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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 01:00 Uhr

Film-Premiere in Husum : Ein Rektor spielt den Kommissar

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Heider Verein Projekt Kino zeigt die „Hardboiled Crime Story“ – und wartet mit einem in der Storm-Stadt wohlbekannten Darsteller auf.

Eigentlich sind Auftritte vor Publikum ja nichts Besonderes für Christoph Siewert. Nur sind das für den Rektor der Ferdinand-Tönnies-Gemeinschaftsschule normalerweise Schüler oder Eltern. Heute Abend (Donnerstag, 13. Oktober) aber und am Sonnabend wird wohl eine ganz andere Klientel seine Handlungen verfolgen. Und die unterscheiden sich auch stark von denen im Schulleben, denn Siewert ist dann nicht Siewert, sondern Hauptkommissar Steffen Bauer – und das auf der großen Leinwand im Kino-Center auf der Neustadt. Um 19.30 Uhr beginnt die Premieren-Vorstellung von „Hardboiled Crime Story“, einer Reminiszens an die großen Zeiten des „Film Noir“ in den 1940er und 1950er Jahren. Produziert wurde der 83-minütige Streifen vom Heider Verein Projekt Kino.

„Wir wollen jedes Genre ausprobieren“, sagt Michael Lütje, erster Vorsitzender des Vereins und zugleich Regisseur der „Hardboiled Crime Story“. „Eine Komödie hatten wir schon gedreht und als nächstes steht ein Endzeitfilm à la ,Mad Max‘ an, der an der Westküste spielt.“ Dabei machen die rund 30 Vereinsmitglieder im Alter von 16 bis 70 Jahren alles selbst, vom Drehbuch und dem Casting über den Dreh selbst bis hin zur Nachproduktion: „Auch viele Requisiten wurden selbst gebastelt – wir haben da sehr geschickte Handwerker“, ergänzt Jens Kühnel, der zweite Vorsitzende. Schließlich seien die Filme No-Budget-Produktionen. „Wenn wir pro Arbeitsstunde den Mindestlohn von 8,50 Euro angesetzt hätten, hätte der Streifen deutlich mehr als 100.000 Euro gekostet“, sagt Lütje. So sei man aber unter der 1000-Euro-Grenze geblieben.

Das heiße aber nicht, dass amateurhaft gearbeitet werde: „Wir haben uns gerade eine digitale Blackmagic-Cinema-Kamera angeschafft, die professionelle Drehs erlaubt“, so Lütje. Und die, so Kühnel, unterscheiden sich im Prinzip nicht von denen großer Produktionen in Babelsberg oder Hollywood. Einige Mitglieder haben auch schon den Absprung ins echte Kinoleben geschafft, sind in die Filmwirtschaft gewechselt oder haben Studium oder Ausbildung im Bereich Film und Medien begonnen. Einer aus dem Verein sei gerade als Regisseur mit seinem ersten Film bundesweit gestartet. „Und ein anderer ist sogar in Hollywood angekommen und war Produktions-Assistent bei Quentin Tarantinos ,Django Unchained‘“, so Lütje.

Zudem nutzen auch professionelle Schauspieler die Produktionen und machen – ohne Gage – mit, um ihr Portfolio zu ergänzen. „In der ,Hardboiled Crime Story‘ sind sowohl die beiden weiblichen Hauptrollen als auch die männliche mit Profis besetzt“, erzählt Michael Lütje.

Für letztere war übrigens auch Christoph Siewert in der engeren Wahl. „Aber er sah einfach zu nett aus für die Rolle des heruntergekommenen Detektivs“, sagt der Regisseur. Das tat der Freude des Rektors, der während seines Studiums Theater gespielt hat, keinen Abbruch: „Die Dreharbeiten mit dem Team haben unglaublich Spaß gemacht“, erzählt er. Und so ist er auch beim nächsten Projekt des Vereins wieder dabei. Vielleicht feiert das dann ja auch wieder in Husum Premiere. Lütje jedenfalls ist vom Kino-Center als Location begeistert: „Hier herrscht genau das richtige Flair für unsere Filme!

Die „Hardboiled Crime Story“ ist heute Abend (Donnerstag, 13. Oktober) ab 19.30 Uhr und am Sonnabend (15. Oktober) ab 18 Uhr im Kino-Center zu sehen. Auch Mitglieder des Vereins werden vor Ort sein.

 

Die Story des Films:

Clemens ist Mitte 30. Frauengeschichten, Spielsucht und Alkohol haben ihn zu einem heruntergekommenen Detektiv in einer billigen Absteige gemacht. Als er beschließt, sein Leben zu beenden, hält ihn die schöne Fiona mit einem Auftrag davon ab. Ihr Verlobter, ein Wissenschaftler, ist verschwunden – und Clemens soll ihn finden. Recherchen ergeben, dass die Forschung des Vermissten wichtigen Leuten nicht gepasst hat. So gerät Clemens in Konflikt mit der Polizei, Vertretern der Energielobby und der Unterwelt. Fiona und Clemens kommen sich im Zuge der Ermittlungen näher. Als dann aber seine Ex-Partnerin Stefanie auftaucht, zu der er sich noch hingezogen fühlt, und es zu einem schicksalhaften Unglück kommt, scheint Clemens gebrochen. Gibt ihm die neue Beziehung zu Fiona Halt? Kann er den Fall lösen? Oder rutscht er endgültig ab?

 

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erstellt am 13.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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