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Husumer Nachrichten

02. Dezember 2016 | 19:11 Uhr

Husumer Amtsgericht : Einbrecher zeigt Reue – mit Erfolg

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auf der Anklagebank des Husumer Schöffengerichtes saß ein 27-Jähriger, dem besonders schwerer Diebstahl in 13 Fällen vorgeworfen wird. Durch sein Geständnis fiel das Strafmaß milde aus.

Der Beutezug hatte es in sich: Auf der Anklagebank des Husumer Schöffengerichtes saß ein 27-Jähriger, dem besonders schwerer Diebstahl in 13 Fällen vorgeworfen wird. Dabei war zum Teil viel Geld erbeutet worden und bei allen Einbrüchen entstand ein hoher Sachschaden. Allerdings war es in drei Fällen beim Versuch geblieben, bei anderen ging es nur um kleinere Summen. So wurden aus einer Pizzeria in Oldersbek zum Beispiel lediglich zwei Getränkekisten Cola, aus dem Kurmittelhaus auf Nordstrand einige Tuben Creme und in der dortigen Herrendeich-Schule ein Tresor mit alten Schulzeugnissen gestohlen worden.

Während gegen drei Tatverdächtige zu einem späteren Zeitpunkt verhandelt wird, musste sich der Vierte im mutmaßlichen Quartett bereits jetzt vor Gericht verantworten. Durch sein umfassendes und reuiges Geständnis ersparte der 27-Jährige der Justiz jedoch einen langen Prozess.

Der gelernte Maurer war – wie die Beweisaufnahme ergab – in einer privat schwierigen Situation und für kurze Zeit auf die schiefe Bahn geraten. Von Anfang Januar bis Anfang März vergangenen Jahres hatte er sich „falschen Freunden“ angeschlossen, die ausspionierten, wo ein Einbruch lohnend erschien. Spätabends starteten die Männer dann samt Hammer und Flex – manchmal auch mit einem gemieteten Leihwagen – zu ihren Beutezügen quer durch Nordfriesland und Dithmarschen.

In Hövede wurde mit einem Hammer das Fenster eines Gebäudes eingeschlagen und aus einem Bürocontainer zwei Computer sowie ein Tresor mit mehreren hundert Euro Bargeld gestohlen. Während kurz danach auf Nordstrand nahezu keine Beute gemacht werden konnte, stahlen die Täter aus einem Imbiss in Niebüll rund 130 Euro aus dem Geldkasten eines Sparclubs. Bei einem Einbruchsversuch in das Bürgerbüro von Hattstedt wurden die Männer von einer Alarmanlage abgeschreckt, im Gebäude der Amtsverwaltung Nordsee-Treene in Mildstedt dagegen wurde aus einem Tresor ein hoher Bargeldbetrag erbeutet, zahlreiche Dokumente sowie ein Sparbuch über 34  000 Euro. Was mit diesem Sparbuch geschah, bleibt bislang offen.

Ein ebenfalls hoher Bargeldbetrag fiel den Tätern im Gebäude der Abfallwirtschaftsgesellschaft in Ahrenshöft in die Hände und ganz in der Nähe ließen sie aus einem anderen Haus eine Geldkassette mit 50 Euro mitgehen. Ein Einbruch in eine Tischlerei in Garding wurde abgebrochen, auch nach ihrem gewaltsamen Eindringen in die Räume eines Busunternehmens in Leck gingen die Täter leer aus. Mehrere hundert Euro erbeuteten sie jedoch beim Einbruch in ein anderes Reiseunternehmen in Dagebüll. Nachdem die Männer in der Oldersbeker Pizzeria nur zwei Kisten Cola fanden, wurde das Vereinsheim des Golfclubs in Schwesing angesteuert, wo etwas Bargeld und Metallchips für einen Golfball-Automaten gestohlen wurden. Kurz danach war – ohne dass dazu Einzelheiten bekannt wurden – die Polizei auf die Spur der mutmaßlichen Täter gestoßen.

Da der fest angestellte Maurer, der in Kürze seine Ausbildung zum Meister beginnen will, aus Sicht der Staatsanwaltschaft „ein vernünftiger junger Mann“ ist, von Anfang an ein volles Geständnis ablegte, sich einer Selbsthilfegruppe anschließen will und er nur wenige Wochen lang „ausgetickt“ war, forderte sie als Gesamtstrafe lediglich ein Jahr und acht Monate Haft auf Bewährung. Zusätzlich soll der 27-Jährige jedoch eine Geldbuße in Höhe von 4000 Euro zugunsten einer sozialen Einrichtung zahlen. Der Verteidiger schloss sich dem weitgehend an, plädierte aber auf eine Geldbuße von maximal 2000 Euro. Im Endeffekt reduzierte das Schöffengericht diesen Betrag noch einmal auf 1000 Euro. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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