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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2016 | 05:20 Uhr

Kampf gegen betrügerische Kaffeefahrten : Einblicke eines Fachmanns

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der ehemalige Flensburger Polizei-Oberkommissar Bernhard Stitz besuchte bereits 100 Werbeveranstaltungen. Sein Ziel ist es, speziell Senioren über betrügerische Kaffeefahrten aufzuklären.

Der ehemalige Polizei-Oberkommissar Bernhard Stitz kennt sich bestens mit betrügerischen Kaffeefahrten und den Maschen der Betreiber aus. Geschniegelte Verkäufer preisen Sachen werbewirksam an, verkaufen diese für sehr viel Geld oder versprechen hohe Gewinne. Mehr als 100 Werbeveranstaltungen besuchte Bernhard Stitz und steht mittlerweile auf der Fahndungsliste der „Kaffeefahrten-Mafia“. So wird es ihm jedenfalls in einem Drohbrief bestätigt, in dem auch von Schlägen die Rede ist. Der 60-Jährige lässt sich davon allerdings nicht einschüchtern und macht weiter als Spielverderber und Aufklärer quer durch Schleswig-Holstein. In Bredstedt machte der gebürtige Flensburger Station im Tondern-Treff auf Einladung des Weißen Rings. „Kaffeefahrten und Co. – wie schütze ich mich vor Betrügern“, hieß sein Vortrag. Er erzählte, wie er seit knapp 30 Jahren versucht, „den Kaffeefahrtenbetreibern Sand ins gut florierende Geschäft“ zu streuen und schlüpfte in die Rolle eines Verkäufers, um die teilnehmende Ziel-Opfer-Gruppe möglichst authentisch Einblicke in die Vorgehensweise zu geben. Er erzählte auch von dem großen medialen Echo, dass er seit vielen Jahren auslöst.

Einige Teilnehmer im Tondern-Treff machten ihre Erfahrungen deutlich, nicht nur bei Kaffeefahrten, sondern auch im Rahmen von Telefonbetrügereien. So wurden einer Frau 48.000 Euro am Telefon als Gewinn versprochen, vorab sollte sie allerdings 900 Euro zahlen, um das Geld überhaupt entgegennehmen zu können. Durch die Arbeit von dem ehemaligen Polizisten und seinem Team sind die Angebote von Kaffeefahrten in Schleswig-Holstein zwar weniger geworden, aber es ist noch einiges zu tun, so Stitz. Er sieht es nach wie vor als seine Aufgabe an, immer wieder an die Betrügereien zu erinnern und die Werbefahrten zu stören. Auf die Frage, wie lange er das noch machen will, antwortete er: „Bis es sie nicht mehr gibt.“

 

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erstellt am 26.Apr.2016 | 11:00 Uhr

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