selbst Betroffener die gelungene Umsetzung. „Die Menschen mit Behinderungen werden von unseren Bürgern wahrgenommen. Sie kommen ins Gespräch“, sagte Paulsen.

Bei der Führung durch die Räume berichtete die Gastgeberin, dass sie vor 15 Jahren damit begonnen habe, den Hof Stück für Stück mit Hilfe ihres Freundes für besagte Zwecke um- und auszubauen. Drei Teilzeitkräfte unterstützen die gelernte Hauswirtschaftsleiterin, die damit eine Vision für sich realisierte. Jeweils von März bis November jeden Jahres sei sie von Gruppen behinderter Menschen mit ihren Betreuern ausgebucht. In den übrigen Monaten steht das Domizil zum Winterfrühstück nach Anmeldung auch anderen Gästen offen. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Hauses unter: www.behindertenferien-nordsee.de.

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