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Husumer Nachrichten

30. Juli 2016 | 22:40 Uhr

Historisches Ergebnis : Eine Bürgermeisterin für Tönning

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Dorothe Klömmer wird als erste Frau Verwaltungschefin der Eider-Stadt. Sie siegte am Sonntag mit deutlichem Vorsprung über ihre vier Mitbewerber. Am 1. Januar 2015 wird sie ihr Amt antreten.

Dieses eindeutige Ergebnis hatten wohl die wenigsten erwartet: Dorothe Klömmer hat am Sonntag die Bürgermeister-Wahl gleich im ersten Anlauf für sich entschieden. 56 Prozent der Stimmen fielen auf die 34-jährige Juristin. 1234 Tönninger entschieden sich für die Juristin aus Erfde. Viele waren davon ausgegangen, dass es eine Stichwahl geben würde. Doch die vier weiteren Kandidaten kamen nicht einmal in die Nähe ihres Ergebnisses. Alle blieben unter 20 Prozent.

SPD-Kandidat und Mitfavorit Stefan Runge erhielt 16,4 Prozent (362 Stimmen). Die Enttäuschung war dem Bürgervorsteher anzusehen. Er gratulierte Dorothe Klömmer und verließ dann eilends den Sitzungssaal. AWT-Kandidat Hans Wolff errang 15,6 Prozent (343 Stimmen). Auch ihn hielt es nach der Gratulation nicht mehr lange im Rathaus. Den letzten Platz teilen sich die parteilosen Einzelbewerber Christian Helm und Patrick Leopold: Für sie entschieden sich jeweils sechs Prozent (133 Stimmen). Die Wahlbeteiligung lag bei 52 Prozent der 4181 Wahlberechtigen. Damit war sie weit besser als vor sechs Jahren: damals betrug sie gut 30 Prozent. Allerdings gab es 2008 nur einen Kandidaten: Frank Haß.

Schon gleich das Ergebnis aus dem ersten Wahlkreis deutete an, dass Dorothe Klömmer als Siegerin aus dem Rennen hervorgehen könnte. In Kating stimmten 62 Prozent für sie, im Wahllokal Awo-Altenbegegnungsstätte waren es dann 50,8 Prozent, im Jugendzentrum sogar 62,2 Prozent und in der Tourist-Info 53,2 Prozent. Gut 90 Minuten mussten sie und die rund 80 Anwesenden warten, ehe feststand, dass Dorothe Klömmer als erste Frau in der Geschichte Tönnings das Bürgermeister-Amt übernehmen darf. Um 19.39 Uhr die Erlösung – Bürgermeister Frank Haß kam mit dem Blumenstrauß in der Hand auf sie zu. „Ich bin überwältigt. Das hätte ich nicht erwartet. Wegen der Anzahl der Kandidaten hatte ich mit einer Stichwahl gerechnet. „Ich will mein Bestes für die Bürger geben. Ich danke allen für ihre Stimme.“ Sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit den Fraktionen der Stadtvertretung. Somit wird Dorothe Klömmer am 1. Januar 2015 an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehren. Denn von 2008 bis 2012 hatte sie bereits in der Tönninger Verwaltung gearbeitet. Ihr erster Gratulant war Thomas Klömmer, aber nicht nur als Ehemann, sondern auch als Kollege: Er ist ehrenamtlicher Bürgermeister von Erfde.

„Sie hat verdient gewonnen“, sagte Christian Helm. „Ich wünsche mir für Tönning, dass Dorothe Klömmer ihre Wahlversprechen einlösen wird.“ Er selbst hatte sich ein besseres Ergebnis für sich erhofft. Patrick Leopold nahm seine Niederlage gelassen. „Immerhin habe ich 133 Bürger erreicht und einen Stein ins Rollen gebracht. Aber die großen Parteien machen halt das Rennen.“ Dorothe Klömmer wurde von der CDU und dem SSW unterstützt, ist selbst CDU-Mitglied, hatte aber immer betont, dass sie das Bürgermeister-Amt als neutral ansieht.

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erstellt am 15.Sep.2014 | 07:30 Uhr

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