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Husumer Nachrichten

24. April 2017 | 15:24 Uhr

Husum : Eine Loge von Frauen für Frauen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die zweite Frauenloge Deutschlands gibt es seit 2009 in Husum: Es ist die Maria-Loge. „Erkenne Dich selbst“ lautet der Leitspruch der Schwestern.

Schon manch einer wird sich gefragt haben, was hinter den Türen des Hauses Osterhusumer Straße 1 vorgehen mag. „Nichts Geheimnisvolles, nichts Mystisches und schon gar nichts Konspiratives“, betont Annegret von Hielmcrone, die Präsidentin der Maria-Loge 2 Husum – so der offizielle Name. Die gelernte Buchhändlerin weiß, dass sich in der Öffentlichkeit noch immer Vermutungen halten, es handele sich um einen Geheimbund. „Ein Geheimbund ist die Loge höchstens im Sinne von geschlossen, weil nur Mitglieder an unseren Ritualen teilnehmen dürfen.“ Die Logenarbeit sei auf christlich-ethischen Zielen aufgebaut, habe aber nichts mit Religion zu tun, erläutert sie im Gespräch mit unserer Zeitung: „Unsere schwesterlichen Zusammenkünfte haben das Ziel, an uns selbst zu arbeiten, wobei Selbsterkenntnis und Persönlichkeitsentwicklung im Vordergrund stehen“.

Nicht nur die Arbeit an sich selbst soll gefördert werden, sondern auch das Einstehen für den anderen, erklärt sie, und dass der Leitspruch des Husumer Maria-Ordens lautet: „Erkenne Dich selbst“. „Wir treffen uns zweimal im Monat. Beim Austausch der Logenmitglieder miteinander eröffnen sich Möglichkeiten, zu sich selbst zu finden und zur Ruhe zu kommen. Unser Versammlungsort ist ein Rückzugsort, in dem jeder Kraft für sich schöpfen kann.“

Das Logenhaus in der Osterhusumer Straße ist 1906 anlässlich der Gründung der „Johannisloge zur Bruderliebe an der Nordsee“ gebaut worden und Eigentum der Freimaurer. „Für uns ist es ein Glücksfall, dass die Logenbrüder uns die Räumlichkeiten für unsere Zusammenkünfte zur Verfügung stellen.“

Die gebürtige Husumerin erinnert sich, wie es zur Gründung der zweiten Frauenloge in Deutschland kam. Über ihren Ehemann, der Freimaurer ist, habe es Kontakte nach Norwegen und Schweden gegeben, an denen auch die Ehefrauen beteiligt waren. „So lernte ich dort Frauen kennen, die mir von ihrer Logenarbeit und deren Zielen erzählten. Dabei erfuhr ich, dass der Maria-Orden 1916 – mitten im ersten Weltkrieg – von Dagny Kristensen aus Oslo gegründet worden ist, um sich unabhängig von den geschlossenen männlichen Logen zu treffen. Was ich damals hörte, war nicht nur für mich spannend. Ehefrauen der Freimaurer aus Bremen griffen den Gedanken einer Logengründung auf und haben ihn im Jahre 1996 verwirklicht.“

In Husum war es im Jahr 2009 soweit. Frauen, die von den Zielen des Ordens überzeugt waren, hatten sich zur Gründung zusammengefunden, Annegret von Hielmcrone ist seitdem die gewählte Präsidentin.

Die Mitgliederzahlen sind seitdem ständig gewachsen, wobei das Lebensalter zwischen 40 und 70 Jahren liegt, erzählt sie. Die Husumer Loge sei eher jung, das Eintrittsalter liege bei 25 Jahren. Die Entscheidung für eine Mitgliedschaft sollte im Einklang mit der privaten und beruflichen Situation getroffen werden, was gerade bei jungen Frauen durch Karriere und Familie nicht immer leicht sei.

Interessierte, die sich mit den Zielen des Ordens identifizieren können, sind zu Gästenachmittagen, die zweimal im Jahr stattfinden und zu Führungen durch das Haus während der Kulturnacht herzlich willkommen.

„Nebenbei tun wir auch noch Gutes im Stillen. Wir sammeln für Menschen in Not. Dabei geht es nicht um spektakuläre Beträge. Aber dennoch freuen wir uns, unproblematisch, schnell und wirksam helfen zu können“, so die Präsidentin.

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