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Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 16:37 Uhr

Husumer Markenzeichen : Ein Hafen mitten in der Innenstadt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Er hat sich vom Industriegebiet zur Touristenattraktion gemausert. Wie aus dem Binnenhafen ein Magnet für Gäste und Einheimische wurde, ist Gegenstand unserer Serie “Was sich in Husum verändert - und was nicht“.

Er ist das Herz von Husum und Namensgeber des größten Volksfestes an der Westküste: der Hafen der Storm-Stadt, mitten in der City gelegen und – inzwischen – ein Anziehungspunkt für Touristen und Einheimische. Besonders natürlich in den Sommermonaten, wenn die Tische und Stühle, die die Eiscafés und Restaurants auf der Schiffbrücke oder der dann für den Autoverkehr gesperrten Hafenstraße aufgebaut haben, zum Verweilen einladen. Und zum Blick auf die historischen Schiffe, die hier vor Anker gegangen sind und der Szenerie, die auf der gegenüberliegenden Seite vom langgestreckten Rathausbau beherrscht wird, ihr besonderes Flair verleihen.

Das war nicht immer so: Bis in die 1980er Jahre hinein war der Binnenhafen durch Industrie geprägt. 1976 baute die Werft auf dessen Südseite das letzte Mal ein Schiff, bevor das Unternehmen seinen Betrieb an den Außenhafen verlegte. Die Schiffbrücke war im Prinzip ein einziger großer Parkplatz, fein säuberlich durch rot-weiß gestrichene Rohr-Geländer von der Fahrbahn auf der einen und dem Beckenrand auf der anderen Seite abgetrennt. Und Teile der alten Schienen, auf denen noch bis in die 50er Jahre hinein Güterwagen rollten, sorgten weiter für gebrochene Schuh-Absätze, da sie nur zugeschüttet und nicht rückgebaut waren.

Der Wandel begann 1989 mit der Fertigstellung des neuen Rathauses auf der Südseite des Binnenhafens, wo vorher die Werft war. Was allerdings lange nicht jedem gefiel: „Viele Leute waren giftig und konnten sich mit dem Architekturstil überhaupt nicht anfreunden“, erinnert sich Karin Cohrs, Leiterin des Schifffahrtsmuseums am Zingel. Doch der anfangs umstrittene Bau sorgte für einen Neuschnitt des Innenstadtbereichs: „Die City-Lage hatte sich verändert. Plötzlich war nicht mehr in der Krämerstraße Schluss“, so Karin Cohrs. Der Binnenhafen gehörte jetzt dazu und war ins Zentrum der Stadt gerückt.

Es war der Startschuss für die touristische Erschließung des Gebietes. Nur ein Vierteljahr nach Fertigstellung des Rathauses öffnete das am ostwärtigen Hafenende gelegene Schifffahrtsmuseum Nordfriesland seine Pforten. Und in den folgenden Jahren änderte sich das Gesicht der gesamten Umgebung. Die Schiffbrücke entstand völlig neu, und Gastronomie siedelte sich in der Hafenstraße an, die im Sommer zur Flaniermeile wurde.

1997 wurde die Interessengemeinschaft Husumer Hafen (IGHH) gegründet. Der Verein mit derzeit 40 Mitgliedern verwaltet seit 2010 den Binnenhafen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihn mit Schiffbrücke, Hafenstraße und Kleikuhle zu einem für den Fremdenverkehr attraktiven „Erlebnishafen“ weiterzuentwickeln und Museumsschiffe an dessen Kaimauern zu locken. Und damit auch mehr Touristen in die Umgebung. Husum hat gelernt, mit seinem ganz besonderen Pfund zu wuchern – denn wie viele Städte können schon einen Hafen in ihrem Zentrum vorweisen?

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