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Husumer Nachrichten

05. Dezember 2016 | 19:40 Uhr

Husum und Umgebung : Einbrecher nur im Standby-Modus?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Zahl der Einbruchsdiebstähle in Husum und Umland ist zuletzt deutlich zurückgegangen. Von Entwarnung kann aus Sicht der Kripo allerdings keine Rede sein, auch wenn mehrere Ermittlungserfolge Hoffnung machen.

„Statistiken sind ein weites Feld“, sagt Sven Knies. „Wir zum Beispiel arbeiten mit mehreren Datenbanken“, so der Leiter der Kriminalpolizeistelle Husum. Und jede davon gibt ein anderes Bild wieder. Derlei Statistiken einfach übereinander zu legen und daraus Schlussfolgerungen ableiten zu wollen, sei dann auch problematisch, erklärt der Kripomann beim Pressegespräch in der Polizeistation Husum. Hintergrund war ein Medienbericht, in dem das statistische Material der Kripo als „rätselhaft“ und wenig erhellend bezeichnet worden war.

Die Kriminalstatistik ist nur eine solche Datenbank, und sie wird mit Zeitverzug bearbeitet, erläutert Knies. „Demgegenüber gibt uns die Eingangsstatistik ein echtes Lagebild, auf das wir reagieren müssen.“ Da geht es um akute Fälle, erläutert er. Und derer gab es in Husum und Umgebung – zwischen Bredstedt und St. Peter-Ording – mehr als genug. Um so erfreulicher, dass die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle (WED) zuletzt deutlich zurückgegangen ist. Grund zur Entwarnung sieht Knies allerdings nicht. Auch für Einbrecher gibt es eine Haupt- und Nebensaison. Und es bedarf keiner allzu blühenden Fantasie, um sich vorzustellen, dass Einbrüche in Ferienwohnungen und -häuser bessere Erfolgsaussichten haben, wenn diese nicht gerade mit Urlaubern belegt sind. Knies kann demzufolge auch nicht ausschließen, dass es wieder mehr WEB-Straftaten geben wird, wenn die Touristen fort und die Feriendomizile verwaist sind.

Zuletzt waren die Eingangszahlen zwischen Oktober/November 2015 und Februar/März in die Höhe geschossen – und zwar beträchtlich. Im ersten Halbjahr 2016 wurden 142 Wohnungseinbrüche beziehungsweise -einbruchsversuche registriert: mehr als doppelt so viele wie in den Vorjahren. Kuriosum am Rande: In den vergangenen zwei Monaten gab es dann deutlich weniger Einbrüche als im vergleichbaren Zeitraum der Vorjahre. Aber wie gesagt: Das ist kein Grund zur Entwarnung. „Es muss ja zum Beispiel nur eine Gruppe weg sein“, sagt der Kripo-Chef.

Die meisten Einbrüche gehen nach kriminalpolizeilichen Ermittlungen auf das Konto von Banden-Kriminellen. Aber es gibt auch Ausnahmen beziehungsweise andere Täterprofile. Und einige von ihnen erscheinen selbst gestandenen Kriminalisten wie Knies „rätselhaft“: Zum Beispiel jene Täter, die auf Eiderstedt gezielt Flachbild-Fernseher mitgehen ließen. „Dort sind die Einbruchsschäden oft um einiges größer als der Wert des Diebesguts“, sagt er. Die meisten Täter sind aber nach wie vor auf Schmuck, Bargeld und Unterhaltungselektronik aus. Manchmal suchen sie auch gezielt Betriebe heim – wie jenen Husumer Radhändler, dem sie in einer Nacht- und Nebelaktion 15 Elektrofahrräder stahlen.

„Wir haben weiter ein wachsames Auge auf die Situation“, verspricht Knies. Außerdem hat sich seine Ankündigung vom Januar, „dass Zeugenaussagen Tatzusammenhänge erkennen lassen und uns mittelfristig zum Erfolg führen werden“, bereits bewahrheitet. Tatsächlich gab es mehrere Ermittlungserfolge. Was die laufenden Ermittlungen angeht, hüllt sich der Kripo-Chef allerdings in Schweigen. Nur so viel lässt er durchblicken: „Wir haben gute Ansätze und werden in diesem Punkt noch kräftig nachlegen.“ Besonders gern würden er und seine Kollegen natürlich jene Täter fassen, die am 10. Juni in Husum eine 88-jährige Frau überfallen, gefesselt und ausgeraubt hatten.

 

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erstellt am 20.Jul.2016 | 13:00 Uhr

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